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6. Januar 2009

das halstuch im zdf beweist: es fröstelt in gaza

nur so zum vergleich: die korrespondentin des zdf am gaza streifen hat auch ein haltuch an:


offensichtlich ist es dort doch irgendwie frostig zügig und weniger freundlich als gerade in hurghada am hotelpool.

zugegeben, frau storch macht mit dem fellbordürchen einen auf grossstadtinuit, was für eine frontreporterin auch ein bisschen naja ist. aber was solls, solange sie kein kopftuch auf dem kopf und keinen bh um den hals hängen hat, solls den zdf jungs doch irgendwie recht sein. so mitten im krieg.
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4. Januar 2009

das halstuch: stein des anstosses in gaza


andré marty, sf korrespondent in israel und momentan mitten im kriegstreiben bei gaza beschäftigt, berichtet in seinem blog von hinter den kulissen:

Kurz vor einer Live-Schaltung muss es allerdings auch bei mir schnell gehen: runter in den Dreck – und zwar ohne lange zu überlegen. Es kracht laut, ich finde mich wieder neben dem Kollegen von Al Jazeera liegend, es kracht noch einmal. Glück gehabt. Wir schauen uns an, stehen auf und erzählen unseren „lieben Zuschauerinnen und Zuschauern“ was von einem abgelehnten Waffenstillstands-Angebot. Als ob nichts geschehen wäre.

und:

Ein amerikanischer Journalist, offensichtlich noch nicht so richtig mit den Begebenheiten eines Krieges vertraut, hat sich einen bewaffneten Leibwächter mitgebracht. Dass just dann ein Alarm losgeht – theoretisch bleiben dir dann 15 Sekunden, um in einen Bunker zu rennen – als der Gorilla seine Jacke auszieht und seine sieben Telephone und Ohrstöpsel ordnet, beunruhigt den Ami so sehr, dass er sich ... > weiterlesen

das irrste müsterchen von hinter den kulissen moderner kriegsberichterstattung aber kommt aus züri leutschenbach:

Derweil kommt aus der Redaktion in der fernen Schweiz die dringende Bitte, doch auf ein Halstuch zu verzichten, mache mich irgendwie zum Palästinenser, einer meint gar zum Taliban... – Feedback vom Feinsten.

hm... da bleibt einem ja glatt der text weg. – hallo sf, was bitteschön ist an diesem schal palästinensisch oder talibanisch? oder: für wie blöd haltet ihr eure zuschauer? und: sonst noch probleme?

+ + + + +
> update
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12. Dezember 2006

marco morelli stellt "genial daneben" in den senkel


das dienstlächeln von 95% aller tv-sternchen ist für rezipienten wie mich die reinste zumutung. keine ausnahme bildet die extrem trottelige sendung "genial daneben", die frau deltendre bei hugo egon balder eingekauft hat. mangels alternativen müssen in der schweiz gestandene bühnenkünstler an die säcke: andreas thiel, viktor giacobbo, nadja sieger, beat schlatter, patrick frey und wie sie alle heissen.

erstaunlich, dass die bei sowas überhaupt mitmachen. wäre mir als parick frei (u.a. verleger schlauer bücher) oder victor giacobbo (u.a. initiant des casino theaters winterthur) eher peinlich, auf diese prollige art quote zu bolzen. da würd ich dann doch lieber an anständigen firmenfesten und groovigen kleinbühnen den kasper machen. so wie marco morelli, der heute in seinem jungen blog dieses unsägliche "genial daneben" mit einer saftigen kollegenschelte in den senkel stellt. sehr lesenswert.

ganz ihrer meinung, herr morelli.

11. Dezember 2006

satz des tages: frank a. meyer



der heutige satz des tages ist von gestern: fank a. meyer hat ihn in seiner kolummne im sontagsblick gestemmt:


die srg ist eine unverzichtbare journalistische institution – massiv dem medialen zeitgeist ausgesetzt, dessen dürftigkeit zu widerstehen ihre ehre und pflicht sein müsste.


das träfste an diesem satz finde ich die möglichkeitsform in den letzten zwei worten – sein müsste, nicht ist. man kann gegen jungs wie meyer sagen was man will, aber nicht selten bringen sies eben sehr präzis auf den punkt.

den ganzen text, der sich mit dem von den gedruckten medien beriebenen srg-bashing befasst, gibts hier online.

7. Dezember 2006

schawinski zum dritten: die wette



supi: vor fünf tagen habe ich gebeten, man möge die idee "schawinski als sf-boss" aufdröseln. meine bitte wurde erhört. von roger köppel.


gut, ich kann nicht beweisen, dass herr köppel das wegen meines postings getan hat. andererseits ist ja durchaus denkbar, dass chefredaktor köppel die blogosphäre durchgegoogelt hat und dort auf meinen topgerankten zweiten schawinskieintrag gestossen ist. will jemand ein autogramm?

jedenfalls liefert köppel heute in der neuen weltwoche eine gut argumentierte einschätzung in seiner gewohnt kecken art und nennt erst einmal die facts:


Die Quoten gingen rauf, dann wieder runter. Die Profitabilität des Senders wurde massiv gesteigert. Auf dem Werbemarkt ernteten seine Strategien höchsten Zuspruch. Senderchef Schawinski verwandelte den einstigen Schnarchkanal Sat 1 in eine schlanke, konkurrenzfähige Kampfmaschine. Rund 30 Prozent wurden die Kosten gesenkt, ohne dass die deutschen Gewerkschaften ihre Lichterketten installierten. Heute präsentiert Sat 1 Millionengewinne im zweistelligen Eurobereich. Der vom Blick verbreitete Gedanke liegt nahe: Warum eigentlich soll der mit einem Sinn für perfektes Timing in Berlin abtretende Senderchef Schawinski seine beeindruckende Laufbahn nicht als Obmann des Schweizer Fernsehens am Leutschenbach vollenden?

Man soll die Qualität einer Idee nicht aufgrund der Methoden beurteilen, mit denen sie zustande kam. Schawinski bringt fraglos hervorragende Qualifikationen mit. Seine Mitarbeiter schätzen ihn. Er hat ungezählte Talente entdeckt. Die SF-DRS-Elitetruppe in den führenden Politmagazinen stammt zu einem beträchtlichen Teil aus seinen Nachwuchsschmieden. In Berlin hat Schawinski bewiesen, dass er sein Führungscharisma in den Dienst anspruchsvoller Sanierungen stellen kann. Seine Fähigkeit, die Realitäten noch schöner zu reden, als sie sind, verschafft ihm Vorteile bei den Werbekunden. Vor allem aber gehört der promovierte Ökonom zu den wenigen Schweizer Fernsehleuten, die sich ausserhalb der geschützten Werkstatt zu behaupten wussten.

weiterlesen bei weltwoche.ch


"schawinski-goes-leutschenbach-watch-blog"

mit dem leitartikel von roger köppel dürfte das thema endgültig lanciert sein. diverse medien und auch etliche blogs (die das thema bisher generell verpennt haben) werden den leitartikel von chefredaktor köppel kommentieren, etliche politiker werden ihn in ihre politische agenda reinpappen und hinter den kulissen schon mal den einen oder anderen nagel reinhauen. das feuer brennt.

ich werde darum in diesem blog eine rubrik "schawinski-goes-leutschenbach-watch-blog" einrichten, schliesslich bin ich (blogmässig) kolporteur der ersten stunde. und ich wette, dass ich schon in wenigen tagen in dieser sache wieder was zu posten habe.

schawinski-wette

ich verwette darauf ein neues und noch eingeschweisstes exemplar von martin suters "der teufel von mailand", ein page-turner von besonderer güte von einem der besten gegenwartsautoren deutscher zunge, finde ich.

wer unten in den comments das richtige datum nennt, an dem ich aufgrund der aktuellen kolportagenlage in sachen schawinski wieder was zu posten habe, kriegt das buch als toppreis zugeschickt (ich habe es kürzlich aus versehen doppelt gekauft).

die wette gilt:

ps: wenn du ein eigenes blog mit kontaktmöglichkeit hast, werde ich dich benachrichtigen, falls du gewinnst. wenn du kein blog hast und deine email-adresse hier lieber nicht publizierst, kannst du deinen tipp auch per email abgeben: bugsierer @ gmail.com. es gilt das datum meiner publikation (die kann der nachrichtenlage auch mal einen oder zwei tage hinterherhinken).

pps: wenn der nächste blogger darüber bloggt, werde ich nicht schon wieder darüber bloggen. aber sicher dann, wenn die nächste stufe gezündet wird, wenn also beispielsweise die ersten politiker oder andere wichtige player etwas dazu sagen. oder frau deltendre? nein, die sagt vorläufig noch nix dazu. es gilt das datum meiner publikation (die kann der nachrichtenlage auch mal einen oder zwei tage hinterherhinken). und ich werde frühestens am montag wieder was bringen, falls die sonntagspresse mithält...

ppps: von neuerdings habe ich gelernt, dass man es auch noch so machen kann: wer diese wette in seinem blog mit einem posting und einem link bekannt macht, nimmt an der verlosung von mindestens einer flasche edelzwicker teil (den habe ich aber nicht doppelt eingekauft). es gewinnt das posting, das mir am besten gefällt. bitte in den comments trackbacken.

who cares?

+++

-> empfehlung des hauses: the ashtray collection (das raucherblog reloaded)

4. Dezember 2006

schawinski: na wer sagts denn...?

interessant: roger schawinski meldet sich aus berlin zu wort. nur wenige tage nachdem ihn diverse medien (und auch dieser blog) als sf-chef ins gespräch brachten.

was er (in der sonntagszeitung) sagt, dürfte diversen politikern das wasser im munde zusammenlaufen lassen:

"Jeder Sender kann Kosten massiv reduzieren, ohne Sendungen zu streichen oder die Qualität zu senken." Sat1 habe innerhalb von vier Jahren ein Drittel der Programmkosten oder über 300 Millionen Franken eingespart. "Etwas Ähnliches müsste auch bei der SRG möglich sein", so Schawinski.

da er das sparprogramm bei sat1 weitgehend selber durchgezogen hat, weiss er garantiert, wovon er redet und wie man sowas macht, denkt sich da der eine oder andere.

da und dort wird resümiert, schawinski habe kein interesse an einem job bei sf, da er noch einen beratervertrag bei sat1 habe. eine fadenscheinige these. wie man weiss, kann man solche beraterverträge auch gut am sonntagmorgen erledigen. oder bei bedarf künden.

man darf annehmen, dass die causa schawinski in diversen hinter- und sitzungszimmern boden gut macht.

find ich guet.

2. Dezember 2006

kolportage: schawinski goes leutschenbach

pikant: kaum hat roschee bei sat.1 gekündigt, wird er schon nach leutschenbach geschlagzeilt. im blick wie im tagi. pikanter: der branchendienst persönlich hält mit. sehr pikant: der bugsierer auch. blick, branchendienst, blogger – das ist boulevard 2.0.

auch branchendienste dürfen ab und zu ein bisschen einen auf boulevard machen. warum auch nicht? das schweizer fernsehen sf ist eines der grossen boulevardthemen, interessiert fast jeden. wie das wetter und der promiklatsch. die vorstellung, dass roger schawinski chef bei sf wird, ist hoch dramatisch. heerscharen von altgedienten sf-mitarbeitern würden erzittern, wenn schawinski an seinem ersten arbeitstag anzujoggen käme, mit einem fünfzigköpfigen pressetross im schlepptau, und in die mikrofone spräche: find ich guet.

ich persönlich hätte im persönlich noch ein paar zeilen mehr dazu geschrieben. weil es einfach der hammer wäre, der schawi im leutschenbach – für die einen der nackte horror, für die anderen eine erstklassige option. so oder so wäre es ein vergnügen, ein solches szenario, quasi eine jahrhundertfügung, am klapprechner zu beobachten. schawi als sf-boss, das würde in der schweizer medienszene blankes entsetzen auslösen. auch wenn er vorerst mal nichts weiter täte, als sein büro einzurichten.

mehr schub, jungs

vielleicht würde er ja lüthi & blanc reloaden und inhaltlich auf den neuesten berliner stand bringen lassen. vielleicht würde er den nachrichtenredaktionen die generalanweisung geben: jungs, gebt mal 20% mehr schub. allenfalls würde er frank a. meier rauskicken und ueli heiniger mit einer neuen sendung zurückholen. ansonsten würde er immer wieder betonen: who cares?

avenir suisse würde für mehrere monate in ratlosigkeit erstarren, weil schawi die schweizer bauern mit einer ersten crossmediakampagne auf eine subventionslose zukunft eingeschworen hat. innert drei monaten. thomas held nimmt eine auszeit. art furrer kann endlich seinen golfplatz auf der bettmeralp bauen. heinz julen darf sein hotel auf dem kleinen matterhorn noch 100 m höher machen. sf eröffnet stadtbüros in zürich, basel, bern und macht 25% mehr quote. alles supi. nur wegen schawi.

ich persönlich finde die idee sehr gut. wohl vor allem deshalb, weil sich in mir die erinnerung an seine action am pizzo groppera festgebrannt hat. für die jungen leserinnen ein kurzer aufwasch: schawinski hat 1979 auf einem italienischen berg namens pizzo groppera einen hang ausfindig gemacht, von dem er mit einer grossen antenne radioprogramme in den grossraum zürich senden konnte. das tat er dann auch (unter dem namen "radio 24", weil er als erster rund um die uhr sendete) und er war damit das erste werbefinanzierte privatradio in der schweiz. allerdings illegal. nach ein paar monaten musste schawinski die segel streichen, aber er konnte später in zürich weitermachen. sein "piratenradio" aus italien bewirkte in der schweiz eine der schnellsten gesetzesänderungen der eidgenossenschaft: 7 sender durften 1983 fürs erste an den start, auch schawinski. die schweizer radioszene überholte diejenige österreichs und deutschlands (in sachen liberalisierung) um längen. die grossen medienhäuser waren completely überfordert mit der neuen situation, was etlichen neuen playern einen rasanten einstieg in die medienszene ermöglichte und das kräfteverhältnis neu aufmischte. das war damals alles ebenso spannend wie heute das web 2.0. – und alles nur wegen schawi. das war sein grösstes solo.

kann er das toppen?

wer sagt, dass er sowas nicht toppen kann? es wäre nichts als ein logischer schritt in seiner biographie: der radiopirat von einst wird sf-chef und mischt die schweizer medienszene ein zweites mal auf. kein anderer hat mehr erfahrung in sowas, fit genug ist er allemal und was wäre der bessere einstieg in die letzte grosse mission im leben des roger schawinski, als sein erfolg bei sat.1? dass das keine topleistung war, damit soll mir niemand kommen. es war eine. er hat vieles richtig gemacht, wo andere auf solchen sesseln schon nach einem halben jahr ein erstes mal auf die springer-medien auflaufen. 3 jahre sat.1-chef ohne nennswerte rückschläge und einer top-bilanz ist nicht soo schlecht, wie das die schweizer medien zähneknirschend wegschweigen.

nur mal so am rande gefragt: wäre ein szenario "schawi als sf-boss" überhaupt denkbar? so rein realpolitisch gesehen? welche player fänden die idee gut und welche schlucken schon jetzt leer? wie hätte eine allfällige abwahl von frau deltendre vonstatten zu gehen? ist das überhaupt denkbar? kann das mal jemand aufdröseln?

ps: hätte gerne die bilder von hier gezeigt (vor allem wegen der gigantischen antenne auf dem pizzo groppera), momentan hat aber blogger.com ein problem mit dem bilderhochladen. hoffe sergey und larry fixen das.