für die, die andré martys blog noch nicht abonniert haben: der nahost korrespondent von sf.tv berichtet aus seinem persönlichen blickwinkel vom krieg um gaza. gestern hat er wiederum einen eindrücklichen text gepostet. > bitte hier lang
nur so zum vergleich: die korrespondentin des zdf am gaza streifen hat auch ein haltuch an:
offensichtlich ist es dort doch irgendwie frostig zügig und weniger freundlich als gerade in hurghada am hotelpool.
zugegeben, frau storch macht mit dem fellbordürchen einen auf grossstadtinuit, was für eine frontreporterin auch ein bisschen naja ist. aber was solls, solange sie kein kopftuch auf dem kopf und keinen bh um den hals hängen hat, solls den zdf jungs doch irgendwie recht sein. so mitten im krieg.
andré marty, sf korrespondent in israel und momentan mitten im kriegstreiben bei gaza beschäftigt, berichtet in seinem blog von hinter den kulissen:
Kurz vor einer Live-Schaltung muss es allerdings auch bei mir schnell gehen: runter in den Dreck – und zwar ohne lange zu überlegen. Es kracht laut, ich finde mich wieder neben dem Kollegen von Al Jazeera liegend, es kracht noch einmal. Glück gehabt. Wir schauen uns an, stehen auf und erzählen unseren „lieben Zuschauerinnen und Zuschauern“ was von einem abgelehnten Waffenstillstands-Angebot. Als ob nichts geschehen wäre.
und:
Ein amerikanischer Journalist, offensichtlich noch nicht so richtig mit den Begebenheiten eines Krieges vertraut, hat sich einen bewaffneten Leibwächter mitgebracht. Dass just dann ein Alarm losgeht – theoretisch bleiben dir dann 15 Sekunden, um in einen Bunker zu rennen – als der Gorilla seine Jacke auszieht und seine sieben Telephone und Ohrstöpsel ordnet, beunruhigt den Ami so sehr, dass er sich ... > weiterlesen
das irrste müsterchen von hinter den kulissen moderner kriegsberichterstattung aber kommt aus züri leutschenbach:
Derweil kommt aus der Redaktion in der fernen Schweiz die dringende Bitte, doch auf ein Halstuch zu verzichten, mache mich irgendwie zum Palästinenser, einer meint gar zum Taliban... – Feedback vom Feinsten.
hm... da bleibt einem ja glatt der text weg. – hallo sf, was bitteschön ist an diesem schal palästinensisch oder talibanisch? oder: für wie blöd haltet ihr eure zuschauer? und: sonst noch probleme?
andré marty ist freier journalist im nahen osten, stationiert in tel aviv/israel. er ist korrespondent für sf tv und schreibt für verschiedenste andere medien. er führt seit einigen monaten ein blog, in dem er geschichten aus seinem alltag publiziert, die sonst nirgends platz haben. von regelmässigen interviews mit anderen nahostkorrespondeten bis zu sehr persönlichen beobachtungen aus einem land im krieg.
die palästinensische kinderärztin dr. h. arwad marzouqa arbeitet im kinderspital bethlehem, dem einzigen kinderspital im westjordanland und im gaza-streifen, einer region, in der 100'000 kinder unter 4 jahren leben.
vor rund einem jahr führte hannes hug in focus/drs3 ein sehr eindringliches interview mit frau marzouqa. sie erzählt z.b., dass in palästina plötzlich wieder kinderkrankheiten auftreten, die längst als ausgestorben galten. solche nämlich, die in einer gesellschaft mangels blutauffrischung entstehen. denn mittlerweile sind die palästinenser dermassen eingeschlossen, dass diese blutauffrischung nicht mehr möglich ist.
andré marty und arwad marzouka kommen demnächst in die schweiz auf vortragsreise (siehe flyer oben). «unser ziel ist es, informationen über das leben in nahost aus erster hand zu liefern und raum für diskussionen zu geben», erklärt burkhard redeski von der kinderhilfe bethlehem.
ich habe mir die sendung mit frau marzouka damals aufgehoben. sonderbarerweise nimmt radio drs alle podcasts nach 5 wochen wieder vom netz. darum stelle ich sie hier als vorschau auf die vortragsreise von marty/mazouka zur verfügung (für ein paar tage). für diesmal, finde ich, heiligt der zweck (infos aus erster hand über die situation in palästina) das mittel (unerlaubtes hochladen einer radiosendung).
die sendung als mp3 (27mb) downloaden. für spenden an die kinderhilfe bethlehem bitte hier lang (man kann natürlich auch direkt an einer der veranstaltungen cash spenden).