10. Dezember 2006

sprühs mir, baby



neuer wein in alten schläuchen: ein sonntags- gedicht. frisch gesampelt.

sprühs mir, baby

tief ins glas geschaut
edle flaschen wollen gut schlafen
zum frühstück kalt geduscht
steine aus den glashäusern
zum teufel mit der objektivität
die jungen sind die dummen

schrille nacht, stille nacht
das wetter wird auch immer schöner
die risiken werden ignoriert
es gibt übermittlungsprobleme
jetzt hats gekesselt
mein geist ist angewidert

schön dranbleiben, töchter
oerlikon ist im all
wo die schneekanonen ballern
es kommt auf den mix an
superbowl der kunst
das ass ist en vogue

was bleibt?

gut, für den bachmann-preis langt das noch nicht (ganz). aber die methode, ein solches gedicht herzustellen, ist dennoch das purste sonntagsvergügen. ich habe die sog. sampling-technik angewendet. wollte ich schon lange mal machen, wird ja viel gemacht in den letzten jahren, nicht nur in der literatur.

der trick: man nehme alle drei sonntagszeitungen, schreibe zwei dutzend headlines ab, sortiere diese in eine einigermassen sinnstiftende reihenfolge, fertig.

oder sagt man heute mashup?

Kommentare:

  1. Tönt schon ganz gut, dein Sonntags-Sonett. Vielleicht die Metrik noch ein wenig optimieren? Falls es nicht klappt, einfach alles kleinschreiben und

    viel
    weissen
    raum
    darum,

    dann sieht man sogleich, dass es kunst ist ;-)

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  2. metrik optimieren? hab ich mir überlegt, aber mich dann entschieden, die headlines so zu nehmen, wie sie da standen. straightes konzept halt. ;-)

    yes, weissraum bringts, der mut zur lücke...

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  3. Sensationell gut. Jetzt bräuchtest du noch so eine Peter Scheider Stimme und dann vertickerst du das ans Radio DRS.

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