30. Dezember 2009

blogger und ihr selbstverständnis


bloggen ist eine sehr junge disziplin. im vergleich zur langen tradition des journalismus ist bloggen noch nicht viel mehr als eine kleine episode. allerdings eine, die in wenigen jahren sehr viel staub aufgewirbelt hat. v.a. journalisten sind höchst aufgeschreckt und mahnen bei den bloggern journalistisches handwerk an. und überhaupt, wenn da jeder einfach publizieren kann, dann... ähm... ist das doch einfach ungeheuerlich.

henusode.

aber was ist nun wirklich das selbstverständnis des gemeinen bloggers? darüber wurde in den letzten jahren viel debattiert. nichtendenwollende threads voll von visionen und thesen. ellenlange debatten um moralische ansprüche und publizistische verantwortung. sehr interessant.

jetzt, wo das bloggen aus dem dunstkreis von ein paar insidern heraustritt und social media zur vielversprechenden aufmischung verkrusteter umgangsformen werden könnte, liefert helge fahrnberger, ein blogger-urgestein aus wien, ein auf drei punkte eingedampftes

selbstvertständnis eines bloggers
  1. Der Subjektivität verpflichtet
  2. Interessenskonflikte immer transparent
  3. Quellen nennen

zur frage "wie definieren sie blogs?" sagt er:

Ein Blog ist ein Online-Journal aus der Ich-Perspektive, oft ohne journalistische oder kommerzielle Ambitionen.

so kurz und so präzis hat das schon lange keiner mehr auf den punkt gebracht.
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22. Dezember 2009

das iphone projekt in goldau

10vor10 vom 20.08.2009

medienkompetenz fällt nicht vom himmel wie gebratene tauben in den schoss von investmentbankern. in den schulen war medienunterricht schon immer quasi ganz abwesend. eine lücke, die sich im zug der technischen entwicklung (internetz etc.) zum veritablen krater hochpotenziert hat.

erst recht problematisch wird die situation zu hause. wie sollen eltern ihren kindern medienkompetenz vorleben, die weder eine zeitung lesen noch wissen, was ein browser ist? von dieser sorte gibts en masse. es gibt auch immer noch sehr viele lehrer, deren medienkompetenz im internet sich darin erschöpft, eine e-mail mit einem anhang auszustatten (ferienfotos, stundenpläne werden per post verschickt).

das bildungswesen ist aber nicht die einzige abteilung, die dem medialen tsunami hinterherhinkt. auch die gesetzgebung muss sich auf den verschiedensten stufen neu sortieren (datenschutz, copyright, biometrie, etcpp.). in der wirtschaft stellt das internet auch gerade einige dinge auf den kopf. und dann ist da ja noch dieses social media dings.

es ist kompliziert geworden.

ein kleines, aber sehr erfreuliches licht im tunnel ist das iphone-projekt in goldau. eine ganze (5.) schulklasse wurde mit einem iphone ausgestattet. die idee dahinter:

Damit haben die Kinder jederzeit und überall ein Gerät zur Verfügung, mit dem sie lesen, schreiben, rechnen, zeichnen, fotografieren, Musik und Töne hören und aufzeichnen, telefonieren sowie im Internet surfen und kommunizieren können. Die Kinder sollen das Gerät innerhalb und ausserhalb der Schule als Teil ihrer persönlichen Lern- und Arbeitsumgebung nutzen und damit emanzipiert und kritisch mit zukünftig immer verfügbarer Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) umgehen lernen. > Mehr

in einem blog wird über das regelmässig über das projekt berichtet, was ich sehr spannend finde. schon nach wenigen monaten habe ich als leser dieses blogs das gefühl: das muss man machen. sofort. mit allen kids. was natürlich nicht geht, weil schon allein die lehrkräfte dafür fehlen würden. ganz zu schweigen von den schulbehörden, die sich, wie man hört, noch immer vielerorts per telefonkette zu den sitzungen aufbieten.

in goldau wird aber trotzdem noch gut ein jahr mit dem iphone weiter getestet. dann wird es einige monate dauern, bis ca. 2012 eine auswertung inkl. empfehlung an die zuständige politische instanz geht. dort bleibt sie erstmal liegen, weil die politik auf andere fiasköse hotspots fokussiert ist. und weil sich die politische instanz das internet immer noch hartnäckig ausdrucken lässt, landet das goldstück aus goldau ca. 2014 auf einer harddisk in der aparatschick-zentrale. ausserdem sind iphones bis dahin hoffnungslos veraltet und man muss wieder neu testen.

jetzt einfach mal so als worst case szenario zu ende fatalisiert.

ps: wo wir gerade am steigern der medienkompetenz sind: sf.tv hat einen hervorragenden online lehrgang "grundlagen fürs videofilmen" gemacht.
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21. Dezember 2009

wo gehts hier zum panamakanal?

orientierung fällt schwer in diesen tagen. alles ist etwas durcheinander geraten.

uns bloggern wird ja oft "ein rüder ton" vorgeworfen. aber so rüd wie das qualitätsportal tagesanzeiger/newsnetz sind wir noch lange nicht:


stümper? im titel? das ist hart.

viel härter als das boulevardflaggschiff aus dem gleichen verlag (tamedia) das gleiche thema abhandelt:


unglücksrabe – das ist schon so moderat, dass es von der nzz sein könnte.

oder hat der praktikant einfach die artikel vertauscht?

gut, in diesen vorweihnachtstagen drehen eh alle am limit. die allg. fiaskösen zustände lassen sich dieses jahr auch unter aufbietung zusätzlicher kreditkarten nur bedingt wegshoppen.

aber letzten endes, wer wollte das bestreiten?
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16. Dezember 2009

frisch ab front, heute: kopenhagen


die berichtertstattung aus kopenhagen (ausriss oben von newsnetz) tönt – teilweise – wie kriegsberichterstattung aus weissichnichtwo. das schlimme daran ist, dass wir uns schon fast daran gewöhnt haben. das zweitschlimmste, dass immer öfter keine andere sprache übrigbleibt, als die der kriegsberichterstattung.

das klima bleibt gereizt.
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9. Dezember 2009

lesetipps

was passiert eigentlich genau in diesem internetz? war früher alles besser? hat jemand den überblick? was wird sich verändern? was hat sich schon verändert?

in den letzten tagen gab es zu diesen und weiteren wichtigen fragen ein paar postings, die ich hier gerne weiterempfehle:

1)
frank schirrmacher, mitherausgeber der frankfurter allgemeinen zeitung faz, gibt in diesen tagen ein neues buch heraus: "Payback. Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen". der spiegel hat ein kapitel daraus vorab veröffentlicht. sehr gelungen ist die gegenrede von sascha lobo unter dem titel "Die bedrohte Elite".

2)
kathrin passig hat einen hochinteressanten aufsatz über technikmuffel und innovationsverweigerer geschrieben: "Standardsituationen der Technologiekritik".
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4. Dezember 2009

bloggerinterviews mit beckedahl, lobo, niggemeier, häusler



der berliner journalist philipp banse hat vier hoch interessante interviews mit prominenten bloggern geführt. ein spannender einblick in die schöne neue medienwelt.

weitere interviews mit sascha lobo, stefan niggemeier und johnny häusler gibts hier.
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3. Dezember 2009

gefakter professor/nzz-korrespondent im club bei sf.tv

ich habe mich am dienstag sehr gewundert, den höchst kruden "orientalisten" heinz gstrein zum wiederholten mal als talkshowgast im club bei sf.tv zu sehen. der mann erzählt jeweils furchtbar schräges zeug und gibt ganz unverblühmt den intellektuell abgeklärten islamophobiker:

«Das Minarett ist in erster Linie ein Zeichen für die Unmenschlichkeit in der muslimischen Welt – genauso wie Hakenkreuze für die KZ und Hammer und Sichel für den Gulag.»


vorgestellt wurde der scharfmacher jeweils als ehemaliger nzz-nahostkorrespondent und professor an der universität wien.

jetzt lese ich etwas konsterniert, dass der typ weder nzz-korrespondent war noch professor in wien. sowohl die uni wien wie nzz chefredaktor spillmann distanzieren sich dezidiert von gstrein und seinen aussagen.

aber es kommt noch dicker:

«Wir haben Herrn Gstrein als Referenten des Initiativkomitees eingeladen, nicht als Professor. Vielleicht wären in diesem besonderen Fall jedoch zusätzliche Recherchen angebracht gewesen», sagt die Leiterin Christine Maier.

mit anderen worten: nicht nur das initiativkomitee hat einen gefakten professor auf tour geschickt, sondern sf.tv hat ihn auch noch ungeprüft adoptiert.

da muss man doch gleich dreimal leer schlucken.

+ + + + +

update: es kommt noch peinlicher für den schlafsaal im leutschenbach: die baz hat den ollen gstrein schon am 28.11.09 als hochstapler enttarnt. trotzdem war es möglich, dass er drei tage später im club auftrat. aber offensichtlich lesen die sf-schurnis die basler zeitung nicht. man fragt sich, ob sie überhaupt etwas lesen über die scharfmacher, die sie in der heikelsten politdiskussion ever mehrmals auftreten lassen.

man fragt sich auch, warum die medien diesen politischen hochstapler erst jetzt enttarnen und ihn monatelang durch die schweiz touren lassen, ohne dass mal jemand in wien oder bei der nzz nachfragt und seine reputation überprüft.

und: dass sich einer so lange in so exponierter weise am rechten rand als nzz-korrespondent ausgeben kann, ohne dass die nzz das merkt, ist auch kaum zu fassen.

schlampiger gehts nun wirklich nicht mehr.
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24. November 2009

sf.tv: berlusconisierung im leutschenbach


jetzt hat sie also gewonnen, die frau jordi.

interessant dabei ist die hemmungslosigkeit, mit der sf.tv dieses unsägliche stück showbiz inszeniert hat:

knapp zwei dutzend artisten dürfen sich mit je einem song live in der sendung vorstellen. göla kam nicht und wurde bestraft, indem man seinen filmbeitrag noch vor dem ende kappte. frau jordi durfte nicht nur singen, sie durfte auch in der talkrunde mit kilchsperger und beni national teilnehmen (in allen sendungen). zum schluss durfte sie als einzige ein zweites mal singen. den einwand von göla und polo hofer, frau jordi werde übervorteilt, tat beni mit "kleinlich" ab und sagte noch: "italien hat berlusconi, wir haben jordi". er merkte nicht, wie wahr dieser kalauer tatsächlich ist.

dieser vorgang, diese wahl ist ein hohn. das sofakonzept mit jordi hat tatsächlich nichts mit einem fairen voting und viel mit einer berlusconisierung der denke im hause leutschenbach zu tun. vor 10 jahren wäre eine so offensichtlich getürkte aufstellung noch nicht möglich gewesen, heute scheinen bei sf.tv zunehmend jegliche ethischen bedenken an die wand gefahren zu sein. wie bei den bankern.

die einzigen glaubwürdigen artisten in diesem billigen affenzirkus waren übrigens gölä und züri west. göla liess mitteilen, er sei lieber mit seiner familie zusammen als an diesem anlass, züri west meldeten sich ins ausland ab (und wurden dann am yb match gesichtet ;-). alle anderen plasticpopper machten sich freiwillig zum partyneger.

dies ist nur das neueste beispiel von sf.tv, bei dem man sich einmal mehr fragt: ist es wirklich die aufgabe eines öffentlich rechtlichen senders, die zuschauer auf diese bedenkliche weise zu unterhalten? wohl kaum.

gleicht man diesen vorgang mit dem leitbild der srg ab, wird die schere von sein und schein erst richtig deutlich. dort werden die werte des unternehmens in 5 leitsätze gepackt: glaubwürdigkeit, unabhängigkeit, vielfalt, kreativität und fairness. nichts davon war im fall jordi spürbar, im gegenteil. das format, der moderator, das sofa – alles unglaubwürdig, einfältig, unkreativ, inkompetent und erst noch offensichtlich unfair.

wir brauchen ein solches staatsfernsehen nicht. es ist nicht aufgabe des staates, fernsehformate zu produzieren, die auf dem mist der unterhaltungsindustrie gewachsen sind, auf so tiefem niveau daherkommen und den letzten dreck als unterhaltung anmalen. es reicht, wenn das die privaten tun.

sf.tv inszeniert und hypt ein startum, das für den sozialen zusammenhalt und die entwicklung der jugend alles andere als förderlich ist. in diese kategorie gehört neben der jordi show nicht nur das unsägliche format musicstar, sondern auch peinlichkeiten wie glanz & gloria, grand prix der volksmusik oder die miss schweiz wahl. alles formate, die nichts anderes tun als dem cervelat-showbiz zudienen und ein bildungsfernes publikum noch träger macht, als es eh schon ist.

liesse man all diese wischiwaschi-cervelatpromis weg, könnte man das ganze sf.tv auf die hälfte runterfahren und einen coolen informations-, bildungs- und kultursender daraus machen.

ich weiss, das ist pures wunschdenken. zu radikal. wobei: es sind an allen ecken und enden dieser gesellschaft unkonventionelle lösungen gefragt. anders ist die tsunamihafte weltproblemliste nicht in den griff zu kriegen. wenn überhaupt.

übrigens: berlusconi ist soeben vom italienischen rolling stone zum rockstar des jahres gekürt worden. frau jordi, so ist zu vernehmen, hat dem cavaliere per sms gratuliert.

ts...
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22. November 2009

schweinebutton aka armbinde


schweingrippe auf allen kanälen. grässlich.

und jetzt noch dieser button* aka armbinde. total daneben.

wo soll das noch hinführen?

* herausgegeben vom kinderspital zürich, bild: ausriss NZZaS
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21. November 2009

wie die netzwerkkultur die gesellschaft verändert

ein sehr interessanter und erhellender vortrag (35') von peter kruse*. für netzbewohner und solche, die es immer noch nicht wahrhaben wollen: es bleibt nichts, wie es war.



hier die charts zum vortrag (am bildrand kann man blättern):

Lpr Forum Medienzukunft


* Peter Kruse ist ein deutscher Psychologe mit dem Schwerpunkt Komplexitätsverarbeitung in intelligenten Netzwerken sowie Leiter des Methoden- und Beratungsunternehmens nextpractice in Bremen. Kruse lehrt als Honorarprofessor für Allgemeine und Organisationspsychologie an der Universität Bremen. Im Rahmen seiner interdisziplinären Tätigkeit widmet er sich vor allem der Nutzung von kollektiver Intelligenz zur Förderung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse.

via leander wattig
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5. November 2009

katholischer medienpreis für andré marty


bloggerkollege andré marty erhält den katholischen medienpreis 2009. nicht explizit für sein blog, sondern für seine tätigkeit als nahost korrespondent des schweizer fernsehens.

die bischöfe begründen ihre wahl u.a. so:

Mit der Verleihung des Medienpreises werde die «unparteiische und mutige Berichterstattung» Martys gewürdigt … Marty zögere nicht, sich zu exponieren, wenn es seine Tätigkeit als Journalist erheische.

das kann man so sagen.

auch den bischöfen dürfte jedoch nicht entgangen sein, dass sich andré vor allem auch in seinem blog exponiert.

hier die ganze sda meldung:

Bern (sda) Der Katholische Medienpreis 2009 geht an den Schweizer Fernsehjournalisten André Marty. Mit dem Preis zeichnet die Medienkommission der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) die Arbeit des Korrespondenten des Schweizer Fernsehens SF aus, der von Israel aus über das Geschehen im Nahen Osten berichtet.

Mit der Verleihung des Medienpreises werde die «unparteiische und mutige Berichterstattung» Martys gewürdigt, heisst es in einer SBK-Mitteilung vom Donnerstag. Marty zögere nicht, sich zu exponieren, wenn es seine Tätigkeit als Journalist erheische.

«Er versteht es ausgezeichnet, über das politische Geschehen und über die Situation der Religionsgemeinschaften im Nahen Osten zu berichten.» In den Beiträgen Martys spiegle sich die Vielschichtigkeit der Probleme des Zusammenlebens der Völker und Religionsgemeinschaften im Heiligen Land und die Bedeutung der Präsenz der christlichen Minderheit «als Sinnbild für die Hoffnung des Evangeliums auf Frieden für alle Menschen».

Marty wird den Medienpreis am 30. November in Luzern in der Hofkirche aus den Händen des Medienbischofs Dr. Peter Henrici entgegennehmen.


ich gratuliere andré herzlich zu dieser auszeichnung.
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3. November 2009

damen, amen


das schweizer zentralorgan für die modern getunte frau, die annabelle, hat eine neue website gelauntscht. zu diesem anlass hat man sich ein extraordinäres give away einfallen lassen: den annabelle frauen-browser.

an fraunendisco, frauenboxen und frauen als fussballmoderatorinnen hatten wir uns ja schon fast gewöhnt. aber auf einen frauenbrowser waren wir nicht gefasst. eine ganz neue dimension der emanzipation 2.0 ist da am anrollen.

bald wirds bei itunes die ersten frauen-app's geben (the next shoe shop). bei tomtom ein frauen-navi (empfiehlt nur breite strassen). bei amazon einen frauen-kindle (zeigt nur kurze sätze).

dass ich das noch erleben darf.
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2. November 2009

es gibt nichts, was es nicht gibt: fliegenflieger


vor ein paar wochen hab ich aus jux diese bastelanleitung ins blog gestellt.

und jetzt das:



merke: es gibt nichts, was es nicht gibt.

via @eichbornverlag
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jenny holzer


die konzeptkünstlerin jenny holzer beeindruckt mich seit langer zeit. sie hat einen faszinierenden weg gefunden, sprache ins zentrum ihres schaffens zu stellen. seit den 80ern macht sie mit ihren "truisms" (oben) und installationen furore.

aus anlass ihrer ausstellung im musem beyeler (bis 24.1.2010) hat sf.tv eine wunderbare dokumentation über die künstlerin gezeigt. wer sich für sprache und kommunikation interessiert – gucken.
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1. November 2009

und jetzt sowas


interlaken ehrt seine beiden musiker hanery ammann und polo hofer, den vätern des schweizer mundartrocks, mit einem nach ihnen benannten platz: ammann-hofer-platz.

nicht am stadtrand, sondern mitten im zentrum. nein, die beiden musiker sind noch nicht tot, sie durften "ihren" platz auch gleich selbst mit einem grossen volksfest einweihen – toute interlaken war auf den beinen.

ein ein- und erstmaliger vorgang, vielleicht sogar weltweit. zeitgenössischen musikern werden ja heute eher selten ganze plätze an bester citylage zugedacht. schon gar nicht an rockmusiker. und erst noch lebende. – hut ab, interlaken.

polo hofer hatte zu diesem grossen ereignis den richtigen satz parat:


30. Oktober 2009

19. Oktober 2009

das lächeln des svp-taliban mörgeli


die svp-nahe minarettinitiative lässt in einem onlinegame muezzine "stoppen". das ist ein neuer höhepunkt in der fortschreitenden rassistischen radikalisierung der svp-propaganda.

die widerliche fratze dazu liefert chefdemagoge mörgeli hier. sein fieses lächeln setzt er immer dann auf, wenn er jemandem mit schwerem geschütz an den karren fährt. das ist ein alter rhetorischer trick, nur scheint er bei mögeli fix ins gesicht gemeisselt zu sein. genau wie der bart bei den taliban.

es ist unnatürlich, jemanden permanent anzulächeln, während man ihn in den senkel stellt. es ist ein fieses lächeln und läuft auf eine verhöhnung des gegenübers heraus. köppel tut das auch gerne, blocher auch, – mit einer geradezu satanischen note kriegt es blochers bruder hin.

schon der name der website, minarett-attack, ist rassistisch. würde jemand ein online game machen, in dem man zettelchen aus der gebetsmauer "auslöschen" kann und dieses spiel gebetsmauer-attack nennen, so würde das flugs und zu recht mit dem antirassismusgesetz geahndet. hier passiert nichts.

im gegenteil: es steht eine ganze volkspartei mit einem wähleranteil von gegen 30% dahinter. mit anderen worten: 30% der schweizer lassen ihre parteibosse ungezügelt die rassistensau durchs land treiben.

beängstigend irgendwie.

gewisse exponenten der svp meinen, das widerliche game herunterspielen zu können mit der aussage, es werde ja gar nicht auf die muezzine geschossen, sie würden nur gestoppt. das ist typisch für die scheinheilige und abscheuliche kriegsrhetorik der svp. ich habe mir das spiel angeschaut. sie haben recht, es wird nicht direkt geschossen. was den fall aber nicht weniger schlimm macht. der name und das logo des spiels sagen genug über die gesinnung dahinter: faschismus. kein deut besser als jener der taliban, nur einfach den hiesigen umständen und befindlichkeiten angepasst. eine art kalaschninet.

erschreckend, oder?
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16. Oktober 2009

bizarr: medien vs. vbs


diese geschichte ist typisch für das bedenkliche selbstverständnis der medienbranche:

das schweizer verteidigungsministerium vbs schaltet eine website auf, auf der diverse zeitungsartikel "richtiggestellt" werden. worauf die medienmacher aufjaulen was das zeug hält.

von pranger ist die rede. der staat würde zensuren verteilen. mit steuergeldern notabene. diese vbs-webseite würde die pressefreiheit nicht respektieren, sagt sonntagszeitung chefredaktor andreas durisch. wie bitte?

die mediengewerkschaft impressum ist so düpiert, dass sie sich und uns am liebsten ins letzte jahrtausend zurückbeamen würde:

«Eine Behörde wie das VBS, die über eine grosse Presseabteilung verfügt, kann doch aber einen Leserbrief schreiben oder wenn etwas falsch ist, eine Gegendarstellung verlangen»

das statement von impressum chef dütschler muss man also zwischen den zeilen lesen: "es sollen bitte alle so tun, als gäbe es das internet nicht."

mit anderen worten: sie haben gar nichts begriffen, die medienfritzen. zuerst fahren ihnen die blogger an den karren und jetzt auch noch das vbs. schrecklich. so schrecklich, dass tagesanzeiger/newsnetz nicht mal auf die betreffende vbs-seite verlinkt.

solcherart wehleidigkeit kennt man auch im privaten bereich. wer gerne und oft austeilt, kann meistens schlecht einstecken. dieser wesenszug ist ergo bei medienleuten besonders weit verbreitet resp. ausgeprägt. aber er vertägt sich so gar nicht mit der neuen zeit und ihrem neuen medium, dem internet.

dort funktioniert es so: im internet können ALLE ihre meinung sagen – unbedeutende winzblogger wie ich und auch das (etwas bedeutendere) schweizer verteidigungsministerium. nahezu alle können ihre gegendarstellung eigenständig publizieren. ob man leser findet, ist eine andere frage. aber das ist nun mal das wesen des internet: das publikationsmonopol der journalisten ist passée.

die journalisten nehmen zu recht für sich in anspruch, schreiben zu können, was sie wollen, gestehen aber genau diese freiheit anderen playern, in diesem fall dem vbs, nicht zu.

wie bizarr ist das denn?
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14. Oktober 2009

13. Oktober 2009

freakshow: köppel mit palästinensertuch

roger köppel, eigner und chefredaktor der weltwoche, tritt in seinem neuesten videokommentar mit einem palästinensertuch auf. dies ausgerechnet in der ausgabe, in der er in die debatte um das antiminarettplakat eingreift.

was er uns damit sagen will – mit dem palituch – bleibt ein rätsel.

genausogut könnte er am ende die frage stellen: wo geht's hier zum panamakanal?

via infamy
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10. Oktober 2009

wie das internet funktioniert



via CH Internet Szene
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ueli, al akbar



gut – von heute auf morgen klappt das nicht mit der besten armee der welt. das war sich ueli bewusst. dass es aber im innersten der truppe so heavy daherkommen würde , hätte er, wie aus gut unterrichteten kreisen verlautet, nicht gedacht.

wir sind gespannt auf seine massnahmen.
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7. Oktober 2009

der neue tagesanzeiger ist eine enttäuschung


beim ersten durchblättern fand ich: der neue tagi ist eine enttäuschung. nach gut einer woche finde ich: der neue tagi ist eine enttäuschung.

im vergleich zu den erwartungen, die der verlag weitgehend selber hochgeschraubt hat, ist das resultat nicht nur mager, sondern stellenweise irritierend.

fangen wir vorne und oben an: der zeitungskopf wurde auseinandergerissen. das datum, die preise und die anderen verlagsangaben stehen jetzt links neben den teasern. damit wurde erstens die alleinstellung des zeitungskopfs aufgegeben, um zweitens mehr weissraum um die inserate zu schaffen. ob das für die glaubwürdigkeit eines qualitätsbrands gut ist, möchte ich bezweifeln.


der zeitungskopf ist auch typografisch nur suboptimal gelöst. die baseline ("die unabhängige ...") unter dem titel hängt seltsam verloren in der luft. das inserat auf der rechten seite ist in der 6. spalte linksbündig angeschlagen und hinterlässt damit in der rechten oberen ecke das gewisse nichts. der zeitungstitel ist zwischen den beiden inseraten nicht ganz in der mitte – vorher war er das. die seltsame platzierung dieser elemente stiften viel unruhe.

der kommentar wurde von der front auf die 2 verschoben. ein schock. warum das denn? wollte man nicht mehr analyse und einschätzung? und ist der platz auf der 2 ganz oben wirklich der richtige platz? wäre – wenn schon – die 3 als aufschlagseite (beim blättern sieht man zuerst die 3 und dann erst die 2) nicht viel besser gewesen? und: das kurzfutter in der freigewordenen spalte sorgt weder für tiefgang noch für unentbehrliche orientierung, sie macht die titelseite eher unruhig. kurz und gut: die verschiebung des kommentars nach hinten ist ein schritt in die falsche richtung.

die titelseite sieht jeden tag anders aus:


absicht oder unausgereiftes konzept? gewiss, ein redesign ist nicht am ersten erscheinungstag in stein gemeisselt, da kann in den ersten tagen durchaus eine feinjustierung vorgenommen werden. aber gleich jeden tag eine komplett andere titelseite? falls das wirklich als "ausprobieren" gedacht ist – bei mir kommt es irritierend an, irgendwie werd ich das gefühl nicht los, dass sie nicht wissen, was sie wollen.

es mag haarspalterisch sein, aber auch folgendes beispiel deutet auf ein unausgereiftes konzept hin:


am ersten tag erschien das blatt mit einem fettgedruckten und hässlichen datum, ab dem zweiten tag dann mit einer mageren schrift. solche typografischen details werden normalerweise in der konzeptphase geprüft und gelöst.

die typografie ist zu vorher ganz allgemein eine verschlimmbesserung. die titel werden fast überall an die obere begrenzungslinie angeschlagen, darunter viel weissraum und dann erst folgt der text. der titel ist näher am oberen text als am unteren, den er eigentlich betrifft. dieser seltsame umgang mit weissräumen ist doch etwas sehr geschmäcklerisch, einer sinnvollen leserführung dient er jedenfalls nicht, im gegenteil, er irritiert und ignoriert die sehgewohnheiten der leser.


strehle tut das in einem interview als geschmacksfrage ab und betont im interview bei roger schawinski (ab minute 45), das neue layout sei von zwei schweizer profis (alarm) gemacht worden und habe in der branche viel lob erhalten. wo bitteschön fand dieses lob statt? in privaten gesprächen mit befreundeten grafikern? unglaubwürdig.

meine vermutung: man will auf biegen und brechen anders sein als alle anderen und darum macht man es so, wie man es eigentlich nicht machen sollte. dass grafiker bisweilen sämtliche regeln der leseführung über bord werfen, nur um sich von anderen druckerzeugnissen abzuheben, ist nichts neues. dass ein verlag wie die tamedia darauf reinfällt aber schon.

auch die neue autorenzeile muss mit solchen eitelkeiten zu tun haben. war sie früher alleingestellt und gab dem autor ein gewisses gewicht, ...


... ist sie heute an den text angeklebt und sieht aus wie ein zwischentitel.


schön ist das nicht und logisch auch nicht.

dann hat es da auf gewissen seiten diese pastelligen balken, heute z.b. auf der seite 3 in zartrosa:


manchmal kommen diese balken, manchmal nicht. schaut man genauer nach, finden sie sich jeweils auf seite 2 und/oder 3 eines bundes. aber eben nicht täglich und nicht in jedem bund. was wollen sie uns sagen? spezialthema? meinungsseite? exklusiv? aaahhh... bei noch genauerem hinsehen kommt man der sache näher, es könnte sich um ein schwerpunktthema handeln und alles unter dem pastelligen balken gehört dazu. eine orientierungshilfe also. möglich, dass das andere leute sofort gemerkt haben. aber auch dieses detail hätte man besser lösen können.

soweit einige bemerkungen zur form. und der inhalt?

ich hätte mir gewünscht, dass sie die unsägliche rubrik "jetcetera" ersatzlos streichen. erstaunlich, dass das nicht geschehen ist. interessiert es den aufgeklärten qualitätszeitungsleser wirklich, mit wem weltfremde stars gerade rummachen oder wo sie gerade kinder shoppen?

und sonst? ja, es hat gefühlt etwas mehr längere texte und etwas mehr schwerpunkte. auf gute und grössere bilder wird sichtlich mehr wert gelegt. das tv programm scheint etwas "seriöser" geworden zu sein.– ansonsten ist alles beim alten. gefühlt.

was gänzlich fehlt ist eine art anbindung ans internet. die gedruckte zeitung tut so, als gäbe es sie online gar nicht. und umgekehrt. das finde ich ziemlich bedenklich.

unschön an diesem relaunch ist auch dies: tagi online wollte am ersten tag von den lesern wissen, wie der neue tagi gefällt. man konnte abstimmen und kommentieren. die kommentare sprudelten bis zur nr. 88, die meisten negativ – dann wurden sie gelöscht. das ist im hause tamedia nichts neues). die abstimmung steht da zwar noch, aber das resultat wird nicht mehr angezeigt. höseler, elende. so sagen wir solchen vorgängen im bernbiet.

insbesondere dann, wenn man den relaunch mit solchen inseraten begleitet und grossspurig interesse an der lesermeinung ins land trompetet:


in der talksendung doppelpunkt behauptete roger schawinski, 90% der onlinekommentare zum neuen tagi seien negativ gewesen und dann fragte er den tagi-co-chefredaktor res strehle, wie er mit dieser massiven kritik leben könne. seine antwort (ab minute 39) ist sehr erstaunlich – im wortlaut:

"die reaktionen im internet... ähm... sind... ähm... muss man relativieren... ähm... da ist eine gewisse bloggerszene, die vieles runtermacht... ähm... da bin ich nicht so beunruhigt...".

obwohl sich bisher kaum eine hand voll blogger mit dem tagi redesign überhaupt beschäftigt haben (dieser blogpost ist meines wissens der erste längere), sollen ausgerechnet die blogger all die miesen kommentare in die tagi website geschrieben haben. das ist lächerlich und inkompetent. herr strehle hat offensichtlich wenig ahnung, wer bei ihm online kommentiert, denn blogger sind es definitiv nicht. überhaupt: man höre sich dieses interview an und es behaupte noch jemand, da verbiege sich einer nicht bis zur unkenntlichkeit. es ist ein jammer.

fazit: der neue tagi ist eine riesige enttäuschung.
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28. September 2009

wie frauen ticken vol. II

hier wiedermal ein beitrag aus unserer beliebten serie "wie frauen wirklich ticken" – film ab:



noch fragen?

via dworni
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alle optionen


eine frömmlerin als miss schweiz? hat gott das erlaubt?

zum thema partnerwahl sagt sie:

Ich glaube, Gott bestimmt, mit wem man das Leben verbringt. Entweder wir bleiben zusammen bis ans Lebensende oder Gott wird uns den Weg weisen.

mit anderen worten: alles easy hey, solang ich keinen besseren finde, behalt ich meinen alten freund, wenn mir aber gott den weg zu einem vermögenden promi weist, dann solls mir auch recht sein.

gott lässt eben alle optionen offen. auch doppelmoral.
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24. September 2009

wo die medienkrise lebt und lebt und lebt


es ist quartierfest und der schreiner um die ecke hilft tatkräftig mit, wurststände und festbänke zu bauen. kommt der lokalreporter und fragt den schreiner: so, läuft ihre bude so schlecht, dass sie sich hier die zeit mit wurstständen vertreiben?

sowas in der art tat der qualitätsjournalist reto huntziker vom newsnetz mit frank bodin, einem der bekanntesten werber der schweiz. er fragte ihn: haben sie derzeit so wenig aufträge, dass sie zeit dafür haben? (für ein inserat gegen die minarett-initiative, siehe bild oben).

noch bescheuerter die frage: werber die politisieren – finden sie das in ordnung? der qualitätsjournalist reto huntziker unterstellt mit dieser frage, dass politisierende werber weniger okay sind als politisierende juristen, wirtschaftsbosse, professoren, schauspieler oder schreiner. was für ein unfug.

und der tiefpunkt qualitätsfreier investigation: für welche anderen politischen themen würden sie sonst noch werbung machen? – für den herrn vasella würde die entsprechende frage dann lauten: für welche anderen seuchen würden sie sonst noch pillen machen?

was für eine medienkrise.
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23. September 2009

grosshuren


dass erfolgreiche künstler dann und wann auch zu grosshuren werden, ist nichts neues. fotografen scheinen derzeit besonders anfällig zu sein.

die amerikanische starfotografin annie leibovitz ist schon seit einiger zeit mit ihrem bankrott in den schlagzeilen. ihr aufwändiger lebenstil liess ihr keine andere möglichkeit mehr, als sämtliche rechte an ihrem lebenswerk einer darauf spezialiserten venture capital bude zu verpfänden. für läppische 24 mio. dollar.

jetzt lesen wir, dass michel compte, der schweizer starfotograf, der gerade im museum für gestaltung ausstellt, ähnliches widerfahren ist. er hat sein archiv an einen deutschen privatinvestor mit firma auf den british virgin islands verscherbelt, der aus dem riesigen fundus mindestens 75 mio. dollar rausholen will.

wenn künstlerstars wegen ihrem zu aufwändigen lebensstil die gesamtrechte ihres werks verscherbeln müssen, bevor sie gestorben sind, ist das eigentlich schon bescheuert genug. dass sie das dann ausgerechnet mit spekulanten tun, ist nur noch peinlich.

es ist schon so: gegen den kunstmarkt ist die börse ein kindergarden.
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18. September 2009

pfuschen, vermischen, kuscheln

war da nicht mal was mit schweizer geiseln in libyen? war da nicht ein wochenlanges mediengetöse um das ungeschickte vorgehen unseres bundesrats merz? war da was?

die letzte meldung dazu ist bei google news 9 tage alt, die vorletzte 2 wochen. inzwischen ist ja auch bekannt geworden, dass eine der geisel in tunesien ferien gemacht haben soll und sogar beim libyschen premier ein und aus geht. geiseln?

ich wiederhole mich nicht ungern: geiseln waren das nie so richtig. dass man sich als staat und als citoyen überhaupt mit solchem unfug befassen muss, ist bemühend. es gäbe wichtigeres. aber vielleicht ist das genau der punkt: die ablenkung vom wichtigeren.

war da nicht mal was von einem militäreinsatz gegen piraten? erinnert sich noch jemand an die lächerlichen schlagzeilen im januar? an den blinden aktionismus der politiker? jetzt hat der nationalrat den einsatz gebodigt. und wir sollen es gut finden, dass er darüber geredet hat.

nun, es war viel lärm um nichts. denn die idee, 30 schweizer soldaten in eine eher lose militäraktion auf hoher see zu integrieren, ist zu schräg, um sie überhaupt ernsthaft zu diskutieren. wer trotzdem ein solches getöse darum macht, steht im verdacht, von anderen, wichtigeren dingen abzulenken.

ein letztes beispiel: war da nicht mal was mit schweinegrippe? meine nerven – wochenlang ein gewaltiger tsunami mit heftigstem mediengetöse und hyperaktivem politikersprech. sogar schlatter musste ran. – und jetzt? nichts. keine schutzmasken weit und breit.
nicht das kleinste kataströphchen.

sehr dünn dagegen sind die meldungen über die medienschelte von ueli maurer. ich habe ja das heu überhaupt nicht auf der gleichen bühne wie der herr militärminister, aber so unrecht hat er bei barte von gutenberg ja nicht:

Viele Medien nehmen den Informationsauftrag nicht ernst. So legen sie den Boden schlecht: Pfusch ist da an der Tagesordnung. Schnellschüsse und Kurzschlüsse, Sofort-Umfragen, Sofort-Erklärungen, Sofort-Geschichten füllen die online-Zeitungen, die Tageszeitungen, die Radio- und Fernsehprogramme. Aus dem Internet gegoogelt und schrill umformuliert, werden aus Nichts Schlagzeilen und aus Wenig Texte.

insgesamt kritisiert maurer drei dinge, die die medien falsch machen: pfuschen, vermischen, kuscheln. seine rede ist lesenswert, und sie ist bemerkenswert, immerhin spricht ein bundesrat erstmals solchen klartext vor versammelter verlegerschaft.

das problem ist nur, dass bundesrat maurer und seine partei genau diese "schwachen" medien allzu gerne als multiplikatoren einsetzen. maurer selbst war als parteichef jahrelang der erste vorbeter von kurzlebigen, provokativen und kruden schlagzeilen. gäbe es die von ihm hier angemahnte medienlandschaft, wäre seine partei wohl nicht auf so hohe wähleranteile gekommen.

und jetzt? den verlegern ist an ihrer tagung nicht viel mehr eingefallen als das einfordern von subventionen. sie stehen also, zusammen mit den journalisten, weiterhin im verdacht, von der neuen medienwelt noch nicht wirklich viel begriffen zu haben. beispiel gefällig? hier versucht sich sascha lobo an zwei journalisten, die sich das internet noch ausdrucken lassen.

war da sonst noch was?
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17. September 2009

abbau von rohstoffen besteuern

rohstoffe sind das pulverfass der zukunft. ob wasser oder erdöl, metallerze oder biomasse – alles wird knapp.

seltsamerweise reagiert der markt aber auf diese verknappung überhaupt nicht. der grund:

Der Markt nimmt nur wahr, was gehandelt wird. Dass dabei die Reserven kontinuierlich kleiner werden, ist nicht Teil des ökonomischen Systems.

mit anderen worten: wir brauchen ein neues system, das den verbrauch von rohstoffen regelt (und zügelt).

die bekannten massnahmen laufen ins leere oder bewirken sogar das gegenteil, wie z.b. beim papierrecycling:

Mit dem Aufkommen des Recyclings fiel bei den Frischfaserlieferanten der Umsatz. Die Konsequenz: Die Preise sind heute tief, und Frischfasern werden insgesamt mehr verbraucht als vor dem flächendeckenden Recycling.

wer hätte das gedacht... – die lösung, so lorenz hilty von der eidg. materialprüfungsanstalt empa, könnte so aussehen:

Eine mögliche Lösung wäre ein anderes Steuersystem. Es braucht keine Ökosteuer. Heute zahlen wir Mehrwertsteuer für die Wertschöpfung, die bei der Umwandlung eines Rohstoffes in ein Produkt stattfindet. Das ist der falsche Ansatz. Statt der Wertschöpfung am Ende der Produktionskette sollte man den Abbau von Rohstoffen am Anfang der Kette besteuern. Dann würde sich die Welt schlagartig ändern, es würden Innovationen gefördert, die viel weniger Material verschleissen.

diese und weitere spannende aussagen macht lorenz hilty in einem interview bei tagi.
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11. September 2009

er hat was gesagt


huch, der herr chefredaktor sagt mal was. immerhin.

ich verstehe zwar, dass er auf mich nicht wirklich gut zu sprechen ist, so oft wie ich ihm schon an den karren gefahren bin.

aber dass es ihn (und die ganze crew) freut, wenn sich einer seiner leser/kunden selber erledigt, ist doch eher seltsam.

überhaupt: seine reaktion ist etwas schmallippig ausgefallen, finde ich. aber das kann ja noch werden.
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8. September 2009

fisch auf trottoir



der kunde in obigem video, der fisch- und feinkostladen fisch franke in frankfurt, hat seinem werber vermutlich gesagt: ich brauche mehr leute im laden, lassen sie sich was einfallen.

das hat mir vor ein paar jahren auch mal einer gesagt, ein optiker. wir haben die aufgabe mit einer plakatserie gelöst, die sich der optiker vor den laden aufs trottoir stellen konnte:

bild zum vergrössern anklicken

die schilder wirkten, der optiker war zufrieden. (die ganze serie gibts hier)

der fisch- und feinkosthändler war sicher auch zufrieden, falls der auflauf vor seinem laden auch wirklich kunden in seinen laden gebracht hat. die idee des fischbassins als plakat ist ja auch wirklich sehr gut. darauf muss man erst mal kommen und dazu muss ein kunde auch zuerst mal ja sagen (und bezahlen).
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7. September 2009

roboter: schnell, sauschnell



via archispass
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Journalisten aller Länder: Bitte hierlang.
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kokainbesteck als kundenprämie

die scheinheilige antiraucherkampa prügelt auf alles ein, was ihren ideologischen zielen nicht in den kram passt. neuestes fundstück:

In der aktuellen Verordnung zum Schutz vor Passivrauchen wird gefordert, dass die Kennzeichnung von Raucherbetrieben keinen Werbecharakter aufweisen dürfe.

die SW hat zu dieser abstrusen idee eine stellungnahme abgegeben:

"Entweder entsprechen diese Räume den gesetzlichen Bestimmungen und sind damit legal oder sie sind es nicht. Es ist nicht einzusehen, warum legal betreibbare Räume nicht beworben werden sollen.» Nicht nachvollziehbar sei, inwiefern eine werbewirksame Aufschrift und Deklaration einem Nichtraucher Schaden zufügen könne. Denn: Kein Nichtraucher würde sich durch eine Werbeaufschrift und sei sie noch so attraktiv, dazu verführen lassen, ein Raucherlokal zu betreten."

dem gibt es nichts hinzuzufügen.

ausser der bemerkung, dass die antiraucherkampa doch langsam etwas bizarre züge anzunehmen beginnt und sich damit etwa gleich lächerlich macht wie das scheinheilige cannabisverbot.

beispiel: schon seit vielen jahren werden an jedem schweizer kiosk ganz zuvorderst zigarettenpapiere ab rolle oder im langformat angeboten. da selbstdreher hierzulande eher eine ausnahmeerscheinung sind und niemand zigaretten mit papier ab rolle dreht, ist davon auszugehen, dass die kioske des landes mit den ca. 250-500'000 kiffern sehr hohe umsätze mit den raucherutensilien einer illegalen droge machen. sonst würden sie dort ja auch nicht an derart prominenter stelle angeboten.

vermutlich wird man kokainbesteck schon bald als kundenprämie im supermarkt erhalten.

via werbewoche
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2. September 2009

texter's knochenjob



sehr gut gemacht: einen text so zu setzen, dass die aneinanderreihung der sätze sowohl vorwärts wie auch rückwärts einen sinn ergeben, muss ein ganz besonderer knochenjob sein. chapeaux.

was in diesem spd-wahlspot inhaltlich geboten wird, interessiert mich hier nur zweitrangig. die phrasendrescher des apparats haben hier wie dort wenig zu sagen.

via sascha lobo
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25. August 2009

merz scherzt schlecht

man reibt sich verwundert die augen. der naive sololauf des appenzellers merz rund um die zelte des lybischen despoten gaddhafi ist nur noch ein schlechter scherz. aber die unmögliche aktion passt ins bild eines höchst verwirrten bundesrats, der auch in andern krisendossiers eine orientierungslose figur abgibt.

das scheinheilige gedöns, es gehe um die geiseln, kann ich auch nicht gelten lassen. ich habe mit diesen leuten nur wenig bedauern. wer in einer diktatur arbeiten geht, in der einer der weltweit durchgeknalltesten und unberechenbarsten despoten regiert, der weiss um sein risiko. und so dumm gelaufen ist es für die zwei schweizer ja auch wieder nicht. sie konnten in der botschaft rumlümmeln und waren mit allem erdenklichen luxus ausgestattet.

die politiker sagen, lybien sei ein wichtiger handelpartner für die schweiz. das ist mumpitz. auf der exportrangliste steht lybien gerade mal auf platz 62, letztes jahr sind produkte für läppische 282 mio. exportiert worden, umgekehrt wurde aber öl für 3.3 milliarden importiert. hallo?

wir könnten es uns locker leisten, die diktatur lybien als geschäftspartner schlicht zu streichen. zumahl die oben genannten umsätze zum grössten teil von abb, nestlé und novartis generiert werden. das würde bei denen keinen einzigen arbeitsplatz kosten, sag ich jetzt einfach mal so. im gegenteil, die schweiz könnte sich profilieren und postitiv von sich reden machen.

aber ich weiss: das sind fromme wünsche. die politische realität ist mehr denn je eine wirtschaftliche realität. – das müssen wir ändern.
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21. August 2009

greenpeace kontert rwe-video

der energieriese rwe hat ein video produziert, in dem er sich sehr viel grüner gibt, als er eigentlich ist (oben). mit solchen übertreibungen ist rwe nicht allein, das tun heute viele, um ein lippenbekenntnis in grün kommt man heute, so meinen die pr-strategen von gestern, nicht mehr herum.



neu ist, dass man die virals jetzt auch kontern kann, was greenpeace in diesem fall getan hat.



gut so.

via pr-blogger
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22. Juli 2009

AutofreieOrte.com ist online


im herbst 07 suchte ich aus einer laune heraus im internet nach autofreien orten à la zermatt oder mürren. ich war sehr erstaunt, dass es kein portal für solche orte gibt. gerade im tourismus gibt es für quasi alles ein dutzen portale.

ich war also auf eine marktlücke gestossen so gross wie ein schwarzes loch. na ja, eine nische wie im bilderbuch ist wohl richtiger. dann kam ich ins grübeln. es war mir unverständlich, dass all diese einmaligen ferienorte keine heimat im internet hatten.

ich schrieb ein exposé, legte es weg, stolperte wieder drüber, recherchierte weiter, staunte. ich fand neben den berühmten "autofreien" wie venedig, zermatt oder hiddensee immer mehr solcher ferienorte. wunderbare orte.

irgendwann war das konzept dann fertig, in den letzten paar monaten wurde das projekt konkret und heute ging AutofreieOrte.com online.

die medienmitteilung dazu findest du hier.

ich wünsche allen eine schöne reise.
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2. Juli 2009

gaunerzinken?


web 2.0 ist ja schön und gut, aber die menschen teilen ihr wissen seit urzeiten mit einem freien medium.

schon mal was von zinken gehört? zinken sind grafische zeichen, mit denen die leute ihr wissen teilten, die sog. mitteilungszinken. zur anwendung kamen sie in den verschiedensten lebenslagen: wo muss man arbeiten für eine mahlzeit? wo wohnt der polizist? wo geht der weg nach X lang? wo sollte man eher fromm betteln und wo gerade nicht?

ich erinnere mich an die 80/90er, da war hin und wieder die rede von zinken. wikipedia dazu:

Kennzeichnungen in der Tradition der historischen Zinken werden auch in der Gegenwart benutzt, oft in Zusammenhang mit Bettelei und Wohnungseinbrüchen. In den 1990er Jahren traten in Österreich Einbrüche in Verbindung mit Zinken so häufig auf, dass die Lokalpresse warnende Berichte darüber veröffentlichte. In den 1980er Jahren verschwanden in Italien Fernlastzüge mit wertvoller Fracht, nachdem sie zuvor mit Geheimzeichen gekennzeichnet worden waren. Drückerkolonnen, Sektenvertreter und Prospektverteiler platzieren grafische Zeichen an Haus- und Wohnungstüren.

Eine sehr moderne Variante mit alten Mitteln ist das so genannte WarChalking (engl. chalk ‚Kreide‘), bei dem offene oder öffentlich zugängliche WLANs kenntlich gemacht werden.

an unserer haustür sah ich schon beim ersten besuch ein grafisches etwas, das mich an einen gaunerzinken erinnerte (bild oben). heute hab ich endlich mal nachgeschaut. falls es wirklich ein gaunerzinken wäre (eine art "stenografierter ;-), würde er "bissiger hund" bedeuten.




aber hier gab es aber zumindest in den letzten 15 jahren keinen bissigen hund. wir haben hier nur selbstschussanlagen, natozäune und edelzwicker.
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29. Juni 2009

sag irgendwas!


der neue auftritt der sp schweiz ist etwas irritierend. am meisten zu reden gibt dabei der radikal kurze slogan – "ja".

roger schawinski frotzelt bei persönlich.com, die svp würde bald mal mit "nein" kontern und die fdp dann mit "jein" nachziehen. der rest dieses stammtischwitzes ist schnell zu ende gedacht: die cvp sagt "na ja", die bdp "nein, aber". für die grünen würde vielleicht ein mantramässiges "jom" noch passsen. aber bitte mit grafisch umgesetzter mantraphrasierung.

ich halte den slogan für eine ungewöhnlich schlechte arbeit eines gewöhnlich erstklassigen werbers. – schon auf regionalstufe versteht man das allerweltswort aka slogan nicht mehr, wie dieser blogpost des langenthaler sp-stadtpolitikers retoM. zeigt. das gejaule einer klassischen sp stammtischrunde kann man sich auch gut vorstellen. und das gejohle in den feindlichen parteizentralen landauf landab erst recht. hüstel.

die neue website zum neuen slogan sieht aus wie die website der jusos aussehen sollte, denn facebook schreit dich zuvorderst an, als sei es mit dem zum sp-rot kontrastierenden facebook-blau eine art jugendalibi. dass es doch nicht juso sein kann, sondern das gute alte sp dampfschiff, merkt man an der prominenten ankündigung einer kunstausstellung im zentralsekretariat. titel: "porträts, körper, landschaften". vermutlich eine wanderausstellung, die zuletzt im altersheim oerlikon zu sehen war.

auch sonst hat man bei der sp schweiz zum web 2.0 trotz schreiendem facebook banner noch nicht wirklich "ja" gesagt. unter dem unkreativen titel "Sag Ja!" heisst es prominent zuoberst: "Die SP hat ein neues, frisches Gesicht und eine positive, klare Botschaft." ein teaser, der auch bei einem wellness spa oder einem dieser dubiosen motivationstrainer stehen könnte. dann kann man auf "anschauen und hören" klicken und kommt nicht etwa zu einem youtube video oder noch besser einem screencast, sondern man muss sich ein wmv-video runterladen. WEE-ÄM-VAU! ein format aus dem letzten jahrtausend!

und diese ausrufezeichen überall! sie sind das klassische protesttranspi der klassischen sp-sprache! auf der oberen hälfte der startseite gibt es gleich vier davon! vier zu viel. die sp ist ja eine soziale partei und kein supermarkt, der einem sein geilstes dumpingangebot in die birne hämmert (sozial ist geil!). überhaupt gehören ausrufezeichen in der institutionellen kommunikation abgeschafft. oder am besten ganz.

ach ja, ein neues logo haben sie neben dem slogan auch noch. eine art würfel. wie man bei retoM. nachlesen kann, ist das eine anlehnung an andere europäische sp's, vor allem die deutsche. ob das, wie bei einem international tätigen konzern, wirklich sinn macht, bezweifle ich. insbesondere auch darum, weil die sp's der welt mit der roten rose ein nahezu perfektes und weitherum bekanntes logo hatten. eine derart gut eingeführte und starke bildmarke einfach zu kippen, finde ich für eine partei mit konstanten geldsorgen überhaupt nicht opportun. man könnte es sogar fahrlässig nennen.

und sonst? auf der website gibts noch einen solarshop. da kann man thermoskannen aus edelstahl oder "Sitz-/Meditationskissen mit aufapplizierter Sonne" kaufen. aufappliziert? egal – auch sonst ist das der grauenhafteste internetshop zwischen palermo und amsterdam (in einem completely anderen und totally hässlichen design und OHNE facebook fanpage). leider ist auch die videoseite nicht viel besser. alter kontent, z.t. uralt, publiziert in einem nicht einbettbaren videoformat (statt z.b. youtube). dafür kann man die medienmitteilungen mit einem php skript in die eigene website einbinden. auch das ist in zeiten von widgets und ipone apps irgendwie von vorgestern.

fazit: dieses rebranding ist misslungen, denn es ist unfertig. der etwas esotherisch anmutende slogan wird (jedenfalls auf der website) null adaptiert/weitergedacht, so dass er in variierenden anwendungen schub bekäme. nicht mal der sp-vizepräsident cedric wermuth schafft es, das neue teil auf seinem blog einzubauen. und schon gar nicht auf der juso-seite, wo der begabte jungpolitiker ja der chef ist. dafür fehlt bei juso.ch der facebook button.

der slogan steht wie ein solitär oben auf der seite und damit hat sich's. er wird nicht mal auf der französischsprachigen website an die erste stelle gerückt. abgesehen davon ist es sowieso fraglich, warum er auf der deutschen und der französischen seite zweisprachig gezeigt wird. eine italienischsprachige seite fehlt gänzlich, dabei hatte die sp ihre letzte grosse büezeraktion doch im tessin.

ja, es hat überall ein wenig web 2.0, aber nirgends richtig. im blog beispielsweise, der königsdiziplin des weg 2.0, sind gerade mal 6 sp-stars mit ihren blogs verlinkt. dabei haben lokal oder regional agierende sp blogger, von denen es etliche gibt, unter dem strich wohl mehr einfluss auf die parteibasis als die stars, die man jeden freitag in der arena sieht.

das beste an diesem neuen auftritt scheint mir: die anderen grossen parteien machen es auch nicht besser.

und schawi hat recht: reduced to the nix.
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28. Juni 2009

die dunkle seite der digitalen welt


ausgediente computer werden hierzulande beim händler oder an einer offiziellen sammelstelle entsorgt. die schicken die ganze hardware nach afrika, wo man als erstes deine kreditkartenddaten von der harddisk saugt und dein konto leerräumt.

was mit deinem alten compi sonst noch so passiert, ist ein bild des grauens.
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27. Juni 2009

wir sind qualität

ich fand es in der kulturszene der 80er und 90er immer etwas seltsam, dass sich die akteure als profi-irgendwas bezeichnen – als profimusiker, als professionelle theatertruppe, oder als hauptberuflicher schriftsteller. heute krankt die szene am gegenteil – fast jeder schreibt profilaktisch schon mal was von kunst (oder medien ;-) auf seine website.

egal – jedenfalls kommt es mir immer höchst suspekt vor, wenn jemand auf oberster obene (also etwa in der berufsbezeichnung) extra betonen muss, dass seine dienstleistung professionell ist. das hört man aus anderen metiers schliesslich auch nie. keiner nennt sich profikaminfeger oder qualitätsnotar.

das phänomen des selbstreferentiellen "ich-bin-der-beste-geschreis" hat mittlerweilen voll auf die medienbranche durchgeschlagen. google zeigt für den begriff "qualitätsjournalismus" 158'000 resultate, für profimusiker nur noch 85'000. und die grösste schweizer internet medienseite schreit es sogar zuvorderst/zuoberst auf ihrer website in die welt hinaus. mit ausrufezeichen.
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14. Juni 2009

hast du eine botschaft?

in einer filmkritik über den politthriller "state of play" in der NZZaS ist die rede von einem geflügelten wort unter alten filmmoguln in hollywood:

hast du eine botschaft, nimm die post, nicht das kino.

die autorin pia horlacher adapdiert den merksatz auf die gegenwart:

hast du eine botschaft, nimm das internet, nicht die zeitung.

das hat was. – heute bei der sonntagspresse gedacht: zwei bis drei printouts pro woche würden mir eigentlich genügen. kommentare, analysen, reportagen, alles top geschrieben, unaugeregt, schön gestaltet.
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12. Juni 2009

go for it, tagimagi

eigentlich wollte ich zur klammheimlichen abschaltung der leserkommentare beim tagesanzeiger magazin ja nichts mehr schreiben. zumindest bis sich die newslage drastisch verändert. dass das schon nach 10 tagen der fall sein würde, war nicht gebucht.

man glaubt es kaum: die kommentare sind wieder online, die leseraccounts sind wieder da.

warum auch immer – das ist ein gutes zeichen.

leider bleibt es bei diesem zeichen, es gibt auch diesmal keine offizielle mitteilung. was eine tiefebene der spekulation eröffnet.

hans saner, der schweizer philosoph, hat dazu in "anarchie der stille" einen träfen satz parat:

man kann zeichen hinterlassen, ohne damit etwas sagen zu wollen.
man kann aber nichtverhindern, dass sie etwas sagen.

ich interpretiere dieses zeichen als öffentlich praktiziertes chaosmanagement. das ist mir immer noch symphatischer als die sture strategenhaltung der andiewandfahrfreaks.

go for it, tagimagi. es ist ein echt gutes zeichen.

+ + + + +

> die info kam via kommentar bei ugugu
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