13. Oktober 2009

freakshow: köppel mit palästinensertuch

roger köppel, eigner und chefredaktor der weltwoche, tritt in seinem neuesten videokommentar mit einem palästinensertuch auf. dies ausgerechnet in der ausgabe, in der er in die debatte um das antiminarettplakat eingreift.

was er uns damit sagen will – mit dem palituch – bleibt ein rätsel.

genausogut könnte er am ende die frage stellen: wo geht's hier zum panamakanal?

via infamy
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Kommentare:

  1. Was ist denn nun am Palästinensertuch wieder nicht gut???

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  2. nun, die botschaft ist nicht klar. jahrelang mit binder und dann plötzlich bei diesem thema ein palituch, da muss doch eine botschaft sein. aber es ist keine. ausser der, es wiedermal gaaanz anders zu machen als die anderen. oder vielleicht will er nur provozieren. aber gegen was? ein freund von arafat wird er ja nicht sein.

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  3. Äh, warum genau soll das eine "Freakshow" sein, wenn jemand statt einer Krawatte mal einen Schal anzieht? Soweit ich weiss, kann man Menschen mit solchen Halstüchern täglich auf der Strasse sehen. Sind das denn alles Freaks?

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  4. @ronnie: wenn ein bekannter und umstrittener chefredaktor jahrelang korrekt krawattiert auftritt und dann bei diesem thema plötzlich mit einem palituch, ohne in seinem kommentar darauf bezug zu nehmen, dann ist das für mich eine freakshow.

    solche medienpromis sind nicht einfach menschen von der strasse, ihre botschaften haben mehr gewicht, auch die versteckten. aber selbst bei menschen von der strasse würde man sich doch wundern, wenn ein krawätteler plötzlich mit einem palituch auftaucht.

    ein palituch ist nicht einfach ein schal, sondern ein mit geschichte aufgeladenes kleidungsstück.

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  5. Ich glaube, es war der Sinn der Aktion, dass sich die Zuseher "wundern".

    Ich kann aus Berlin berichten, dass hier gefühlt jeder zweite mit so einem Tuch um den Hals rumläuft. Wer sowas als "Freakshow" bezeichnet, hält also recht viele Leute für Freaks offenbar. Mich erinnert es etwas an den "Tages-Anzeiger". Der hält ja auch Leute, die auf mich sehr normal wirken, für "Freaks":

    http://neininger.wordpress.com/2009/09/07/beim-lesen-der-zeitungen-auch-der-sonntagszeitungen/

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  6. @ronnie: wenn ein schurni sowas tut, nur damit sich die leute wundern, dann wundere ich mich doch sehr über dessen journalistisches selbstverständnis.

    ich kann aus burgdorf und bern berichten, dass hier gefühlt niemand mit solchem tuch rumläuft, ausser ein paar versprengte jungspunde.

    mich in der freakfrage mit dem tagi zu vergleichen halte ich für überheblich und unfair. oder ist das einfach berlinerisch?

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  7. Find ich nicht. Der Tagi nennt einen mit halblangen Haaren einen Freak. Du nennst einen, der ein modisches Accessoire trägt, Teil einer Freakshow.

    Was ist denn an dieser Feststellung überheblich?

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  8. @ronnie: okay, nochmals: das palituch geht gerade in diesem fall NICHT als modisches accessoire durch. erstens sieht man wie gesagt diese tücher hierzulande nur selten und schon gar nicht an leuten, die sonst ständig mit krawatte rumlaufen und sich nur privat einen schal erlauben. dass die krawatte heute weniger verbreitet ist als noch vor zwei jahren ist mir auch klar, aber die alternativen dazu heissen hierzulande garantiert nicht palästinensertuch.

    zweitens legt er das palituch ausgerechnet dann um den hals, wenn er in die minarettdebatte eingreift, das macht das "accessoire" endgültig zum fragezeichen. ich war vor dem abspielen des videokommentars überzeugt, dass er in seinem kommentar auf dieses aufgeladene kleidungsstück eingeht, dass es teil seines kommentars ist. tat er aber nicht, so bleibt es eine sinnlose attitüde mit provokationspotential à la svp – das ist irritierend und irritation ist gerade in einem kommentar nicht angebracht.

    überheblich ist, dass du auf meine argumente nicht eingehst und mich stattdessen auf einem linguistischen nebenschauplatz meines posts in eine ecke stellst, in die ich nicht gehöre. aber das ist ja nicht das erste mal – henusode.

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  9. hm, als ein einst betucht-geprügeltter (die geneigte leserschaft sei verwiesen auf: http://henusodeblog.blogspot.com/2009/01/das-halstuch-stein-des-anstosses-in.html)will ich in dieser causa gerne gestehen: der plo-köppel meint zu provozieren, wo es nichts zu provozieren gibt.

    das palästinensertuch beinhaltet längst keine politische botschaft mehr, ist vielmehr ein trendy - modeaccessoir geworden, selbst in tel aviv; so weit, so banal. oder ratlos gefragt: veraltete provokation als programm - kann das alles sei, was die donnerstägliche köppel-revue anzubieten hat? ausser, dass wieder einmal über das produkt parliert wird, versteht sich...

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  10. Während die einen über Rassismus und den Frontalangriff auf unsere Verfassung reden wollen, reden die andern über "Meinungsfreiheit", für die es angeblich eine Lanze zu brechen gilt.

    Ich bin ja durchaus der Meinung, dass die Messerstecher- und/oder Kosovo-Inserate weitaus diskriminierender und rassistischer waren, aber für eine postpupertäres WeWo-Branding reicht ein Türmchen-Inserat allemal.

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  11. Köppel hat das Outfit hervorgeholt aus den Tagen, als er noch in besetzten Häusern verkehrte. Er beweist damit seine Wandlungsfähigkeit, die er auch sprachlich beherrscht (so machte er wiedermal auf multi-kulti-urban volksnah). Auch deutet er darauf hin, dass er seine Meinung jederzeit in den Dienst von jemandem anderen stellen könnte – aber dazu müsste das Angebot wohl sehr hoch sein.

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