27. Juni 2009

wir sind qualität

ich fand es in der kulturszene der 80er und 90er immer etwas seltsam, dass sich die akteure als profi-irgendwas bezeichnen – als profimusiker, als professionelle theatertruppe, oder als hauptberuflicher schriftsteller. heute krankt die szene am gegenteil – fast jeder schreibt profilaktisch schon mal was von kunst (oder medien ;-) auf seine website.

egal – jedenfalls kommt es mir immer höchst suspekt vor, wenn jemand auf oberster obene (also etwa in der berufsbezeichnung) extra betonen muss, dass seine dienstleistung professionell ist. das hört man aus anderen metiers schliesslich auch nie. keiner nennt sich profikaminfeger oder qualitätsnotar.

das phänomen des selbstreferentiellen "ich-bin-der-beste-geschreis" hat mittlerweilen voll auf die medienbranche durchgeschlagen. google zeigt für den begriff "qualitätsjournalismus" 158'000 resultate, für profimusiker nur noch 85'000. und die grösste schweizer internet medienseite schreit es sogar zuvorderst/zuoberst auf ihrer website in die welt hinaus. mit ausrufezeichen.
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Kommentare:

  1. Hm, guter Hinweis. Habe meine Dienstleistungen auch schon mit "professionell" verunziert. Die Überlegung dahinter: immer mehr Amateure treten z.B. im Web als "Webdesigner" und "Grafiker" auf. Aber Recht hast Du.

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  2. ich habe immer recht ;-)

    die abgrenzung zu den amateuren muss man anders hinkriegen. das ist für profis, die von ihrem metier etwas verstehen (also einen background haben) kein problem. es braucht nur einen guten texter dazu ;-)

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  3. Damals zu Usenet-Zeiten haben wir uns immer über die Leute lustiggemacht, die als "professional webdesigner" herumprotzten. Vielleicht sollte man das mit den Qualitätsjournalisten auch so halten.

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