7. Juni 2009

der rolex dealer bei twitter


twitter als business tool ist ja der hype unter allen marketingfuzzis 2.0. wie das aber wirklich gehen soll, wissen nur die wenigsten, die meisten versuche sind schrott.

gestern ist mir einer über den weg gelaufen, der es nicht wirklich schlecht macht. irgendwie hat es sogar noch einen gewissen (amerikanischen) unternehmercharme.

nach federers sieg gestern nachmittag fiel mir auf, dass er auf dem siegerpodium seine uhr an seinem linken handgelenk immer sehr fotogen präsentierte. worauf ich die obige frage in meine followerrunde (the best zwischen palermo und amsterdam) warf.

die antworten kamen postwendend, und zwar deren vier:


für einen sonntagnachmittag nicht schlecht. überhaupt: ich habe schon oft eine frage gestellt und quasi sofort nützliche antworten darauf bekommen. das finde ich sehr geil. bei den meisten dieser fragen hätte ich mir zuerst lange überlegen müssen, was ich der suchmaschine nun sage, damit sie mir die richtige antwort liefert. da hat man ja nicht immer gleich die richtigen begriffe in der richtigen reihenfolge parat und verplempert für eine kleine frage schnell mal eine ganze stunde.

zu meiner nicht ganz so ernst gemeinten frage von heute nachmittag kamen also vier antworten. das muss auch mister bill shane in den usa via twittersearch locker rausgefunden haben – zwei stunden später kommt schon seine followeranfrage.

in seinen twitterstream postet er ausschliesslich angebote von gebrauchten rolex bei ebay. er ist dort powerseller seit vielen jahren und hat beste referenzen. das ist schon mal was ganz anderes als eine schlechtgemachte website, die man normalerweise auf solchen twitter accounts serviert bekommt.

mister shane wird sich kaum die mühe gemacht haben, unsere tweets zu übersetzen. es reicht im zu wissen, dass da ein paar leute über rolex zwitschern, ergo ist die chance durchaus vorhanden, dass da auch der eine oder andere potentielle kunde dabei ist. das kostet ihn jeden abend eine kurze suche bei twittersearch, ein paar followingbuttons drücken und gut ist.

viel aufwand ist das nicht, um sich so zielgruppengenau und quasi in echtzeit bei potentiellen kunden mit einem konkreten angebot bemerkbar zu machen. wenn mister shane aus diesen bemühungen nur einmal pro monat einen guten deal rausholt, dann hat sich sein aufwand mehr als gelohnt.

ps: ich will übrigens keine rolex. wenn schon würde ich eine iwc haben wollen. die machen seit jahren tolle werbung.
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Kommentare:

  1. ja, die iwc werbung ist cool! :-D

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  2. Es ist tatsächlich so, dass Twitter eine sehr coole unschlagbare Suchmaschine für gewisse Dinge sein kann. Vorausgesetzt natürlich man hat genügend Follower. Gary Vaynerchuk z.B. hat 470'000 und stellt ab und zu auch Fragen. Wenn man sich dann via Twitter-Suche jeweils die Antworten anschaut füllen die schonmal 2-3 Seiten.

    Und: ich nehme an, es war ein "Uhren-Roboter" der automatisch Leuten folgt, die gewisse Reizwörter twittern (kann man easy mit verschiedenen Twitter-Mashups selbst einrichten). Ziel: du siehst dir seine Tweets an und entdeckst vielleicht was Nützliches (z.B. ne Rolex-Kopie aus Russland ;-).

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  3. könnte ein roboter sein, könnte man aber in diesem speziellen fall locker auch händisch machen.

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  4. ach. war's jetzt doch keine maurice-lacroix? sein werbevertrag mit der firma lief ja bis zum 1. juni 2009. kann schon sein, dass er sich nun seit einer woche eine rolex umbindet. ganz ungebunden wird er seine wahl ja nicht getroffen haben. vielleicht wird er pro werbesekunden im fernseher bezahlt, was seine präsentationslust erklären würde oder vielleicht war's nur zufall...

    gewirkt hat's auf alle fälle... du willst eine uhr. ;-)

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  5. Man soll ja aber nicht irgendeine Uhr wollen, sondern genau diese oder zumindest eine von dieser Marke und ich finde, da haben manch andere gesponsorte Promis schon bessere Arbeit geleistet, was das angeht. Stand denn nicht irgendwo auf der Kleidung oder Kappe auch noch der Uhrensponsor drauf? Das ist doch eigentlich normal, denn nur von dem kurzen Anblick einer Uhr kann man ja wenn man sich nicht direkt auskennt kaum auf den Hersteller schließen.

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  6. @björn: wer sich nicht auskennt, wird auch nie eine solche uhr kaufen wollen oder können, ist also nicht zielgruppe. wer zu den potentiellen kunden in diesem segment gehört (also nur wer das geld hat und auch eine teure uhr will), weiss genau, dass federer eine rolex trägt. diese auftritte sind "nur" die bestätigung dafür, v.a. für die bestehenden kunden. imagewerbung von diesem kaliber richtet sich substantiell an bestehende kunden, weil es einfacher ist, bestehende kunden zu wiederholungstätern (cashcows) zu machen als neue kunden von einer andern marke abzuwerben.

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