21. Dezember 2009

wo gehts hier zum panamakanal?

orientierung fällt schwer in diesen tagen. alles ist etwas durcheinander geraten.

uns bloggern wird ja oft "ein rüder ton" vorgeworfen. aber so rüd wie das qualitätsportal tagesanzeiger/newsnetz sind wir noch lange nicht:


stümper? im titel? das ist hart.

viel härter als das boulevardflaggschiff aus dem gleichen verlag (tamedia) das gleiche thema abhandelt:


unglücksrabe – das ist schon so moderat, dass es von der nzz sein könnte.

oder hat der praktikant einfach die artikel vertauscht?

gut, in diesen vorweihnachtstagen drehen eh alle am limit. die allg. fiaskösen zustände lassen sich dieses jahr auch unter aufbietung zusätzlicher kreditkarten nur bedingt wegshoppen.

aber letzten endes, wer wollte das bestreiten?
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16. Dezember 2009

frisch ab front, heute: kopenhagen


die berichtertstattung aus kopenhagen (ausriss oben von newsnetz) tönt – teilweise – wie kriegsberichterstattung aus weissichnichtwo. das schlimme daran ist, dass wir uns schon fast daran gewöhnt haben. das zweitschlimmste, dass immer öfter keine andere sprache übrigbleibt, als die der kriegsberichterstattung.

das klima bleibt gereizt.
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9. Dezember 2009

lesetipps

was passiert eigentlich genau in diesem internetz? war früher alles besser? hat jemand den überblick? was wird sich verändern? was hat sich schon verändert?

in den letzten tagen gab es zu diesen und weiteren wichtigen fragen ein paar postings, die ich hier gerne weiterempfehle:

1)
frank schirrmacher, mitherausgeber der frankfurter allgemeinen zeitung faz, gibt in diesen tagen ein neues buch heraus: "Payback. Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen". der spiegel hat ein kapitel daraus vorab veröffentlicht. sehr gelungen ist die gegenrede von sascha lobo unter dem titel "Die bedrohte Elite".

2)
kathrin passig hat einen hochinteressanten aufsatz über technikmuffel und innovationsverweigerer geschrieben: "Standardsituationen der Technologiekritik".
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4. Dezember 2009

bloggerinterviews mit beckedahl, lobo, niggemeier, häusler



der berliner journalist philipp banse hat vier hoch interessante interviews mit prominenten bloggern geführt. ein spannender einblick in die schöne neue medienwelt.

weitere interviews mit sascha lobo, stefan niggemeier und johnny häusler gibts hier.
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3. Dezember 2009

gefakter professor/nzz-korrespondent im club bei sf.tv

ich habe mich am dienstag sehr gewundert, den höchst kruden "orientalisten" heinz gstrein zum wiederholten mal als talkshowgast im club bei sf.tv zu sehen. der mann erzählt jeweils furchtbar schräges zeug und gibt ganz unverblühmt den intellektuell abgeklärten islamophobiker:

«Das Minarett ist in erster Linie ein Zeichen für die Unmenschlichkeit in der muslimischen Welt – genauso wie Hakenkreuze für die KZ und Hammer und Sichel für den Gulag.»


vorgestellt wurde der scharfmacher jeweils als ehemaliger nzz-nahostkorrespondent und professor an der universität wien.

jetzt lese ich etwas konsterniert, dass der typ weder nzz-korrespondent war noch professor in wien. sowohl die uni wien wie nzz chefredaktor spillmann distanzieren sich dezidiert von gstrein und seinen aussagen.

aber es kommt noch dicker:

«Wir haben Herrn Gstrein als Referenten des Initiativkomitees eingeladen, nicht als Professor. Vielleicht wären in diesem besonderen Fall jedoch zusätzliche Recherchen angebracht gewesen», sagt die Leiterin Christine Maier.

mit anderen worten: nicht nur das initiativkomitee hat einen gefakten professor auf tour geschickt, sondern sf.tv hat ihn auch noch ungeprüft adoptiert.

da muss man doch gleich dreimal leer schlucken.

+ + + + +

update: es kommt noch peinlicher für den schlafsaal im leutschenbach: die baz hat den ollen gstrein schon am 28.11.09 als hochstapler enttarnt. trotzdem war es möglich, dass er drei tage später im club auftrat. aber offensichtlich lesen die sf-schurnis die basler zeitung nicht. man fragt sich, ob sie überhaupt etwas lesen über die scharfmacher, die sie in der heikelsten politdiskussion ever mehrmals auftreten lassen.

man fragt sich auch, warum die medien diesen politischen hochstapler erst jetzt enttarnen und ihn monatelang durch die schweiz touren lassen, ohne dass mal jemand in wien oder bei der nzz nachfragt und seine reputation überprüft.

und: dass sich einer so lange in so exponierter weise am rechten rand als nzz-korrespondent ausgeben kann, ohne dass die nzz das merkt, ist auch kaum zu fassen.

schlampiger gehts nun wirklich nicht mehr.
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24. November 2009

sf.tv: berlusconisierung im leutschenbach


jetzt hat sie also gewonnen, die frau jordi.

interessant dabei ist die hemmungslosigkeit, mit der sf.tv dieses unsägliche stück showbiz inszeniert hat:

knapp zwei dutzend artisten dürfen sich mit je einem song live in der sendung vorstellen. göla kam nicht und wurde bestraft, indem man seinen filmbeitrag noch vor dem ende kappte. frau jordi durfte nicht nur singen, sie durfte auch in der talkrunde mit kilchsperger und beni national teilnehmen (in allen sendungen). zum schluss durfte sie als einzige ein zweites mal singen. den einwand von göla und polo hofer, frau jordi werde übervorteilt, tat beni mit "kleinlich" ab und sagte noch: "italien hat berlusconi, wir haben jordi". er merkte nicht, wie wahr dieser kalauer tatsächlich ist.

dieser vorgang, diese wahl ist ein hohn. das sofakonzept mit jordi hat tatsächlich nichts mit einem fairen voting und viel mit einer berlusconisierung der denke im hause leutschenbach zu tun. vor 10 jahren wäre eine so offensichtlich getürkte aufstellung noch nicht möglich gewesen, heute scheinen bei sf.tv zunehmend jegliche ethischen bedenken an die wand gefahren zu sein. wie bei den bankern.

die einzigen glaubwürdigen artisten in diesem billigen affenzirkus waren übrigens gölä und züri west. göla liess mitteilen, er sei lieber mit seiner familie zusammen als an diesem anlass, züri west meldeten sich ins ausland ab (und wurden dann am yb match gesichtet ;-). alle anderen plasticpopper machten sich freiwillig zum partyneger.

dies ist nur das neueste beispiel von sf.tv, bei dem man sich einmal mehr fragt: ist es wirklich die aufgabe eines öffentlich rechtlichen senders, die zuschauer auf diese bedenkliche weise zu unterhalten? wohl kaum.

gleicht man diesen vorgang mit dem leitbild der srg ab, wird die schere von sein und schein erst richtig deutlich. dort werden die werte des unternehmens in 5 leitsätze gepackt: glaubwürdigkeit, unabhängigkeit, vielfalt, kreativität und fairness. nichts davon war im fall jordi spürbar, im gegenteil. das format, der moderator, das sofa – alles unglaubwürdig, einfältig, unkreativ, inkompetent und erst noch offensichtlich unfair.

wir brauchen ein solches staatsfernsehen nicht. es ist nicht aufgabe des staates, fernsehformate zu produzieren, die auf dem mist der unterhaltungsindustrie gewachsen sind, auf so tiefem niveau daherkommen und den letzten dreck als unterhaltung anmalen. es reicht, wenn das die privaten tun.

sf.tv inszeniert und hypt ein startum, das für den sozialen zusammenhalt und die entwicklung der jugend alles andere als förderlich ist. in diese kategorie gehört neben der jordi show nicht nur das unsägliche format musicstar, sondern auch peinlichkeiten wie glanz & gloria, grand prix der volksmusik oder die miss schweiz wahl. alles formate, die nichts anderes tun als dem cervelat-showbiz zudienen und ein bildungsfernes publikum noch träger macht, als es eh schon ist.

liesse man all diese wischiwaschi-cervelatpromis weg, könnte man das ganze sf.tv auf die hälfte runterfahren und einen coolen informations-, bildungs- und kultursender daraus machen.

ich weiss, das ist pures wunschdenken. zu radikal. wobei: es sind an allen ecken und enden dieser gesellschaft unkonventionelle lösungen gefragt. anders ist die tsunamihafte weltproblemliste nicht in den griff zu kriegen. wenn überhaupt.

übrigens: berlusconi ist soeben vom italienischen rolling stone zum rockstar des jahres gekürt worden. frau jordi, so ist zu vernehmen, hat dem cavaliere per sms gratuliert.

ts...
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22. November 2009

schweinebutton aka armbinde


schweingrippe auf allen kanälen. grässlich.

und jetzt noch dieser button* aka armbinde. total daneben.

wo soll das noch hinführen?

* herausgegeben vom kinderspital zürich, bild: ausriss NZZaS
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21. November 2009

wie die netzwerkkultur die gesellschaft verändert

ein sehr interessanter und erhellender vortrag (35') von peter kruse*. für netzbewohner und solche, die es immer noch nicht wahrhaben wollen: es bleibt nichts, wie es war.



hier die charts zum vortrag (am bildrand kann man blättern):

Lpr Forum Medienzukunft


* Peter Kruse ist ein deutscher Psychologe mit dem Schwerpunkt Komplexitätsverarbeitung in intelligenten Netzwerken sowie Leiter des Methoden- und Beratungsunternehmens nextpractice in Bremen. Kruse lehrt als Honorarprofessor für Allgemeine und Organisationspsychologie an der Universität Bremen. Im Rahmen seiner interdisziplinären Tätigkeit widmet er sich vor allem der Nutzung von kollektiver Intelligenz zur Förderung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse.

via leander wattig
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5. November 2009

katholischer medienpreis für andré marty


bloggerkollege andré marty erhält den katholischen medienpreis 2009. nicht explizit für sein blog, sondern für seine tätigkeit als nahost korrespondent des schweizer fernsehens.

die bischöfe begründen ihre wahl u.a. so:

Mit der Verleihung des Medienpreises werde die «unparteiische und mutige Berichterstattung» Martys gewürdigt … Marty zögere nicht, sich zu exponieren, wenn es seine Tätigkeit als Journalist erheische.

das kann man so sagen.

auch den bischöfen dürfte jedoch nicht entgangen sein, dass sich andré vor allem auch in seinem blog exponiert.

hier die ganze sda meldung:

Bern (sda) Der Katholische Medienpreis 2009 geht an den Schweizer Fernsehjournalisten André Marty. Mit dem Preis zeichnet die Medienkommission der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) die Arbeit des Korrespondenten des Schweizer Fernsehens SF aus, der von Israel aus über das Geschehen im Nahen Osten berichtet.

Mit der Verleihung des Medienpreises werde die «unparteiische und mutige Berichterstattung» Martys gewürdigt, heisst es in einer SBK-Mitteilung vom Donnerstag. Marty zögere nicht, sich zu exponieren, wenn es seine Tätigkeit als Journalist erheische.

«Er versteht es ausgezeichnet, über das politische Geschehen und über die Situation der Religionsgemeinschaften im Nahen Osten zu berichten.» In den Beiträgen Martys spiegle sich die Vielschichtigkeit der Probleme des Zusammenlebens der Völker und Religionsgemeinschaften im Heiligen Land und die Bedeutung der Präsenz der christlichen Minderheit «als Sinnbild für die Hoffnung des Evangeliums auf Frieden für alle Menschen».

Marty wird den Medienpreis am 30. November in Luzern in der Hofkirche aus den Händen des Medienbischofs Dr. Peter Henrici entgegennehmen.


ich gratuliere andré herzlich zu dieser auszeichnung.
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3. November 2009

damen, amen


das schweizer zentralorgan für die modern getunte frau, die annabelle, hat eine neue website gelauntscht. zu diesem anlass hat man sich ein extraordinäres give away einfallen lassen: den annabelle frauen-browser.

an fraunendisco, frauenboxen und frauen als fussballmoderatorinnen hatten wir uns ja schon fast gewöhnt. aber auf einen frauenbrowser waren wir nicht gefasst. eine ganz neue dimension der emanzipation 2.0 ist da am anrollen.

bald wirds bei itunes die ersten frauen-app's geben (the next shoe shop). bei tomtom ein frauen-navi (empfiehlt nur breite strassen). bei amazon einen frauen-kindle (zeigt nur kurze sätze).

dass ich das noch erleben darf.
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2. November 2009

es gibt nichts, was es nicht gibt: fliegenflieger


vor ein paar wochen hab ich aus jux diese bastelanleitung ins blog gestellt.

und jetzt das:



merke: es gibt nichts, was es nicht gibt.

via @eichbornverlag
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