22. Januar 2008

k-tipp klaut iPhone-icons


eine kleine, aber pikante geschichte
hat das blog plagiat.ch aufgedeckt: das printmagazin "k-tipp" der weltberühmten konsumentensendung "kassensturz" benutzte drei iPhone-icons für seine eigenwerbung in sachen leserbindung. die icons wurden ziemlich plump übernommen und lediglich farblich etwas abgeändert. eher unschön für DAS konsumentenmagazin, das sich als hüter von redlichkeit und fairness zu recht einen guten namen gemacht hat.

offensichtlich ist das blogmonitoring der kassenstürzler nicht das schnellste, aber immerhin haben sie offensichtlich eins – nach 12 tagen machen sie nun plagiat.ch das leben schwer. statt die geschichte einfach im kommentarfeld von plagiat.ch aufzuklären und sich allenfalls für den übereifer des grafikers zu entschuldigen (wie sie das von ihren "klienten" dauernd verlangen), fordern die kassenstürzler die plagiat-blogger nun auf, den post zu löschen.

man werde die iPhone-icons wieder rausnehmen, lässt der k-tipp verlauten, weil man wolle ja keine werbung für iPhone machen. bei dieser infantilen aussage bleibt einem schon mal die luft im halse stecken. aber es kommt noch dicker. der kasstensturz schreibt:

Es besteht kein Vertrag zwischen dem K-Tipp und Apple. Deshalb sind auch nie irgendwelche in der Schweiz nicht bestehende Rechte von Apple anerkannt worden.

aha... diese juristische auslegung ist für ein konsumentschutzmagazin doch sehr interessant. dann ist es also so, liebe kasstenstürzler, dass man nur oder vor allem dann etwas kopieren darf, wenn man mit dem urheber keinen vertrag hat? mit anderen worten: sobald ich ein iPhone besitze, darf ich die icons nicht kopieren und wenn ich keins besitze darf ich? dann sind also z.b. all die kopien von rolex-uhren und nike-turnschuhen null problemo, da ja kaum einer der chinesischen fälscher mit rolex oder nike wirklich einen vertrag hat?

mit verlaub, lieber kassensturz, das ist ziemlich grosser unsinn. würde einer eurer "klienten" sowas verzapfen, würde das der ueli schmetzer mit einem ganz hämischen grinsen und einem ganz bösen spruch quittieren.
.

19. Januar 2008

Das Magazin im erklärungsnotstand

jetzt mal schön der reihe nach:

das tagimagi lehnte inserate der "erklärung von bern" ab, weil die headlines zu provokant und ausserdem "einfach pubertär" seien. eine der headlines lautete:

"Gewisse Konzerne stinken zum Himmel"

die EvB musste die texte abändern und abtemperieren (z.b. in "Gewisse Konzerne handeln unsauber"), mehr dazu bei der werbewoche und bei persönlich.

soweit so krud. in der heutigen ausgabe druckt das tagimagi unter der rubrik "bekenntnisse" die folgenden aussagen des liedermachers tinu heiniger (den ich sehr mag und mit dem ich in den 80ern eng zusammenarbeitete) ab:

Was ich nicht mag: Vorbeter, Nachahmer, Mitesser, Wiederkäuer, Hochstapler, Einbrecher, Ausgrenzer, Abzocker, Hohlköpfe, Geizhälse, Dumpfbacken, Schulterklopfer, Bauchpinsler, Schlappschwänze, Lahmärsche, Arschlöcher, Haarspalter, Blutsauger, Nervensägen, Schaumschläger, Schleimscheisser, Klugscheisser, Unterhaltungsbrunzer, Papiertiger, Salonlöwen, Finanzhaie, Hornochsen, Graumäuse, Schmutzfinken, Kampfsäue, Kampfhunde, Lumpenhunde, Sauhunde, Lackaffen, Schafsköpfe, Schafseckel und Saubermänner.

mit verlaub, liebes tagimagi: wo ist da der unterschied? im ton? in der aussage? oder vielleicht einfach nur im format (ganzseitige anzeige vs. kleinstrubrik)?

gut – das haus tamedia ist ein gebranntes kind und musste schon so manchen anzeigenboykott durchstehen. trotzdem ist die ablehnung der EvB-inserate resp. deren weichspülung für ein blatt wie das tagimagi doch sehr enttäuschend.

was mich weiter irritiert: meinen post von vorgestern (siehe unten) habe ich auch auf der tagimagi-website eingestellt. diese website zeigt sich seit ein paar monaten als offene plattform, auf der registrierte leser kommentare und eigene beiträge einstellen können. toll. die leserbeiträge werden jeweils auf der frontseite angezeigt. nur meiner nicht.

darum habe ich gestern morgen um um eine erklärung gebeten:

hallo redaktion
ich habe gestern abend unter der rubrik "leser schreiben" einen text auf ihrer website eingestellt. hier.
nun frage ich mich, wann und ob der text auf der frontseite unter der entsprechenden rubrik (unten rechts) angezeigt wird. und wenn nein, warum nicht.
danke für ein kurzes feedback.
mit besten grüssen
christian röthlisberger

eine antwort ist bisher ausgeblieben. über die gründe des redaktionellen tagimagi-schweigens kann ich nur spekulieren:

  • sie waren alle im albisgüetli auf reportage
  • sie haben sich an einen offenen diskurs auf ihrer offenen plattform noch nicht gewöhnt
  • sie sitzen das gezetere eines kleinen bloggers einfach mal aus

wie auch immer – man wundert sich doch sehr...
.

17. Januar 2008

Das Magazin (tamedia) zensuriert EvB-Inserat

konsterniert lese ich in der werbewoche, dass das tagimagi ein inserat der Erklärung von Bern EvB zensuriert hat. die ganze geschichte gibts hier.

angsichts dessen, dass der superkapitalismus momentan das gesellschaftliche klima an den rand des wahnsinns treibt und das gebahren gewisser konzerne in der tat zum himmel stinkt, ist es für mich nicht nachvollziehbar, warum ausgerechnet das tagimagi hier zum zensurstift greift.

die begründung, die aussage/headline «Gewisse Konzerne stinken zum Himmel» sei "zu provokant" und ausserdem "einfach zu pubertär" ist doch reichlich an den haaren herbeigezogen. würde das haus tamedia diese linie konsequent durchziehen, müsste es wohl noch so manches inserat ablehnen.

lieber finn canonica – klären sie uns bitte auf, wie das genau gemeint ist.

6. Dezember 2007

blochers bruder


es läuft einem irgendwie kalt den rücken runter. – ein must see.

> sf.tv/reporter


update: hier die kommentarschlachten dazu:
> blick online
> auswandererblog
> facts 2.0
.

ubs banker blockieren hauptsitz


ungeheuerlich:
Um gegen die erwarteten Bonuskürzungen 2007 zu protestieren, haben Investment Banker der UBS den Eingang des Hauptsitzes in Opfikon ZH versperrt.
(via mail von bolli)
.

3. Dezember 2007

die iBar im schweizer mittelland


der herr links hört auf den rufnamen bolli, er heisst aber boller. er arbeitet in einem multinationalen telco-konzern in langenthal und hat einem kollegen aus diesem hause ein iphone abgekauft. dieser hat vier stück von einer geschäftsreise aus den usa mitgebracht. bolli ist hin und weg von dem teil.

der herr rechts heisst simon und arbeitet bei einem international tätigen design unternehmen in langenthal, dessen chef sich ebenfalls ein iphone auf usa-geschäftsreise gekauft hat. dieses hat simon heute zum aufpimpen (oder so) dabei. plus noch sein eigenes, das er einem mitarbeiter abgekauft hat, der gerade in den states auf geschäftsreise war. das ibook im hintergrund gehört auch simon.

er hätte noch das powerbook seines chefs dabei gehabt, aber das hätte auf der eh schon überstellten bar zu weit geführt. seinen nokia communicator hat er freundlicherweise weggeräumt, der hätte das bild der drei iphones gestört (und sei schon 7 mal in der reparatur gewesen, er hat ihn quasi nur noch dabei, um den nächsten schaden nicht zu verpassen).

am gleichen abend kam noch basi vorbei, das ist dieser herr hier, der hatte auch ein iphone dabei. leider ging er schon nach drei minuten wieder. aber wir haben noch die wirtin zu erwähnen, der einzige weibliche gadget freak, den ich kenne. sie besitzt einen ipod touch. und die haben ja bekanntlich wlan. was wiederum die wirtin seit jahren anbietet in ihrer bescheidenen hütte. gratis. und kürzlich hat sie die playstation in der ecke zu einer wii-station aufgerüstet. und seit mindestens vier jahren schon steht hinten auf der bühne ein iMac mit gratis internet zugang.

man könnte sagen sie ist die iRita und ihre Chrämerhuus-Bar ist die iBar. oder kennt jemand im schweizer mittelland eine höhere iDichte?
.

15. November 2007

tempo 30 kampa: wem gehört die strasse?


oft ist die langsamkeit des seins ein frommer wunsch. das tempo des alltäglichen wahnsinns ist erstens hoch, zweitens zunehmend und drittens manchmal beängstigend. kennt ja jeder. nur wer rasant drauf ist, ist wichtig. zum davonlaufen manchmal.

gewiss, diese unglaubliche rasanz in fast allen lebensbereichen ist kaum zu bremsen. das ist der lauf der dinge. darum war für mich sofort klar, meine hilfe anzubieten, als ich von der "initiative tempo 30 in langenthal" hörte. ich fand das schon nur deshalb eine gute sache, weil es wenigstens in einem lebensbereich ganz einfach nur tempo runternimmt, falls wir uns demokratisch auf dieses konzept einigen.

die facts sprechen auch dafür: die mortalität sinkt bei unfällen in wohnquartieren stark, der zeitverlust für den motorisierten verkehr ist vernachlässigbar, die lebensqualität steigt für alle enorm – cruisen statt rasen, flanieren, rollen, pedalen, spazieren. das tönt doch super.

so ist nun eine kleine, aber hübsche kampagne entstanden, die dieser tage in den abstimmungskampf losgelassen wird. der junge langenthaler fotograf fabian unternäherer hat spektakuläre bilder gemacht, die sich im weitesten sinn mit der frage befassen: wem gehört die strasse? die antwort muss sich jeder und jede selber geben. und an die urne muss auch jeder selber. warum hat eigentlich noch niemand einen web-zwei-nulligen urnen-butler gelaunscht?

wie man an dem zur abstimmungs-website umgebauten blogger-blog sieht, versuchen wir eine art virales marketing aufzuziehen. ich bin gespannt, ob das klappt. die stats der ersten zwei tage lesen sich schon mal nicht schlecht.

> ig tempo 30 langenthal
.

10. November 2007

empfehlung: morelli's atelier festival


für kultur-afficionados ist es immer etwas besonderes, einen künstler in seinem atelier zu besuchen. bildende künstler laden hin und wieder zu solchen atelierbesuchen ein oder organsieren gleich ganze atelier-austellungen.

das selbe tut nun auch der schauspieler und artist marco morelli – seit vielen jahren ein guter freund von mir. er hat sein atelier zum mikrotheater umgebaut und bietet dort bis ende dezember 25 vorstellungen an. und zwar in intimsten rahmen – es hat nur 34 sitzplätze und zwei notstühle.

für theaterfans im allgemeinen und für morellifans im speziellen ein einmaliges theaterereignis. das programm dazu – aus dem hause roetext – kannst du hier herunterladen:

> programm MORELLI's ATELIER FESTIVAL (pdf, 800kb)
.

7. November 2007

apple marktanteil: 3 oder 9 prozent?


gestern bot ich einem guten kumpel an der barkante eine wette an. es ging um den marktanteil von apple.

er behauptete, apple habe einen marktanteil von um die drei prozent. ich reklamierte für den computerlieferanten meines vertrauens einen marktanteil von hart gegen 10%, je nach sichtweise halt.

ich erinnerte mich nämlich an ein älteres posting von andreas göldi, in dem irgendwas in der richtung von 8 oder gar 9 prozent stand und ich fand, dass meine it/medien-lieblingsquelle für eine wette um ein glas edelzwicker allemal gut ist. war sie auch – der barkantenkumpel schlug nicht ein und damit war das thema vom tisch.

ein alter rhetoriktrick griechischer abstammung übrigens: wenn du in einem disput, und sei es auch nur ein it-disput an der barkante, einem faktum zum durchbruch verhelfen willst, bietest du einfach eine wette an. und zwar nicht grad um eine 12er-kiste, sondern nur um ein glas edelzwicker. ein tiefer einsatz erzeugt den gewünschten effekt: keiner will verlieren. 70% schlagen nicht ein. so war es auch gestern

heute kommt aber ein mail, in dem mein barkantenkumpel schreibt: ich hätte doch wetten sollen ...

und dazu ein link von maclife.de (noch nie gehört...), wo es in einer meldung vom 23.10.07 heisst:

Weltweit wurden im letzten Quartal insgesamt 52 Millionen PCs verkauft, so dass Apple mit seinen 2,164 Millionen einen weltweiten Marktanteil von 3,2 Prozent belegen kann. Außerhalb der USA aber sind es bei 0,9 Millionen Rechnern nur noch 1,7 Prozent.

in besagtem posting von andreas göldi (dez. 06) steht aber der sehr erstaunliche satz:

Die Analystenfirma Needham & Co. schätzt, dass Apples Marktanteil im PC-Markt in USA und Europa bis 2016 auf satte 40% (von heute 9%) steigen wird.

was soll ich jetzt tun? ich kann ja nicht eine meiner geschätztesten it/medien-quellen von einem mir völlig unbekannten apple-heftli runtermachen lassen.

also werde ich das wettangebot aufrecht erhalten und bitte beide quellen um (auf-)klärung. bei andreas in den comments und bei maclife.de per mail. und bin gespannt, was dabei rauskommt.

will jemand mitwetten?

ps bild oben: an der journalistenschule missouri gibt es nur 0.5% pc-user. via elektrischau.

4. November 2007

typisch züri


dass die sbb die schöne zürcher bahnhofshalle mit solchen megabannern zukleistert, ist völlig unverständlich. die einnahmen stehen in keinem verhältnis zur bedeutung/wirkung von guter architektur – erst recht für ein unternehmen wie die sbb. hier werde ich nicht als gast empfangen, sondern als prada-fuzzi, das gefälligst sofort in der bahnhofstrasse sein geld ausgeben soll. typisch züri. not so groovy.

wort zum sonntag


voll richtig.