
ich gestehe: bisher war ich noch nie auf youtube.com. auf umwegen schon. man kommt ja als blogleser an diesen filmchen nicht vorbei.
9 von 10 blogs posten diese dinger mehr oder weniger regelmässig. das geht mir meistens auf die nerven, aber manchmal klick ich doch. dabei kam selten was wirklich erhellendes raus. gut, ein paar wirklich witzige sachen hat man gesehen. von viel schrott und viel abstrusem hat man gelesen. z.b. heute von max küng im tagimagi, der sich youtube mal ausführlichst zur brust genommen hat.
das beste an seinem artikel war für mich die mitteilung, dass der wunderbare kurzfilm "vom lauf der dinge" des künstlerduos fischli/weiss auf youtube zu sehen ist. damit hat sich meine meinung über youtube schlagartig verändert. um 180 grad. ich erkläre youtube ab sofort zum geheimtipp. nur wegen dem "lauf der dinge". da könnt ihr alle anderen siebzig millionen filmchen auf diesem portal vergessen. dieser grosse klassiker des "künstlerfilms" erzählt das ganze leben in gut 7 minuten. ohne dass ein einziger mensch darin vorkommt. und kein tier und keine pflanze.

zuletzt gesehen hab ich diese dvd gerade kürzlich in einem museusshop auf dem lande – im museum franz gertsch in burgdorf, wo gegenwärtig die stimmung etwas am absacken ist. ich hab ihn aber auch schon im moma in new york gesehen (32 dollar) und auch im mmk in frankfurt (37 d-mark). es dürfte sich um den meistvertriebenen künstlerfilm überhaupt handeln. oder einen der. eine vollversion im netz würde den umsatz nicht verkleinern, sondern eher vergrössern. weil man sowas einfach gern im gestell hat und weil der film auf dem neuen 50-zoll-flachbildschirm ab dvd natürlich noch viel besser rüberkommt. als ich ihn das erste mal in so einem museumsshop rumliegen sah, das war mitte der 90er an einer grossen fischli/weiss-ausstellung in basel, damals natürlich noch als video, kaufte ich das ding auf der stelle. obwohl ich kein videogerät hatte.

beim "lauf der dinge" lägen die dinge einfacher. hier gibt es keinen konzern, hier liegen die filmrechte bei der kleinen und feinen "t+c film ag" in zürich. die könnte, denke ich, ohne grosses trallala den "lauf der dinge" ins netz stellen. von mir aus auf einer separaten und reich dokumentierten website, aber unbedingt auch auf youtube. damit ihn auch die sehen resp. entdecken, die nie in einem museumsshop und nie auf einer künstler-website vorbeikommen. warum sie – die filmfirma und fischli/weiss – das tun sollten? weil dieser film eine der wunderbarsten parabeln ist aufs leben und zwar eine, die alle verstehen. intellektuelle und proleten, kinder und alte, afrikaner und zürcher. sowas können nur ganz ganz wenige filme und die sollten, wenns irgend geht, "public" sein.

lieber max küng, wäre es ev. möglich, deinen grandiosen text zu einem der grössten und meistdiskutierten web 2.0-dinger hier (oder anderswo) zu posten? das wäre zu all dem schrott, der zu diesem phänomen in der blogosphäre herumgeplappert wird, enorm bereichernd.
bilder: the renaissance society, university of chicago
Hallo!
AntwortenLöschenDu hast gesagt, du hättest den Film gekauft. Lade ihn doch hoch! Ich bin zu 99,9% sicher, dass es niemanden stört, wenn nicht nur die ersten 7 Minuten, sondern auch noch der Rest Online steht. Und sonst bezahlt YouTube - das heisst Google - für die ach so gravierend schlimme Urheberrechtsverletzung, da ein Strafverfahren bei all den Videos sowieso viel zu aufwändig ist.
Habe ich dich überzeugt? Ja? Gut! Ich bin nämlich (seit heute, hab ihn heute das erste Mal in einem Museum gesehen!) ein totaler Fan von diesem Film.
Wenn du ihn hochgeladen hast, schreib mir doch ein Mail (auf http://www.dabone.ch.vu/ gibts ein Kontaktformular)
MfG DaBone
erstens hab ich den film ja eben auf video gekauft damals und ich wüsste keinen slot an meinem ibook, wo man sowas reinkriegt. zweitens lade ich nicht anderer leute filme hoch, das ist nicht mein rechaud. drittens ist das nicht ein frage von strafverfahren, sondern vom respekt gegenüber geistigem eigentum. viertens: schön, dass der film einen neuen fan hat. kauf ihn.
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