5. Juni 2006

Karriereschub dank Pendlerblog



Ruhm und Ehre, errungen bei einer guten und integren Sache, sind ein seltenes Geschenk. Dem Ego wird geschmeichelt, dem Selbstvertrauen flattiert, dem Selbstwert- gefühl hofiert und die investierte Zeit aufs Grosszügigste entlöhnt. So ist es mir, dem Autor dieser bescheidenen Newcomer-Bloghütte, beim Pendlerblog-Inserate-Wettbewerb widerfahren: Mein kleines Inserätchen hat in dieser bedeutenden Konkurrenz den zweiten Platz geholt. Yes!

Das darf doch hier ganz unbescheiden in die geneigte Blogospäre hinausposaunt werden. Denn das ist nicht nur des Bugsierers – so lautet mein wohldurchdachter Blog-Künstlername – erster dergestaltige Wettbewerbsgewinn, sondern auch der Schönste. Vergleichbar mit Millionären, die ihre erste Million immer die geilste finden, oder Oskarpreisträgern, die ihre erste Ehrung gewöhnlich mit dem grössten Kick ihres bisherigen S(ch)eins zu vergleichen pflegen.

Neben dem extrem charmanten Preis in Form eines Abendessens im berühmten Aladins-Kebab an der Zürcher Langstrasse – in Begleitung des prominenten Pendlerblog-Redakteurs Unmündiger Leser und mit einer Bauchtanzeinlage seines Redaktionskollegen Hund Basil – hats noch zwei weitere nette Erfreulichkeiten abgesetzt: Erstens eine umwerfende Laudatio, die ich mir hier zu publizieren nicht verkneifen kann:

Hervorragend gestaltet und solide getextet. "Ebenfalls gratis" ist ein fantastischer Spruch, den wir in Zukunft oft gebrauchen werden. Ausserdem ist es die einzige Anzeige, die die richtige URL pendlerblog.blogspot.com verwendet anstelle der nur freundlicherweise auf uns verweisenden URL pendlerblog.ch


Zweitens die Feststellung, dass meine supergeniale Schlusspointe "Ebenfalls gratis" in meiner stringenten Copy in Zukunft zum augenzwinkernden running gag der Pendlerblog-Diktion erkoren wurde. Das ist noch fast besser als der erste Preis, da das Inserat ja nur einmal geschaltet und dann wieder in der Vergessenheit verschwinden wird. Meine Pointe aber wird für immer und ewig in die Pendlerblog-Eigenwerbung eingeritzt sein und mir damit Ruhm und Ehre auf Lebzeit bescheren. Besser hätte es ja gar nicht laufen können.

Ich bin mir voll und ganz bewusst: Gerade auf dem Höhepunkt von Ruhm und Ehre sollte man bescheiden bleiben, sonst läuft der Erfolg womöglich noch aus dem Ruder. Da aber die offiziöse Preisverleihung – zwecks Aufrechterhaltung der Anonymität der Pendlerblog-Redaktion – unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird, sei an dieser Stelle meine Dankesrede, die ich dort bei einem arabischen Bier und zwischen zwei bissen in einen saftigen Kebab halten werde, vorweggenommen:

Liebe Jury, liebe Pendlerblog-Leser, liebe Blogosphäre
Ich bin gerührt und weiss gar nicht was sagen. Diesen Preis habe ich weder erwartet noch gefordert. Es ist einfach wunderbar. Ich bin sehr glücklich. Und ich geniesse es. Noch kurz vor der Bekanntgabe der Gewinner habe ich gezweifelt, ob es reicht, was da getextet werden musste. Dass es nun ziemlich nach vorne gereicht hat, rührt mich zutiefst. Macht mich zu einem neuen Menschen. Bestätigt mich in meinem Tun und Lassen. Texten besteht ja vor allem aus weglassen. Wie jede grosse Kunst.
Aber lassen wir die technischen Reklamedetails beiseite. Vielmehr möchte ich danken. Zuallererst der Jury – für ihre kompetente und anstrengende Arbeit, und natürlich dafür, dass sie meinen kleinen Wurf zu einem grossen gemacht hat. Dann möchte ich all jenen danken, die mich auf dem steinigen Weg bis hierher stets mit blindem Vertrauen und hunderten von Weinflaschen begleitet haben, die auch dann an mich geglaubt haben, wenn mir mal die falschen Worte, oder unflätige oder entlarvende oder die bittere Wahrheit suchenden, aus der Tastatur geflossen sind. Ich danke meinem iBook, der alten Flunder, das auch nach Jahren höchster Beanspruchung immer noch zuverlässig seinen Dienst tut und nie macert, auch in Zeiten der totalen Sprachlosigkeit kein bisschen. Ich danke meinen Kunden, auch denen, die schlecht zahlen, mich dafür aber machen lassen. Ich danke Fabian, dem grossen Reklameschreiberling, der mir klar gemacht hat, dass auch ich ein Moralist bin. Ich danke allen Damen, die meine Liebesbriefe nie falsch verstanden haben, sondern gar nicht. Amen.


Soweit, so elysisch. Bleibt mir noch, diesem exorbitanten Karriereschub eine kleine Weiche zu stellen – für all jene, die auf der Suche nach einem träfen Lohnschreiber und einem findigen Konzepter hier einen gefunden zu haben glauben:
bugsierer(at)gmail(dot)com

Kommentare:

  1. Eröffne die Kommentarspalte gerne mit meinen Gratulationen aus Miami!

    nff

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  2. @nff: Aus Miami! Boaahh. Ich verneige und bedanke mich. Und lese weiterhin gerne täglich auch Dein Blog. Es ist so wunderbar fernwehmachend...

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  3. Ziehe bald weiter Richtung Engadin und werde frei nach Nicolas Bouvier vermutlich nicht viel schreiben.

    Wie sagte er so schön in seinem Buch DIE ERFAHRUNG DER WELT: "Wenn ich nicht viel geschrieben habe, lag es daran, dass ich meine ganze Zeit darauf verwandte, glücklich zu sein."

    Im Engadin bin ich glücklich - ich werde vermutlich nicht viel schreiben ;-)

    Gruss nff

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