29. Juni 2006

Apropos Manor: peinliche Verwechslung

Was für eine Schmach. So ein Seich. Peinlich, peinlich, peinlich. Das waren – in dem Kommentar von gestern – gar nicht die Jungs... ähh die Damen von der Manor-PR-Abteilung. Das war sonst ne Dame, wie sie heute klarstellt. Und ich bin drauf reingefallen. Ich unfähiger Neoblogger.
Dabei hab ich mich noch gewundert, dass dieser schnippische Kommentar nachts um 23:49 Uhr reingekommen ist. Um diese Zeit sitzen anständige PR-Damen doch schon längst im Kaufleuten. Ebenfalls merkwürdig war, dass dieser Kommentar anonym reingekommen ist, das ist ja nicht die feine Art von netten PR-Damen. Ich dachte aber: die sind so hässig, dass sie gar nicht unterzeichnen mögen. Falsch gedacht, schlecht gemacht. Ich Trottel. Kein Wunder schiebt mein Verleger eine Krise. Hockt in seinem Tessiner Rustico und nervt sich, dass die Arschkartenkampage harzt und stottert und dann erst noch mit solchen Peinlichkeiten gepflastert ist. Der Arme.
Nun denn. Das zeigt ja eigentlich nix anderes, als die annähernd unbezwingbare Herausforderung, eine solche Kampagne korrekt hochzufahren. Fehler machen alle, nicht nur Neoblogger. Wie wir alle wissen, haben auch ausgewachsene Medienkonzerne manchmal ihre liebe Mühe mit tiefgründiger Recherche und und missverstandenen Leserbriefen.
Es gibt sogar Massenmedien, die auf ein und derselben Seite zwei identische Bilder abdrucken. So einen groben faux pax hab ich mir in meiner bescheidenen Bloghütte noch nie geleistet. Da dürften Sie, liebe anonyme Kommentiererin, mit Ihrem Urteil doch ein wenig grosszügiger sein. Zumahl Sie sich für des Pudels Kern kaum zu interessieren scheinen. Sind Sie etwa mit den Jungs... äh den Manor-PR-Damen befreundet? Hat man Sie als Sturmspitze vorgeschoben? Oder sind Sie einfach eine humorlose Süsswasserfeministin, die schon wegen einer lapidaren Verwechslung von Jungs und Mädels auf die Palme steigen und von dort aus lauthals Ihr edles Geschlecht kundtun? Oder hocken Sie womöglich direkt in Stöhlkers Küche?
Henusode. Auch in den von sauertöpfischen Fettnäpfchen geprägten miesen Zeiten soll man ja positiv bleiben, sagt mein Verleger nach dem fünften Boccalino. Die ganze Verwechslungsschose hat immerhin in zweierlei Hinsicht Früchte getragen.
Erstens: Nebst den Jungs... ähh den Damen von der PR-Abteilung ist jetzt auch die Crew vom Kundendienst angefixt. Was möglicherweise das mittlere Manor-Management zur einen oder anderen Konversation in der Kaffepause animiert. So in der Art:
- Was machen wir mit diesem renitenten Blogger?
- Lassen ihn ins Leere laufen.
- Und wenn er weiter bloggt?
- Schauen wir weiter.
- Wer hatte eigentlich diese no rules-Idee?
- Der Grafikstift.
- In welchem Lehrjahr?
- Im ersten.
- Und wer hat sie abgesegnet?
- Versucht die PR-Abteilung gerade rauszukriegen.
- Wissen die oben schon was davon?
- Wo denkst du hin, die wissen doch nie was.
- Nimmst du auch noch einen Kafi?
- Klar, bei uns im Kundendienst is eh nix los.

Zweitens: Meine Leserzahlen steigen. Die Visits sind heute um 11:00 Uhr schon fast so hoch wie gestern den ganzen Tag. Die Page Views stehen auf Rekordhoch. Die Verweildauer steigt. Immerhin, sagt mein Verleger. Und wenn er sich das so überlege, im Schatten seiner Pergola, wo ihm seine ukrainische Geliebte soeben ein kaltes Plättchen serviert hat, dann sei es gar nicht so schlecht, dass sich die Jungs... ähh die Damen von der PR-Hütte nicht melden. Da treffe nämlich Renitenz auf Renitenz und das sei erfahrungsgemäss ein sicherer Wert im Boulevardbusiness.

Kommentare:

  1. Sie haben offensichtlich eine neue Stammgästin.

    Einfach super.

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  2. Henusode, deine Manor-Kampagne ist langweiliger als deine Durchschnittsproduktion. Mach deinen Namen zum Programm. Sag dir ein lautes «Henusode» vor, steh auf, fahr den Compi runter, geh raus und zieh dir ein reales Boccalino rein. Zusammen mit einem realen vis-à-vis.

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  3. Frau oder Herr Anonym.

    Ich finde das mit dem Compi herunterfahren eine wundervolle Idee. Insbesondere wenn man sich den wahren Beweggründen des bloggens nicht ganz bewusst ist und das wetter auch noch so dolle.

    So und ich mach jetzt wieder meine Läden zu und setz mich zwischen meine leeren Pizzaschachteln von letzter woche, um mich meinen einzigen virtuellen Freunden zu widmen... aaaawww. :D

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  4. @mariechen: Danke für die Blumen und willkommen als neue Stammleserin.

    @anonymus: Dann bist du hier im falschen Blog. Und keine Bange, an realen Gegenübers und schönen Weingläsern mangelt es mir nicht.

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