16. Juni 2006

Die Limo mit dem Vogel


Es war das Grösste, was man als Kind in den 60ern nach dem Sonntagspaziergang kriegen konnte: ein kühles Pepita. Was heute von einem amerikanischen Multi als Bitter Lemon daherkommt, wurde damals erfolgreich in Eptingen zusammengemixt. Die zartbittere und dennoch zuckersüsse Grapefruit-Limo ist eine Kindheitserinnerung, die nur noch selten aufflammt. Etwa dann, wenn man in einer verschlafenen Landbeiz unter steinalten Pepita-Sonnenschirmen sitzt und ein kühles Feldschlösschen trinkt.
Nicht nur der Geschmack dieser prominenten 60er-Jahre-Limo hat sich tief ins Gedächtnis eingeritzt, auch der Papagei, der die Marke verkörperte, ist unvergesslich. Damals noch ein höchst exotischer Vogel und für Kinder stets ein lustiges Plaisierchen, war das Sujet in der Schweiz wohl eine der bekanntesten Marken überhaupt. Geschaffen wurde diese prägnante Produkt-Ikone von Herbert Leupin, einem der wichtigsten Schweizer Plakatkünstler und Reklamegestalter des letzten Jahrhunderts. Leupin hat ab den 40ern bis in die 90er über 1'000 Plakate geschaffen und so manche Marke visualisiert. So u.a. für Suchard, Knie, Steinfels und Panteen. Allein für Pepita hat er in über 40 Jahren etliche Plakate gemacht.
Und was ist mit Pepita heute? In besagter Landbeiz jedenfalls gibt es die Papageien-Limo schon lange nicht mehr, nur die Sonnenschirme versehen dort noch ihren Dienst. Unter pepita.ch kommt man zwar zur Mineralquelle Eptingen, vom Produkt selber steht dort allerdings kein Wort. Obwohl es die Marke noch gibt und bei einigen wenigen Händlern noch zu haben ist. Sie scheint ein Auslaufmodell zu sein. Schade eigentlich.

Kommentare:

  1. Habe heute auch gerade über Pepita nachgedacht. Bei uns hat es das immer gegeben, wenn wir am Heuen waren. Bis vor einigen Jahren war das Getränk noch in den Volg-Läden zu haben. Es wurde dann durch eine Limonade der Hausmarke "Farmer" ersetzt, die vielleicht dem Original-Pepita geschmacklich noch am nähesten kommt.

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  2. Eine (feine!) Light-Version ist relativ häufig anzutreffen - in diesem Sommer v.a. auch in Badis. Trotzdem wär' die wunderschöne und traditionsreiche Schweizer Marke, die auch heute noch jede Menge Erinnerungen und Gefühle weckt, es wert, wachgeküsst zu werden. Vielleicht würd's ja was bringen, wenn wir KonsumentInnen uns in Eptingen und Verkaufsstellen im ganzen Land melden, und nach Pepita schreien würden.

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  3. Die Kommentare sind zwar schon eine Weile her, aber schaut mal in den Süden Deutschlands, da produziert Bad Dürrheimer mit genehmigter Lizenz das lecker Getränk weiterhin. Findet man sehr oft in den Märkten. Der Geschmack hat sich nicht verändert.

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