13. Mai 2006

Absurdistan in Nigeria


Manchmal treffen zwei Nachrichten aufeinandeer und machen uns das (Welt-)Bild noch absurder, als es eh schon ist. So auch gestern. Die erste Meldung: In Nigeria verbrennen gegen 200 Menschen, weil sie eine Benzinpipeline angebohrt resp. angezapft, um Benzin zu klauen. Die Armut ist, wie praktisch überall in Afrika, enorm und so werden die Pipelines munter angezapft. Laut Spiegel sind allein in Nigeria bei solchen Diebstählen und den dabei entstehenden Unfällen in den letzten Jahren über 1'000 Menschen umgekommen.

Dann die zweite Meldung, ebenfalls auch Nigeria: Die Schlagzeile lautete: Nigeria strebt zum Mond. Und die Nachricht dahinter vermeldete (PR-taktisch sehr clever am Tage des Vollmonds verlautbart...), das nigerianische Kabinett hätte beschlossen, bis im Jahr 2030 einen Nigerianer zum Mond fliegen zu lassen. Mit einem eigenen Raumfahrtprogramm, wohlverstanden. Wissenschaftsminister Turner Isoun sagte: "Derzeit werden bereits 55 junge nigerianische Ingenieure in China in der Satelliten-Technologie ausgebildet".

Tja. Da riskieren die Ärmsten ihr Leben, um mit etwas geklautem Oel ein paar Dollars zu machen – und derweil denken die Staatsbosse laut über ein Raumfahrtprogramm nach. Das ist Absurdistan pur.

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