30. November 2006

100-dollar-laptop

der 100-dollar-laptop (eines der gesellschaftlich wichtigsten it-projekte überhaupt und hier schon seit ewigkeiten als empfehlung in der blogroll: one laptop per child) ist bei andreas göldi auf seinem hervorragenden blog beobachtungen zur medienkonvergenz heute wiedermal thema. sehr spannend, was er da schreibt, nicht zuletzt auch, weil seine texte so wohltuend weit weg von dem üblichen geekgesülze liegen.

so gefährlich ist die welt

naturkatastrophen, pandemien, terroranschläge, politische umstürze oder ökonomische unwägbarkeiten – das sind noch wahre sorgen.
von spiegel online fein säuberlich in einer komfortablen interaktiven grafik zusammengetragen. wer sich mal einen überblick verschaffen will, wie es eigentlich so steht ausserhalb der wohlfühl-oase schweiz, ist hier gut bedient. aber stell dir eine flasche wiesendanger edelzwicker neben den klapprechner – ist ohne schlecht zu ertragen.

28. November 2006

swissblogpress: bugsierer geht eigene wege


abgelehnt. das war nicht anders zu erwarten bei einem blog, das bei swissblogpress als erstes grad mal das logo abschaffen und den namen ändern wollte. dass die absage allerdings ganz ohne begründung kam, war eine überraschung. eine mehr.

auf eine erste nachfrage kommt dann doch die auskunft: das alterskriterium ist nicht erfüllt. korrekt. ist auch im fall von blogkritik.ch korrekt, aber dort in meinen augen erst recht falsch entschieden. irgendwie kleingeistig. ein guter fussballtrainer, ein regisseur, ein konzertveranstalter, ein zirkusdirektor oder ein smarter unternehmer hätte blogkritik.ch resp. den schillernden blogicki mit handkuss genommen.

gewiss, sbp ist kein zirkus. irgendwie ist das aber schade. es ist auch kein varietee, dazu ist und wirkt es zu stumm. wer sich so weit aus dem fenster lehnt und dann jegliche debatte so wortlos aussitzt, macht denkbar schlechte unterhaltung. – nun, ich fragte nochmals nach, da ja mein blog auch im februar 07 dem alterskriterium noch nicht entsprechen werde. darauf kam die antwort:
So viel ich mich erinnere, hat im Vorstand ausser dem Alter nichts gegen dein Blog gesprochen. Die Chance ist also sehr hoch.
so so. sehr hoch. gut gut. aber das problem bleibt ja, jungs. das ist doch nicht logisch, das groovt nicht. das sind von 5 fehlenden monaten nur zwei weniger, was soll das? wer soll euch das glauben? das ist eine floskel und diese floskel ist eigentlich auch euer gutes recht. bei 30 aspiranten würd ich auch nur die 15 nehmen, die die strategie, so diffus sie auch ist, von sbp weiter tragen. und nicht die, die blöde fragen stellen schon alles auf den kopf stellen wollen, bevor sie überhaupt dabei sind. diese besserwisser. yes, würd ich genau auch so abwickeln. ich wäre sogar für eine art kuratoren-modell. bin ich immer. funktioniert einfach alles viel besser, wenn eine kleine gruppe mit viel kompetenzen ausgestattet wird oder noch besser wenn ein echter entrepreneur die dinge solo an die hand nimmt. wie in montreux, in willisau, bei swatch, bei globetrotter, bei blogwerk.

macht es doch umgekehrt:
nur auf einladung


also, liebe sbp, macht es doch umgekehrt: nicht "man kann sich bewerben", sondern "wir laden ein". damit erspart ihr euch erstens viel arbeit, zweitens macht es das ganze interessanter, drittens wäre es ehrlicher, weniger überheblich, viertens mit diesem prinzip eine veritable standesorganisation, die bei allen playern gut sortiert und vielversprechend dasteht: sbp-mitglied wird man nur auf einladung, wow!. gmailer wurd man ja bis vor kurzem auch nur so und in britischen herrenclubs kommt man bis heute anders nicht rein. auf einladung, auf vorschlag von mindestens x mitgliedern.

wie ich auf eine einladung von sbp reagieren würde, hängt vom weiteren output dieses clubs ab. wenn da bis februar nicht um 500% mehr kontent + aktion daherkommt, dann gibt es nur noch vernachlässigbare gründe, in dieses gebilde einzusteigen. da schick ich dann den huni lieber direkt dem blogicki.

es ist mir ehrlich gesagt zu blöd, liebe sbp, im februar in einem zweiten aufwasch aufgenommen oder erneut abgelehnt zu werden. dies hängt weniger mit meinem nur vermeintlich verletzten ego zusammen, als viel mehr mit der erfahrung, dass beratungsresistente mitplayer ganz schwierige zeitgenossen sind. sehr zeit- und nervenintensiv kann das werden. ich könnte euch lieder davon singen. ganze liederabende gäbe das.

nix grosses, aber ausgegoren

ferner müsste auch eure kommunikation completely neu hochgefahren werden, das wäre die zweite voraussetzung. es kann doch einfach nicht sein, dass ein blogverein auf kritik so gut wie nicht eingeht, comments im eigenen blog kaum rückkommentiert, dass im blog 21 tage funkstille herrscht und die website inhaltlich und usability-mässig immer noch in einem bedenklichen zustand vor sich hin dämmert. also ehrlich jungs, wie bitteschön stellt ihr euch das vor mit dem gepflegten qualitätsbloggen, wenn ihr nicht mal selbst die basics von kommunikation 2.0 eingermassen vorlebt? nöö, das wär dann nicht mein verein.

da reiss ich dann doch lieber selber was an. und ich habe sogar eine idee in der pipeline. nix grosses, aber ausgegoren.

mehr dazu in den nächsten tagen.

ps: irgendwelche gwundernasigen, aber verschwiegenen prototyp-tester am lesen hier? so eine handvoll könnt ich noch brauchen. > gib ein zeichen in den comments oder per mail (siehe oben rechts). danke.

hardcore-radler über evelyne binsack

heute explodieren hier die zugriffszahlen von einem deutschen forum für gepflegtes extremradeln. das thema: evelyne binsacks velotrip zum südpol, den ich hier ausführlich in seine unrühmlichen einzelheiten zerlegt hatte.

die extremradler aus deutschland nerven sich u.a. darüber, dass sich frau binsack eher abfällig über die durchradlung von frankreich und portugal geäussert hatte:
"... ich würde das durchqueren per fahrrad von frankreich, spanien und portugal, jedem und jeder abraten, ausser die strecke wird in begleitung eines fahrzeuges vorgenommen.".
ich fand die bemerkungen auf ihrer website auch nicht besonders glücklich und hatte schwer den eindruck, dass sich die gute frau eher dürftig auf ihre reise vorbereitet hatte. zuerst musste sie ihren fahrradanhänger plus ein paar kilo gepäck abspecken und auf ein anderes, 5kg leichteres fahrrad umsteigen. für eine berufsmässige und sehr prominente abenteurerin, die mit grossem presse-trallala zum südpol radeln resp. wandern will, ziemlich peinlich.

dann regte sich frau binsack darüber auf, dass es in frankreich sehr sehr viel verkehr hatte, dass sie von vorbeidonnernden lastwagen bedrängt wurde und sie in den abgaswolken fast erstickte. so so. wer hätte das gedacht?! sie wich dann auf nebenstrassen aus und musste ein paar umwege fahren. dort wiederum, in der tiefsten pampa, fand sie keine internetcafes, um ihre reiseberichte an ihre website durchzutippen. schon mal was von e-mail-fähigen handys und zusammenrollbaren tastaturen gehört, frau binsack?

neues weltwunder

weil frankreich, spanien und portugal so entnervend waren, liess sie die geplante etappe durch marokko kurzerhand weg, brach ihre europadurchquerung auf dem 41. nördlichen breitengrad ab, flog rüber nach salt lake city (gleicher nördl. breitengrad) und radelt jetzt von dort aus weiter. im amiland begegnet ihr auch nur noch alle halbe stunde ein auto und sie mag die lockere stimmung im land der unbegrenzten möglichkeiten. sie liess es sich auch nicht nehmen, zwischendurch in den grand canyon runter zu joggen, den sie als eines der 7 weltwunder bezeichnet.

soweit so belanglos – von der angekündigten sinnsuche ist bisher nichts zu spüren. ein blick in ihre reiseberichtchen zeigt (wie von mir vorausgesagt), dass dieser trip bisher nichts weiter ist als eine selbstgefällige reise ans ende der welt, wie sie tausende andere auch machen, einfach ohne das ganze promi-presse-sponsoren-trallala. und ohne charitiy-dienstlächeln, das frau binsack so gepflegt aufzusetzen weiss. im rahmen ihres projektes lässt sie nämlich spenden. zu gunsten eines evelyne-binsack-hauses in einem sos-kinderdorf in nicaragua. es sollen 120'000 franken dafür zusammenkommen. bisher, nach drei monaten ihrer sog. "expedition antarctica", sinds noch keine 3'000 fränkli.

ein gewisser gerhard schreibt im radreise- und fernradlerforum die kluge bemerkung:
manche menschen finden - wohin sie auch reisen mögen - immer wieder nur zu sich selber. muss eine recht trostlose erfahrung sein.

26. November 2006

der lauf der dinge auf youtube


ich gestehe: bisher war ich noch nie auf youtube.com. auf umwegen schon. man kommt ja als blogleser an diesen filmchen nicht vorbei.

9 von 10 blogs posten diese dinger mehr oder weniger regelmässig. das geht mir meistens auf die nerven, aber manchmal klick ich doch. dabei kam selten was wirklich erhellendes raus. gut, ein paar wirklich witzige sachen hat man gesehen. von viel schrott und viel abstrusem hat man gelesen. z.b. heute von max küng im tagimagi, der sich youtube mal ausführlichst zur brust genommen hat.

das beste an seinem artikel war für mich die mitteilung, dass der wunderbare kurzfilm "vom lauf der dinge" des künstlerduos fischli/weiss auf youtube zu sehen ist. damit hat sich meine meinung über youtube schlagartig verändert. um 180 grad. ich erkläre youtube ab sofort zum geheimtipp. nur wegen dem "lauf der dinge". da könnt ihr alle anderen siebzig millionen filmchen auf diesem portal vergessen. dieser grosse klassiker des "künstlerfilms" erzählt das ganze leben in gut 7 minuten. ohne dass ein einziger mensch darin vorkommt. und kein tier und keine pflanze.

moment mal: 7 minuten? das habe ich aber länger in erinnerung. mindestens 20. also nur eine kurzversion bei youtube. hm. schade, aber auch gut. immerhin. (weitere schnipsel gibts hier, und hier). wer mehr will, muss sich das ding als dvd kaufen. man kann nicht alles hochladen, nein, alles kann man nicht. aber das könnte man. wenn ich fischli/weiss wäre, würde ich. der film (im original 30 minuten) ist bald 20 jahre alt und machte die beiden 1987 an der documenta 8 schlagartig weltberühmt und er gehört noch heute zum bekanntesten werk des renommiertesten schweizer künstlerduos. die dvd ist mittlerweilen weltweit in jedem halbwegs anständigen museumsshop zu kaufen und wer den film je in voller länge gesehen hat, legt die 30 stutz gerne auf den tropenhölzernen museumsshoptresen.

zuletzt gesehen hab ich diese dvd gerade kürzlich in einem museusshop auf dem lande – im museum franz gertsch in burgdorf, wo gegenwärtig die stimmung etwas am absacken ist. ich hab ihn aber auch schon im moma in new york gesehen (32 dollar) und auch im mmk in frankfurt (37 d-mark). es dürfte sich um den meistvertriebenen künstlerfilm überhaupt handeln. oder einen der. eine vollversion im netz würde den umsatz nicht verkleinern, sondern eher vergrössern. weil man sowas einfach gern im gestell hat und weil der film auf dem neuen 50-zoll-flachbildschirm ab dvd natürlich noch viel besser rüberkommt. als ich ihn das erste mal in so einem museumsshop rumliegen sah, das war mitte der 90er an einer grossen fischli/weiss-ausstellung in basel, damals natürlich noch als video, kaufte ich das ding auf der stelle. obwohl ich kein videogerät hatte.

an einem drohenden verkaufseinbruch sollte es also nicht liegen, dass man den "lauf der dinge" nicht in voller länge im netz sehen kann. nun wird der kunstfreund 1.0 sagen, dass man von miles davis ja auch nicht verlange, "kind of blue" als gratisversion hochzuladen, nur weil dieses album seit jahrzehnten als der wichtigste und meistverkaufte jazz-titel aller zeiten gehandelt wird. da hat er natürlich recht. und trotzdem liegt hier der fall anders. miles war (er ist ja leider vor ein paar jahren verstorben) bei einem riesigen musikkonzern unter vertrag, da kann man auch von miles nicht einfach ein album gratis ins netz stellen, nur weil es das album ist.

beim "lauf der dinge" lägen die dinge einfacher. hier gibt es keinen konzern, hier liegen die filmrechte bei der kleinen und feinen "t+c film ag" in zürich. die könnte, denke ich, ohne grosses trallala den "lauf der dinge" ins netz stellen. von mir aus auf einer separaten und reich dokumentierten website, aber unbedingt auch auf youtube. damit ihn auch die sehen resp. entdecken, die nie in einem museumsshop und nie auf einer künstler-website vorbeikommen. warum sie – die filmfirma und fischli/weiss – das tun sollten? weil dieser film eine der wunderbarsten parabeln ist aufs leben und zwar eine, die alle verstehen. intellektuelle und proleten, kinder und alte, afrikaner und zürcher. sowas können nur ganz ganz wenige filme und die sollten, wenns irgend geht, "public" sein.

so als gegenpol zu all dem schrott, der da rumliegt auf youtube. was max küng in seinem tagimagi-text übrigens in gewohnt träfer weise eindrücklich beschreibt. ist leider auch nicht "public".

lieber max küng, wäre es ev. möglich, deinen grandiosen text zu einem der grössten und meistdiskutierten web 2.0-dinger hier (oder anderswo) zu posten? das wäre zu all dem schrott, der zu diesem phänomen in der blogosphäre herumgeplappert wird, enorm bereichernd.

bilder: the renaissance society, university of chicago

24. November 2006

kurz- und langzeitpläne

robert altmann, film-grossmeister, dieser tage verstorben, in einem seiner letzten interviews auf die frage: wie sehen ihre pläne aus?

mein kurzzeitplan ist, morgen früh wieder aufzuwachen.
und mein langzeitplan ist, übermorgen auch aufzuwachen.

23. November 2006

drogen-news des tages

die berner zeitung bringt heute auf ihrer kurzfutter-seite mit dem sinnigen titel "15 minuten" gleich zwei kuriose drogen-news:

in einer gewerbehalle der bündner gemeinde trin seien 500 kg getrocknete hanfpflanzen gestohlen worden. legal angebauter drogenhanf. das interessante an der meldung: der marktwert der gestohlenen ware soll über 100'000 franken betragen. klar, die grössenordnung "über 100'000 franken" ist irgendwie gegen oben offen. dennoch wäre "gegen eine halbe million" wohl korrekter gewesen. denn selbst wenn von den 500 kg pflanzenware nur 50 als verwertbare kifferware übrig bleiben, ergibt das doch bei einem strassenpreis von rund 8 franken/gramm das hübsche sümmchen von 400'000 franken, oder? spitzfindig, ich weiss. trotzdem: was soll die untertreibung?

dann war da wieder mal ein grossangelegter kokainverbrauchstest – diesmal am rhein: "die anwohner des rheins und seiner zuflüsse bis nach köln schnupfen einer wasseranalyse zu folge neun tonnen kokain im jahr." boah! die ziehen sich ganz schön was rein, diese rheinländer. aber halt, ein guter teil davon kommt aus der schweiz und davon wiederum ein teil auch aus dem bünderland. im januar hat das nürnberger institut für biomedizinische forschung nämlich auch die abwässer in der region st.moritz getestet (in denen die kokser via das im urin ausgeschiedene benzoylecgonin eine chemische spur hinterlassen). dort ziehen die promis über die festtage nicht weniger als 1'400 linien rein – pro tag.

22. November 2006

radikal recherchiert: arnie vs. condi

momentan verhandelt ja das directors board von swissblogpress über die neuaufnahmen von frischen qualitätsblogs. als kandidat muss man in dieser heiklen phase, in der alle augen der ch-blog-elite auf einen gerichtet sind, natürlich themenzentriert höllisch vollgas geben und ab und an auch weltpolitische zusammenhänge haarscharf recherchiert auf den point bringen:



















das tool dazu via yoda

20. November 2006

hardcore-radler über evelyne binsack

heute explodieren hier die zugriffszahlen von einem deutschen forum für gepflegtes extremradeln. das thema: evelyne binsacks velotrip zum südpol, den ich hier ausführlich in seine unrühmlichen einzelheiten zerlegt hatte.

die extremradler aus deutschland nerven sich u.a. darüber, dass sich frau binsack eher abfällig über die durchradlung von frankreich und portugal geäussert hatte:
"... ich würde das durchqueren per fahrrad von frankreich, spanien und portugal, jedem und jeder abraten, ausser die strecke wird in begleitung eines fahrzeuges vorgenommen.".
ich fand die bemerkungen auf ihrer website auch nicht besonders glücklich und hatte schwer den eindruck, dass sich die gute frau eher dürftig auf ihre reise vorbereitet hatte. zuerst musste sie ihren fahrradanhänger plus ein paar kilo gepäck abspecken und auf ein anderes, 5kg leichteres fahrrad umsteigen. für eine berufsmässige und sehr prominente abenteurerin, die mit grossem presse-trallala zum südpol radeln resp. wandern will, ziemlich peinlich.

dann regte sich frau binsack darüber auf, dass es in frankreich sehr sehr viel verkehr hatte, dass sie von vorbeidonnernden lastwagen bedrängt wurde und sie in den abgaswolken fast erstickte. so so. wer hätte das gedacht?! sie wich dann auf nebenstrassen aus und musste ein paar umwege fahren. dort wiederum, in der tiefsten pampa, fand sie keine internetcafes, um ihre reiseberichte an ihre website durchzutippen. schon mal was von e-mail-fähigen handys und zusammenrollbaren tastaturen gehört, frau binsack?

neues weltwunder

weil frankreich, spanien und portugal so entnervend waren, liess sie die geplante etappe durch marokko kurzerhand weg, brach ihre europadurchquerung auf dem 41. nördlichen breitengrad ab, flog rüber nach salt lake city (gleicher nördl. breitengrad) und radelt jetzt von dort aus weiter. im amiland begegnet ihr auch nur noch alle halbe stunde ein auto und sie mag die lockere stimmung im land der unbegrenzten möglichkeiten. sie liess es sich auch nicht nehmen, zwischendurch in den grand canyon runter zu joggen, den sie als eines der 7 weltwunder bezeichnet.

soweit so belanglos – von der angekündigten sinnsuche ist bisher nichts zu spüren. ein blick in ihre reiseberichtchen zeigt (wie von mir vorausgesagt), dass dieser trip bisher nichts weiter ist als eine selbstgefällige reise ans ende der welt, wie sie tausende andere auch machen, einfach ohne das ganze promi-presse-sponsoren-trallala. und ohne charitiy-dienstlächeln, das frau binsack so gepflegt aufzusetzen weiss. im rahmen ihres projektes lässt sie nämlich spenden. zu gunsten eines evelyne-binsack-hauses in einem sos-kinderdorf in nicaragua. es sollen 120'000 franken dafür zusammenkommen. bisher, nach drei monaten ihrer sog. "expedition antarctica", sinds noch keine 3'000 fränkli.

ein gewisser gerhard schreibt im radreise- und fernradlerforum die kluge bemerkung:
manche menschen finden - wohin sie auch reisen mögen - immer wieder nur zu sich selber. muss eine recht trostlose erfahrung sein.

17. November 2006

charismedia plant garnelen-blog


also, ähm, es ist ja so: gesucht hab ich es nicht, aber wo es nun mal da ist, ist es irgendwie funny, dieses charismedia-ding. es zieht langsam, aber scheinbar unaufhaltsam seine bahn im netz und hier kommt mucho mucho traffic an.

gestern abend und heute morgen kamen die zugriffe vor allem von "heute", dem inoffiziellen schweizer blogger-blatt (siehe ausriss oben, nur print und e-paper vom 16.11.). seit ein paar stunden kommen haufenweise zugriffe von hier, keine ahnung, wo in diesem wer-weiss-was-forum das thema abgehandelt wird, der eintrag jedenfalls ist irgendwie schnusig.

sehr kurios find ich den "rücklauf" aus dem garnelenforum – na ja, garnelen sind ja in hamburg, wo die charismedia-klitsche gegenwärtig vor sich hinschmollt, eine weitverbreitete delikatesse. offensichtlich handelt es sich hier tatsächlich um eine seite über garnelen, keine ahnung wie meine charismedia-story da reinkommt. herr regge, mischen sie auch noch im garnelen-business mit? planen sie einen garnelen-blog?

kurz erröten liess mich ein statement aus einem führenden unternehmen der schweizer pr-banche: eine besonders gelungene antwort auf eine abmahnungs-drohung von charisma hat der henusode-blog publiziert. sehr kreativ. so lobte die peter bütikofer & company. amüsiert hat sich auch der matthias vom swiss metablog und gleich noch den fall von der model-schickse heidi klum aufgewärmt, aber diese causa sei bereits ausgelutscht, meinte er in den comments, worauf ich konterte, dass man ihn vielleicht wieder anblasen könnte. na ja, so männergespräche halt...

das www ist unkontrollierbar

henusode*, ist man da geneigt zu sagen. auch dieser kleine charismedia-wirbel wird sich schon bald wieder legen. was allerdings interessant ist, sind die neuen telemediengesetze, die 2007 in deutschland zur anwendung kommen werden. wie robert basic heute schreibt, ist da auch von einer verschärften impressumspflicht die rede. eine solche ist ja nur ein instrument, um kleine blogger einzuschüchtern. nur, wie wollen die das durchsetzen? z.b. bei blogger.com oder anderen weltweit agierenden blogdiensten?

ich zweifle, dass das gelingen wird. die gesetzgebung ist den entwicklungen in der medienwelt schon immer meilenweit hinterhergehechelt, das war beim telegrafen so, beim radio, beim fernsehen, bei den neuen telefondiensten in den 90ern und es wird in sachen internet ganz besonders so sein. denn das www – und das ist das beste daran – ist ein ganz und gar freies, weil letztlich unkontrollierbares medium.

* die erklärung dieses urigen berndeutschen wortes finden die leserinnen aus hamburg und dem thurgau hier.

16. November 2006

customized sackmesser


jeder "rechte" schweizer hat ein sackmesser im sack (hosentasche), oder doch zumindest im gepäck. so jedenfalls will es das klischee. schliesslich ist in den augen eines japaners auch schon jeder schweizer auf dem matterhorn gewesen. und jeder zweite hat ne bank und jeder dritte eine schoggifabrik. stimmen tut bekanntlich nur das mit dem sackmesser – einigermassen wenigstens.

auch ich führe ein solches gerät ständig mit mir rum. genaugenommen sogar zwei. natürlich ausschliesslich solche von victorinox, chinesische ware kommt mir nix-in-da-house. ein kleines modell (58mm) trage ich in der chilet-tasche immer auf mann (hach, ein richtiger offiziersmesser-ausdruck), eigentlich fast nur wegen dem zahnstocher, dem man heute ja in jeder beiz zuerst hinterherrennen muss, was mir seit ca. 15 jahren zu blöd ist.

das grosse sackmesser reist im diplomatenköfferchen mit, ähm, nein, das war vor 20 jahren, ähm, also – in einer umhängetasche für den mobilen altwilden, aber nix freitag und ohne sonnenkollektor, einfach was praktisches und günstiges. item. mein victorinox-offiziersmesser ist das modell climber (bild oben, wobei meins ist natürlich schwarz). es verfügt über folgende tools:
  • grosse klinge (für ein sackmesser selbstredend unverzichtbar)
  • kleine klinge (find ich überflüssig, noch nie gebraucht)
  • korkenzieher (absolutes must have)
  • dosenöffner mit kl. schraubenzieher (baucht man einfach, dosenfutter ist manchmal die letzte und einzige option und ne schraube ist auch immer irgendwo locker)
  • kapselheber mit gr. schraubenzieher (kapselheber = bierflaschenöffner = must have) und drahtabisolierer (brauch ich nicht)
  • stech-bohr-nähahle (braucht man nur in afrika, wenn man im hotelzimmer das moskitonetz montieren und ein loch für die hakenschraube vorbohren will; also für mich ebenfalls überflüssig, da nur höchst selten in afrika unterwegs)
  • pinzette (sehr praktisch für die entfernung von spriessen)
  • zahnstocher (auch an der hotel-reception entsteht grösste hektik, wenn du morgens um zwei nach einem zahnstocher verlangst)
  • schere (sehr praktisch, z.b. zur notfallmässigen epilation von wildgewordenen augenbrauen)
  • mehrzweckhalter (der sog. paket-träger, hab ich noch nie gebraucht)
von 13 funktionen sind also für mich deren 4 überflüssig. stattdessen fände ich einen usb-memory-stick noch schick, eine kombizange (weiss zwar grad nicht wofür, aber man weiss ja nie) und einen kugelschreiber (fehlt oft im dümmsten moment). alles tools, die in anderen modellen eingebaut sind. die frage lautet also: warum bietet victorinox nicht ein customized sackmesser an?

für sackmesser-afficionados

wär doch toll, wenn ich mir mein persönliches sackmesser im netz zusammenklicken oder beim messerdealer meines vertrauens bestellen könnte. ein befreundeter sackmesser-afficionado sagte mir kürzlich, er würde für sowas glatt 500 piepen auf den tisch legen. so weit würd ich jetzt nicht unbedingt gehen, aber das drei- bis vierfache eines standard-sackmessers würd ich für das massgefertigte (customized) teil sicher bezahlen.

warum offeriert das die weltmarke victorinox nicht? sind die einfach noch nicht auf die idee gekommen? ist es technisch zu aufwändig? haben sie es nicht nötig und warten, bis es ein chinese tut? – ich werd mal anfragen. ganz nach dem anarchischen blogger-prinzip: zuerst posten und dann fragen:
hallo victorinox
ich habe auf meinem blog die idee eines customized sackmesser formuliert. bitte lesen sie hier: http://henusodeblog.blogspot.com.
dazu folgende fragen:
• hatten sie diese idee auch schon?
• wenn ja, werden sie sie umsetzen?
• wenn nein, finden sie die idee gut?
• wenn ja, wieviel würden sie mir für die idee bezahlen, falls sie sie umsetzen.
ich und meine leserinnen freuen uns auf eine antwort.
mit besten grüssen
der bugsierer

customized handy

wo wir schon mal beim brandaktuellen thema "customizing" sind, möchte ich ein solches vorgehen auch dringend für die handy-industrie vorschlagen. wenn man nämlich, wie ich dieser tage, nach einem neuen gerät ausschau hält (weil der fünfjährige nokia-knochen auch auf lautlos noch schellt, weil er nicht mehr vibriert, weil er keine kamera und kein radio/mp3 hat, weil der sms-speicher dauernd voll ist, weil der akku lahmt etc.), wer also ein neues gerät mit bestimmten funktionen sucht, dreht quasi durch.

die menge der modelle ist completely unüberblickbar. horror. und die menge der funktionen ist noch weniger. ohne eine flasche krattiger edelzwicker ist so eine recherche nicht zu überleben. ich will nämlich weder gamen noch wappen, weder mailen noch browsen, weder pushen noch organizen, weder freisprechen noch freihören, weder fernsynchronisieren noch streamen. all das ganze trallala brauch ich nicht. ich will nur telefonieren, smsen, fotografieren und radio/mp3 hören. und ich möchte ein schwarzes handy mit grossen tasten und einem stabilen gehäuse. nix klapp und nix schieb – ein simpler balken halt. und ich würde mir gerne ein solches gerät auf dem netz zusammenklicken.

vielleicht sollte man diese idee mal steven jobs stecken, der ja gerade drauf und dran ist, in asien 12 millionen iphones zu bestellen. kennt jemand die email-adresse von herrn jobs?

15. November 2006

pseudointellektueller schwachsinn für den müllhaufen


weiss hier jemand noch nicht, was ordnungspolitik ist? hier stehts wies geht. sogenannte (selbsternannte) ordnungspolitiker kommen meist aus der rechts-liberalen ecke und rufen die politik zu einer kruden ordnung auf. d.h. sie meckern gegen alles, was ihnen zwischen das rethorische zahnfleisch kommt.

gestern hat das "ordnungspolitische blog" in meinem bericht über den lumolith (siehe unten) einen manuellen trackback hinterlassen. ich natürlich sofort hin – ist ja immer schön, wenn sonst noch jemand über ein kulturprojekt in der provints (die bringz) berichtet. doch hoppla, was man da lesen muss, ist eine hinterwäldlerische tirade aus einer braun angehauchten ursuppe.

schon nur der name dieses blogs (jungs, es heisst das blog, nicht der blog, ordnungsgrammatisch gesehen) entlarvt die autoren als wenig kreativ. was man von politfritzen jeglicher couleur ja kennt. aber diese sonderbare clique treibt die lustfeindlichkeit auf die spitze. das wird nicht nur in dem undifferenzierten und mit falschen thesen gespickten lumolith-text klar, sondern auch in allen anderen texten dieses pseudoblogs (mit registrierungspflichtiger kommentarfunktion).

so verlangen die jungs etwa hier, dass universitäten sich ihre studis in zukunft aussuchen können sollen. der autor, der sich ganz unbescheiden als hervorragenden lehrer bezeichnet, brüstet sich damit, dass er schon heute nicht jeden in seinen unterricht aufnehme. richtig so, jawoll, typen wie euch sollte man die uni verbieten und euch erstmal ein paar jahre in die küche eines mac-donalds in shanghai stecken, damit ihr dort vielleicht merkt, wie die flache welt heute tickt und aus welcher ecke wahre innovationen kommen.

denn ja, was nützt ein doktortitel in oec. pub., wenn man solch undifferenzierten und mit unwahrheiten gespickten stuss von sich gibt? was nützt ein studiertes, aber nach wie vor kleingeistiges hirn, wenn es sich mit nichts als seelenlosem geschwätz und verbitterter häme über kultur- und umweltthemen hermacht?

jungs, wir glauben euch kein wort von eurer unsozialen, eigennützigen und stillosen schreibe. ihr seid nichts weiter als polemische ego-polterer, die schon bald auf dem abfallhaufen der moderne vermodern werden.

13. November 2006

interaktive lichtinstallation in burgdorf

in burgdorf wurde am letzten samstag mit dem projekt "lumolith" eine interaktive lichtinstallation gestartet. der 75m hohe "spreda-turm" liegt unübersehbar am östlichen eingang des städtchens, er verfügt über eine glasfassade und im innern gibt es einen zylindrischen kern:
Viele tausend Tonnen vornehmlich Tomaten- und Fruchtmark aus aller Welt werden jährlich in die oberste Etage des Turms gepumpt, um dann im Inneren des Zylinders in heisser und trockener Luft nach unten zu fallen und dabei zu pulverisieren. Das einzigartige Verfahren garantiert eine hohe Vitamin- und Nährstofferhaltung im Fruchtpulver.
die idee des lumoliths ist betörend:
An der Innenseite des gläsernen Gebäudemantels sind auf allen sechs Etagen Fluoreszenzleuchten in den Grundfarben Rot, Gelb und Blau angebracht. Durch die Ansteuerung jeder einzelnen Röhre wird es möglich, den Turm in beliebigen Farbnuancen und Intensitäten erleuchten zu lassen. Die Milchglasscheiben verteilen das Licht gleichmässig über die ganze Gebäudebreite, so dass sich der ganze Turm in einen einzigen grossen, dreidimensionalen Bildschirm verwandelt. Diese riesige und von allen Seiten sichtbare Schaufläche wird mit zwei verschiedenen Programmebenen bespielt.
die eine programmebene ist die bevölkerung, die via website an einer wöchentlich wechselnden umfrage teilnehmen und damit das licht verändern kann, was den lumolith zu einer riesigen interaktiven lichtinstallation macht. die frage dieser woche lautet: leben sie gerne an ihrem wohnort? was bisher 73% verneint haben. man darf gespannt sein, wann die grosse zügelwelle losbricht.

die besucher der website können die fragen für die nächsten wochen vorschlagen. ich habe heute folgende frage eingesandt: glaubst du an dich? – die zweite programmebene wird von einer handvoll künstler kreiert.

angeregt und initiiert wurde das projekt vom "forum für architektur und gestaltung" in burgdorf. diese architekten- und künstlergruppe fällt schon seit einiger zeit mit interessanten aktionen auf, so u.a. mit der monatlichen rubrik "schwarzweissmaler" in der berner zeitung, in der architektonisches in und um burgdorf erörtert wird.

eine schöne aktion. mir gefällt daran vor allem, dass es eine unaufgeregte "grossinstallation" fernab vom üblichen grossstädtischen schickimicki-kunst-hype-schnickschnak ist. wer keine zeit hat, sich auf der autobahn zwischen bern und zürich schnell nach burgorf zu begeben, kann die aktion auf einer webcam mitverfolgen.
der lumolith leuchtet noch bis zum 28. februar 2007, täglich ab dämmerung bis nachts um eins.

12. November 2006

charismedia droht mir mit abmahnung

cartoon: hermann der user

ist man als neoblogger eigentlich irgendwie schon sowas wie geadelt, wenn man von einer deutschen pr-klitsche eine abmahnungsdrohung erhält? erleichtert das den beitritt zu swissblogpress? oder hat man sich sonstwie sorgen zu machen? jedenfalls trudelte am sonntag kurz vor vier uhr morgens folgendes mail ein:

Von: Nils Regge
Gesendet von: gmail.com
Antwort an: nils.regge@charismedia.com
An: bugsierer @ gmail.com
Datum: 12.11.2006, 03:52
Betreff: Charismedia / Berufsblog

Hallo Henusode,

wie ich gesehen habe, haben auch Sie etwas zu dem spannenden Thema
Charismedia und Berufsblog in Ihrem Blog veröffentlicht :-)
Ich möchte Sie freundlichst nun bitten Ihrem Charismedia Beitrag zu löschen
Die Namensnennung verstößt gegen geltendes deutsches Recht.
Sie möchten doch auch nicht dass ich Internetseiten so gestalte, dass ich
mit Ihrem Namen auftauche und meine persönliche Meinung o.ä. über Sie /
Ihre Firmakundtue.
Der Name Charismedia ist beim deutschen Patent und Markenamt eingetragen.
Wie gesagt, die Bitte ist freundlich gemeint und ich hoffe sie stößt auf
Verständnis. Andere Leute gehen damit direkt zum Anwalt und dann sitzen
Sie auf den Abmahnkosten. Im übrigen fehlt auf Ihren Seiten ein
rechtskonformes Impressum.

Freundliche Grüße,

Nils Regge

lieber herr regge

boah! löschen soll ich also den beitrag (gleich der letzte, weiter unten ...). soll ich drüberpinkeln oder schicken sie mir eine flasche elbe-wasser, herr regge? sie sitzen doch
mit ihrer pr-klitsche in hamburg, oder? hamburg, müssen sie wissen, ist meine lieblingsstadt, oder zumindest eine meiner. ich habe von dort auch ziemlich viele besucher auf meinem blog, weil ich im sommer mal über den himmelsschreiber geschrieben habe. das bringt mir via google noch heute täglich ein dutzend hamburger auf meinen bescheidenen berglerblog. die werden sich ganz besonders freuen, hier wiedermal ein hamburger thema zu rezipieren.

sie glauben doch nicht im ernst, herr regge, dass ich einen beitrag lösche, der in der entsprechenden google-blog-suche auf dem vierten platz steht, oder? sowas kann man sich als kleines blog-kmu
auch in der schweiz nun wirklich nicht leisten. pr ist alles, das sollten gerade sie doch wissen. und, ähm, herr regge, gegen welches deutsche recht genau verstösst man mit der nennung ihres unmöglichen namens? meinen sie da irgendwelche gesetze von vor 60 jahren? oder ist das nur grossspurig dahergesagt?
wie sie richtig bemerken, fehlt in meiner bescheidenen bloghütte ein rechtskonformes impressum. das hat seinen grund nicht zuletzt in unberechenbaren blendern wie ihnen, herr regge. und im übrigen haben sie mein posting nur schlecht gelesen, nun ja, es war ja auch schon morgens um vier, als sie ihr böses mail im schafspelz abgesetzt haben. sind sie da gerade von der reeperbahn gekommen? wie stehen die koks-preise derzeit? sind die würste vor der davidswache noch immer so miserabel? wie läufts im dollhouse?

meine schuhnummer: 44

jedenfalls ist es in sachen impressum so, herr regge: erstens ist das hier in der sch
weiz kein thema, wir haben hier ganz andere sorgen (z.b. mit dem bunkern von schwarzgeld aus deutschland) und zweitens fehlt in ca. 50% aller blogger-blogs das von ihnen gewünschte impressum. sie können sich ja mal mit larry page oder sergey brin in verbindung setzen, das sind die besitzer von google, herr regge, denen auch dieser tolle blogservice gehört, in dem man anonym und erst noch gratis bloggen kann. vielleicht rücken die ihnen meine schuhnummer raus. schreiben sie einfach an: larry @ gmail.com oder sergey @ gmail.com. ich glaube allerdings kaum, dass sich die beiden mit ihrem klitschen-problem befassen werden, auch die haben momentan andere sorgen.

was ihre abmahnungs-dohung angeht, dürfte das ebenfalls schwierig werden, herr regge. sowas kennen wir hier in den alpen nämlich nicht. wir bergler tragen unsere konflikte nämlich immer noch mit der heugabel aus. ausser in st. moritz, da fuchteln wir mit der schampus-keule. klar, es gibt auch hierzlande ein paar anwalts-klitschen, die ihnen auf der suche nach einem vorwitzigen neoblogger behilflich sind. allerdings nur gegen vorkasse – und da dürfte der spass für sie schon wieder aufhören, denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man mit sowas wie ihrem saftladen genügend geld machen kann, um auch noch agile schweizer anwälte zu bezahlen.

nun, herr regge, es sieht auf der ganzen linie schlecht aus für sie und ihr charisma. und wenn ich das nächste mal in hamburg bin, werd ich mir in ihrem topunseriösen und höchst uneffektiven laden höchstpersönlich 100 euro (in kleinen scheinen) für ihren werbespam abholen, den ihre sally bei mir deponiert hat. betreiben sie ihre klitsche im hafenviertel? ach nein, ich sehe gerade bei google-maps, dass ihr zwielichtiges etablissement quasi im besten viertel zu hause ist – an der binnenalster. hm, erstaunlich. oder ist das dort nur eine briefkastenklitsche, herr regge?

im übrigen täuschen sie sich, wenn sie meinen, ich hätte etwas dagegen, wenn sie über mich und meine bloghütte schreiben. im gegenteil, ich halte es da nämlich eisern mit der guten alten hollywood-maxime: ist mir scheissegal was du über mich schreibst, hauptsache du schreibst meinen namen richtig. in diesem sinn möchte ich sie doch inständigst bitten, in zukunft meinen blognamen (henusode) nicht mit meinem bloggernamen (bugsierer) zu verwechseln.

aus den schweizer voralpen grüsst sie recht unerschrocken und extremely amused

der bugsierer

weitere berichterstattung über die charisma-klitsche gibts bei herrn gigold, beim donalphonso und bei lummaland.

+++

update 13.11.06/19h: haben wir da eingangs etwas von "geadelt" gesagt? voilà: das zeit-mecker-blog berichtet und verlinkt den bugsierer. hoppla. so kommt man ungewollt in die schlagzeilen. ebenfalls berichtet das handlesblatt-weblog indiskretion ehrensache über die charismedia-story und oliver g weist auf meine schöne replik aus helvetien hin. resultat: mucho traffico. – na, herr regge, und wie läufts bei ihnen so?
update 17.11.06 > hier

9. November 2006

charismedia müllt blogs zu

da fiel mir kürzlich in meinem blog ein sehr merkwürdiger kommentar auf, gezeichnet von einer gewissen sally und ungewöhnlicherweise mit einer url eines blogs versehen. da die olle sally eine olle frage stellte, kommentierte ich zurück und strich das ding dann aus meinem gedächtnis.

heute stosse ich bei thomas gigold auf ein posting über kommentar-spam – von sally. in seinem blog hat sie zwei ihrer üblen duftmarken hinterlassen. dies im auftrag der hamburger agentur charismedia, einer e-marketing-klitsche wie sie im buche steht.

solcherart (händisch geschriebener) kommentar-spam und andere lusche machenschaften zur portierung irgendwelcher websiten sind in deutschland relativ weit verbreitet. wer die dortige szene beobachtet stellt fest, dass wir hier in der schweiz dagegen in einer kuscheligen wohlfühl-oase leben (wie in so vielen anderen bereichen auch).

was diesen fall hier betrifft, bleibt daran zu erinnern: wo charisma draufsteht, ist meistens müll drin.

8. November 2006

firefox 2.0 macht alte kisten schneller

auf rat von meinem privaten chef-geek hab ich nun firefox 2.0 doch installiert. abgehalten hat mich das misstrauen gegenüber allen neuen software-versionen, auch wenn sie nicht beta daherkommen. und das eine oder andere posting, wie dieses hier. auf meine frage, ob das teil schneller sei als das alte, wusste mein chef-geek keine antwort. seine kiste sei dermassen extrem schnell, dass er das nicht beurteilen könne. aber er meinte, probiers aus, du kannst ja immer noch die alte version benutzen, wenns nicht funzt. werd ich aber nicht, denn das teil funzt prächtig. viel prächtiger als das alte:

erstens: der neue firefox macht meine alte kiste (ein über 5-jähriges ibook) beim surfen spürbar schneller. selbst sevenload-filmli kommen jetzt fast ruckelfrei daher und die ollen sf-videos machen sich auch besser. der online-tagi blättert sich schneller durch und auch der eiffelturm auf google satellite maps ist im nu auf dem klapprechner angekommen. eine freude.

zweitens: die bildqualität ist rundum besser, schärfer, klarer. kleine schriften (ein immer noch weit verbreitetes übel, auch in blogs) lesen sich besser und die farben leuchten, als hätt ich das display frisch gebohnert. toll.

wer also wie ich auf einer alten kiste durch den cyberspace wandelt: firefox installieren!

7. November 2006

6. November 2006

sbp: ... ausser wir werden verarscht

die medienfachfrau daniela a. caviglia hat sich in ihrem blog mit pep mit dem schweigen der elte-lämmer von swissblogpress befasst. ihr fazit in drei punkten:

1. die kommunikation von swissblogpress ist grottenschlecht.
2. die gründung von swissblogpress ist misslungen
3. ... ausser wir werden verarscht

wen es überhaupt noch interessiert: lesen!

morgen: online-demo gegen internet zensur

freie meinungsäusserung ist für uns in europa so normal wie wie das tägliche aufgehen der sonne. dass das nicht überall so ist, vergessen wir nur zu oft. so z.b. auf den malediven, wo laut reporter ohne grenzen sog. cyber-dissidenten von präsident maumoon abdul gayoom (der dort seit 25 jahren ein grausiges regime führt) konsequent verfolgt und eingesperrt werden. nicht besser ist es in anderen ferienparadiesen, so etwa in cuba und tunesien, sowie in weiteren staaten wie china, lybien, vietnam, iran, syrien etc.

laut reporter ohne grenzen sitzen derzeit 61 cyber-dissidenten (also vorwiegend blogger) in 13 staaten in gefängnissen ein, die meisten davon in china. das chinesische regime will zudem laut spiegel online seine 17 millionen blogger mit ihrem klarnamen registrieren und sie mit (zensur-)regeln in schach halten. soweit so schlecht.

amnesty international fährt seit einigen monaten schon eine kampagne gegen die unterdrückung des freien wortes im netz. so z.b. mit einer petition an die betreffenden regierungen, die du hier unterschreiben kannst.

reporter ohne grenzen führt am 7. und 8. november (also morgen!) eine 24stündige online-demo gegen internet zensur durch. so kannst du mitdemonstrieren:

1. falls du ein blog hast, mach deine leser auf diese aktion aufmerksam. (du darfst hier gerne copy/pasten)

2. wenn du kein blog hast, informiere deine freunde per e-mail.

3. klick dich zwischen morgen dienstag, 7. november ab 11 uhr und übermorgen 8. november bis 11 uhr auf die seite von reporter ohne grenzen. dein klick wird als stimme gezählt und du wirst dort viele informationen zum thema finden.

ausserdem kannst du während dieser online-demo eine mitteilung an die gründer von yahoo absetzen. warum yahoo? weil diese firma seit jahren nicht nur ihre suchmaschine gemäss den wünschen der chinesischen regierung anpasst (tut ja google auch), sondern darüber hinaus mit der chinesischen polizei kollaboriert und z.b. e-mail-daten von cyber-dissidenten herausrückt.

übrigens hat reporter ohne grenzen ein 46-seiten starkes handbook for bloggers and cyber-dissidents (download als pdf) herausgegeben, das wohl eines der umfassendsten (kostenlosen) bloggerkompendien darstellt und auch für hiesige qualitätsblogger noch den einen oder anderen brauchbaren tipp bereithält – für blog-einsteiger eine goldgrube.

4. November 2006

50 jahre tv-werbung: die besten spots

die fernsehwerbung hat geburtstag. den 50igsten. (wie doch die zeit vergeht.) runde geburtstage sind beste gelegenheit zum rückblick. in sachen tv-werbung gibts bei focus online eine amüsante kollektion mit highlights der tv-spot-mottenkiste. wer den vergleich zur aktuellen spot-kunst machen will, bedient sich im persönlich-archiv. viel spass.

via werbeblogger

3. November 2006

swissblogpress: von fettnäpfchen zu fettnäpfchen

wie wärs eigentlich mit einem sbp-watschblog? der stoff dazu wär reichlich vorhanden. schon nach einer woche. tolle leistung. bevor wir aber mit der tür in die bloghütte stürzen, seien hier ein paar beobachtungen und bemerkungen für die geschichtsbücher festgehalten.

mit dem begriff "elite" hat sich sbp in ein blubberndes fettnäpchen gesetzt – und scheint sich dort genüsslich und saunamässig auszuruhen. weder die beiden ko-präsis noch die mitgliederblogs fühlen sich bemüssigt, gross in die diskussion einzugreifen. zu meinem kritischen posting von letzter woche hat einzig der unmündige leser stellung bezogen (mit einer gratulation zu meiner analyse) und auch in anderen blogs war er der fleissigste und praktisch einzige sbp-kommentierer. selbst im sbp-blog wird auf die comments null rückkommentiert.

null diskursive ambitionen

in den 13 mitgliederblogs findet sich nur ein einziges posting, das die diskussion aufgreift: der leumund beklagt sich etwas betupft über die jungen wilden – zum teil zu recht. in vielen blogs wurde sbp auf die angestrebte vermarktung sowie auf das elite-fettnäpchen reduziert, oft mehr gehässig als analytisch. das ist ungerecht, liegt aber an der dürftigen information zum unausgegorenen gesamtkonzept von sbp.

auch die neuesten postings im sbp-blog verheissen wenig kommunikationsfreude, null diskursive ambitionen und konzeptionelle ratlosigkeit. man spricht hier schönfärberisch von "guten nachrichten": es hätten sich fast 30 blogs um eine mitgliedschaft beworben. die schlechte nachricht ist aber: das aufnahmeprozedere dauere bis ende november und benachrichtigt würden die gesuchsteller bis anfang dezember (der ja bis zum 10. dauert). machen die das alles per post? oder zu fuss?

den kommunikativen vogel schiesst das sbp-präsidium aber mit diesem statement ab – meint doch da der eine ko-präsi (feuillet):
die idee, mehr öffentliche aufmerksamkeit für blogs zu schaffen, ist auf ein positives echo gestossen. wir freuen uns, swissblogpress mit neuen, interessanten blogs anreichern zu dürfen. danke für euer interesse.
ich musste diesen satz dreimal lesen, aber er steht wirklich so da. kein wort zu den ganzen diskussionen, keine replik zur allgemeinen kritik, nichts als positives echo wird da vermeldet. ähm, das ist irgendwie, nun ja, wie soll ich sagen, ähm, – not-very-blog-like sowie eine eklatante verdrehung der tatsachen. das echo war nämlich vorwiegend kritisch bis ablehnend, viele blogs haben sogar offen bekundet, dass sie sich nur anmelden, um entweder einfach mal einen schuh reinzuhalten oder dann um die sache ev. noch rumzureissen.

gesprächsstoff als qualitätsmerkmal?

und weiter heisst es da vom anderen ko-präsi (schenkel):
nun sind wir also eine woche mit swissblogpress online. die reaktionen sind unterschiedlich ausgefallen. jedenfalls haben wir für gesprächstoff gesorgt.
aha. für gesprächsstoff gesorgt. super. welcher art denn? und ist das ein qualitätsmerkmal? aber es kommt noch dicker:
«was ist swissblogpress genau?», mag sich noch immer die eine oder der andere fragen. vielleicht wissen wir das selbst noch nicht bis ins detail. wir wollten vor einer woche einmal mitteilen: es gibt uns. wir haben diese und diese vorstellungen unserer ziele. und wir sind offen für neue mitglieder. mehr nicht.

spassfaktor als maxime

super. das ist, als würde ein neugegründeter handballverein mitteilen, er habe soeben einen ball und zwei tore gekauft und wolle direkt in der nati-a einsteigen, aber das regelwerk müsse man erst noch studieren. weiss sbp jetzt nur vielleicht nicht, was er eigentlich will, oder gar nicht? ach ja, im nächsten satz kommt ja die antwort: man wollte eifach mal mitteilen, dass es sbp gibt. und hat dazu mal schnell ein paar fiitschers in den klapprechner gehackt, was in einer stunde oder zwei sicher zu machen war. mehr zeit hatte man nicht, wie die unprofessionellste aller entschuldigungen bestätigt:
wir engagieren uns ehrenamtlich für dieses anliegen. da kann es gut vorkommen, dass noch nicht alles so rund läuft. hauptsache aber ist: wir sind motiviert, neue projekte anzureissen, und haben dabei viel spass.
nun ja, der spassfaktor ist auch im vereinsleben nicht zu vernachlässigen. aber ehrenamtlichkeit ist leider keine taugliche entschuldigung für solcherart selbstüberschätzung. schon gar nicht in diesem fall, in dem sbp von neuen mitgliedern qualität einfordert und sich selber gebährdet wie eine sekundarschulklasse am ende einer medienwoche.

wo bleibt die debatte?

mit anderen worten: das unklare und erklärtermassen nichtvorhandene konzept von sbp sowie das elite-fettnäpchen kann als mittelgrosser start-fauxpas durchgehen. dass aber die sbp-jungs auf die ganze kritik nur quasi rudimentär bis gar nicht eingehen, das ist doch sehr schwach. der gemeine blog-newbie und altwilde fragt sich da, inwiefern die herren altblogger das konzept der offenen kommunikation in der blogosphäre kapiert haben resp. es in ihrer eigenen sache ernst nehmen. sie fordern qualität – und die besteht bei einem gepflegten blog ja zu einem guten teil aus kommentar und rückkommentar, aus dem diskurs, der debatte, dem streitgespräch. genau darauf lässt sich sbp bis heute null ein und glänzt stattdessen mit einer miserablen website, mit null konzept, mit dem rückzug ins schneckenhaus und mit banalen schönfärbereien.

das alles ist fatal. das lässt wenig hoffnung zu auf die halbwegs professionelle umsetzung der hehren sbp-ziele. und die fragen müssen erlaubt sein, wie man mit diesem laienhaften konzeptionellen und publizistischen niveau die glaubwürdigkeit von blogs fördern will. oder das vertrauen von werbetreibenden gewinnen. oder die publizistische qualität fördern.

was braucht es noch, um die sbp-gründer aus der reserve zu locken?

die spinnen, die amis


welcher mittelständler würde sich nicht die finger schlecken, er hätte auf seiner website statt einiger tausend klicks pro monat deren 70'000 im tag? genau, ein us-amerikanischer. er lässt nicht nur das fingerschlecken ganz weg, sondern auch jegliche kreativität, was man mit so vielen klicks denn anstellen könnte. stattdessen rüttelt der selbstbewusste david am grossen goliath und klagt.
Die US-amerikanische Rohrfirma "Universal Tube & Rollform Equipment Corporation" hat ein Problem: Ihre Internet-Adresse "utube.com" wird von immer mehr Surfern im Browser eingegeben, die eigentlich zum Video-Portal "YouTube" wollen. Statt der wenigen tausend Visits im Monat wie früher würden inzwischen täglich mehr als 70.000 Besucher der Seite "utube.com" gezählt. So komme es immer wieder zu Überlastungen der Server, mit der Folge, dass utube.com überhaupt nicht erreichbar ist. Und weil dies so nicht weitergehen könne, hat Universal Tube jetzt gegen die Betreiber der Video-Community "YouTube" geklagt. In der beim U.S. District Court for Northern Ohio eingereichten Klageschrift fordert das Unternehmen mit einer mehr als zwanzigjährigen Geschäftshistorie unter anderem ein Verbot der Nutzung der Domain "Youtube.com" durch das Video-Portal sowie die Übertragung der Domain an Universal Tube.
das selbstbewusste röhren-kmu scheint von einer art branchenleiden befallen zu sein und benimmt sich ziemlich hohl: immer wieder müsse man auch journalisten abwimmeln, die über die verwechselung berichten wollten. – journis abwimmeln... dümmer gehts wirklich nicht mehr.

die ganze story gibts bei heise.

via steff per e-mail – merci!