2. September 2006

Expedition Gotthard

Wir haben ein Konzept für ein neues und aufsehenerregendes Projekt. Wie jede gute Idee muss auch diese in einem Satz zu beschreiben sein: Wir kaufen uns nächste Woche einen Ferrari 365 GTB-4 Daytona und fahren damit 100 mal rückwärts über den Gotthard. Über die Tremola, wohlverstanden. Soweit die noch intakt ist. Das wird super. Das hat noch keiner gemacht. Ist eine totale Ausdauer- und Willensleistung.
Wir nennen das Event (oder sagt man der Event?) Expedition Gotthard.
Damit das Ganze auch noch einen seriösen und ernsthaften Touch erhält, haben wir uns einen Charity-Partner geangelt, den wir mit dieser Aktion unterstützen: Die VSF. Die Strassenopferhilfe Zürich.

Jeder Franken zählt
Jeder Franken geht auf das Konto dieser Institution. Also, ähm, jeder Spendenfranken. Wir rufen nämlich im Rahmen dieses Events zu Spenden für Strassenopfer auf. Weil man ja in unserem Alter (ab 40) Verantwortung übernehmen soll. Irgendwann ist einfach fertig mit diesem banalen Geradeausfahren mit dem Ferrari. Auch über Pässe. Man muss mal endlich an die Opfer denken! Hier ist das Postcheckkonto: 87-42210-6.
Dann haben wir natürlich auch Sponsoren. Die Verträge sind zwar noch nicht unter Dach und Fach, aber wir stellen uns das so vor: 5 - 10 knackige Consultingfirmen, denen wir dann am Ende des Events in Workshops und Motivationsseminaren etwas über das Rückwärtsfahren über den Gotthard vorflöten. Als Supplierpartner (Ausrüster) nehmen wir Nokia (Mobloggadgets), Pirelli (Pneus und Kalender), Tuttifrutti (Zwischenverpflegung), Locher-Bier (Doping), OPEC (Gratisbenzin), Marquard Media (Boxenluder) und EMS-Chemie (Schmiermittel) dazu. Als Sponsoren wären Air Berlin, Easy Jet und Ryan Air lässig. Das Patronat übernimmt Flavio Briattore. Die Logistik Ross Brawn (Strategieguru).

Bugsierer wird glücklich
Die Pressekonferenz machen wir in der Schöllenenschlucht. Dort hats einen grossen Parkplatz und ein nettes Beizli für die Gemüsesuppe. Den Ferrari stellen wir fotogen auf die alte Teufelsbrücke. Den Journis wird der Bugsierer sagen: "Ich brauche meine Aktivitäten, um ein glücklicher Mensch zu sein.“ Die Original-Pressemitteilung kann sich die Journaille dann hier runterladen. Schon Stunden später werden die Onlinemedien titeln: Bugsierer mit Ferrari 100 x rückwärts über den Gotthard für einen guten Zweck. Super. Genau so soll es sein. Charity wirkt immer. Man muss nur darüber sprechen. Gebetsmühlenartig. Nie aufgeben. Ausdauer haben. Yes. Hat der Ferrari auch, die alte Kiste.
Anschliessend machen wir ein Buch, eine DVD, eine TV-Doku-Serie, eine Multivisionsshow (inkl. Tournee CH/D/A) und der Bugsierer tritt in diversen Talkshows (Schmidt, Letterman etc.) auf. Dort wird der Bugsierer Sätze wie diesen in die Welt tragen: „Expedition Gotthard bietet mir ein ganz neuartiges, extrem vielseitiges Experimentierfeld, um meine rationalen, emotionalen und intuitiven Fähigkeiten weiter zu schulen und anzuwenden. Ich bin neugierig, was mich da oben auf dem Gotthard alles erwartet.“ Auf die entsprechende Gegenfrage von Harald Schmidt werden wir uns gebührend coachen lassen. Nur Profis hier in diesem Zirkus.

Das Bugsierer-Bett in Altdorf
Mit den gesammelten Spendengeldern werden wir im Kantonsspital Altdorf das Bugsierer-Bett installieren (feierlich). Für alle, die auf der Tremola von dänischen Touristen über den Haufen gekarrt werden oder mit dem 1'000er-Sugi von fribourgischen Sonntagsfahrern (mit Hut) von der Serpentine gedrängt werden. Diese Spendenaktion organisieren wir so: Mit jedem Pirellipneu, jedem Ferrari oder jedem Aschenbecher, der auf der Website mittels Mausclick virtuell auf das neu zu bauende Bugsierer-Bett gezogen wird und zwischen 10 und 50 Franken kostet, wächst das Bett um den entsprechenden Betrag. Super, gell. Im Übrigen wird die Spendenaktion auch in allen Impressümern der Bücher, DVDs und den Abspännen der Dokufilmreihe erscheinen. Sollte schon was zusammenkommen so. Wenn nicht fragt eh keine Sau. Die Journis sind froh, wenn sie die Originalpressemiteilung als Zweitverwertung copypasten können und das Publikum interessiert sich eh nur für den roten Ferrari und die Boxenluder. Da Ueli Heiniger soeben pensioniert wurde, ist auch vom Dsischtigsclub keine kritische Masse zu befürchten. Also alles easy. Wo geht's hier zum nächsten Ferraridealer?

Natürlich ist dieses Konzept zu 100% im Internetz geklaut (Wo? Na hier.) und für des Bugsierers Vorlieben (Ferarri 365 GTB, heisse Bienen, Gotthard, Grotto Ticinesi, Veltliner etcpp) adaptiert worden. Eine kritische Originalanalyse zum Originalkonzept befindet sich weiter unten in diesem Original-Blog. Alle Inhhalte stehen unter einer kreativen Kontent Lizenz.

Kommentare:

  1. Köstlich zu lesen - und leider wahr.

    Grüsse

    thunderstorm

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  2. geile charre !

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  3. @ Thunderstorm: Danke für das Kompliment. War auch köstlich, das Ding zu schreiben und zu denken.
    @ Anonym: Geiler Kommentar!
    @ Leu: Du bist engagiert. Kannst ja auf dem Gurnigel schon mal üben.

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  4. zu köstlich :_)

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