2. September 2008

madonna: pompös, protzig, prollig


die completely überschätzte popübermutter madonna war da. ich war nicht da, gott bewahre mich vor einem 2stündigen unterhaltungsabend, an dem ich ca. 5 stunden inmitten von tausenden entnervten gästen in der schlange muss, die bühne 400 meter weit weg ist und die screens trotzdem noch zu klein sind. igitt.

keine ahnung wie man drauf sein muss, um sowas freiwillig zu frequentieren und auch noch ein pompös teures ticket dafür zu kaufen. diese frau ist doch schon lange völlig von der rolle. tschuldigung, aber wer mit einem persönlichen staff von 40 leuten, 3'000 kostümen, 69 gitarren und 120 puderdosen auf tour geht, von einem diamantbesetzten thron runtersteigt und sich auch sonst am liebsten gottähnlich in szene setzt, ist irgendwie nicht mehr ganz dicht.

diese hemmungslos pompöse, diese inszenierte prunk- und protzsucht erinnert doch sehr an das krankhaft abgehobene einer imelda marcos. auch die militärjets im vorprogramm haben was imeldahaftes. was der geier haben militärjets an einem popkonzert verloren? als alter sack, der grosse popmusiker noch als integre künstler erlebt hat, wird man das noch fragen dürfen. kampfjets am popkonzert, mann, wie verludert ist das denn?

sogar blocher musste hin. seine frau, neuerdings erziehungsexpertin der svp, hat ihn genötigt: stöffeli, entweder du kommst mit oder es gibt kein schniedelwutz mehr. zähneknirschend hat er es hingenommen. man möchte zu gerne wissen, was er sich so gedacht hat inmitten von dieser zweistündigen soundkaskade, die ihm seine hosenbeine quasi ununterbrochen zum vibrieren gebracht haben müssen. ("nächstes mal muss toni ran")

die nzz sagt:

Madonna verkörpert das absolute Leistungs- und Ökonomieprinzip, ihr Körper ist ein Hochleistungsmotor. ( ... ) Dem Publikum auf den Tribünen schallte die Musik aus grosser Distanz entgegen. Und aus weiter Ferne erschien Madonna selber wie ein fleissiges Insekt; selbst auf den Video-Screens wirkte sie wie ein Pop-Püppchen.

bloggingtom sagt:

Irritiert hat mich auch die Tatsache, dass der Hauptteil des Konzerts eine Playback-Show war.

jean martin büttner, musikkritiker, sagt bei newsnetz:

Das einzige über­deutlich Sichtbare ist ihre Initiale, ein riesiges «M», das links und rechts der Bühne drohend in die Höhe ragt («M» nennen sie übrigens auch ihre Angestell­ten). Die turmhohe Majuskel und daneben die winzige Chefin, um die sich alle drehen – besser liesse sich die Fallhöhe zwischen Mythos und Realität nicht vermessen. ( ... ) Zwar sieht man die Begleitband der Sänge­rin kaum, weil die meisten Musiker am Bühnenrand hingestellt wurden und dort an ihren Geräten drehen. ( ... ) Aber sie war schon immer ein Medium, das sich nicht an seine Botschaften hält.

so weit so schlecht. es ist bemerkenswert, dass eine musikerin mit konstant falscher intonation ein solche karriere hinlegt und immer noch als musikerin durchgeht. irgendjemand hat geschrieben, sie wäre bei bohlen und dsds voll durchgefallen. genau genommen ist es ja mehr eine sexkarriere als eine musikkarriere. wenn das blocher wüsste.

madonna, die sog. stilikone, ist die vorreiterin des aktuellen und megaoberflächlichen plasticpopgedudels, wo mit hochgetunten, seelenlosen und austauschbaren superbodys einem infantilen, oft nuttigen und sexistischen image gehuldigt wird. completley oversexed and underfucked.

arme jugend, die mit diesem prolligen, blutleeren und beliebigen tussenpop aufwächst. von rohr hat eben doch recht: mehr dräck wäre nicht verkehrt.
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Kommentare:

  1. Naja...irgendwann wird Provokation um der Provokation willen auch wenn es handwerklich gut gemacht wird langweilig. So ein klein wenig Inhalt täte da schon gut.

    Aber kann man überhaupt noch provozieren, wenn Blochers da hinlatschen?

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  2. Erfolg muss nicht unbedingt immer mit Qualität zu tun haben. Besonders im Musik- und Showbusiness wird oft und gerne etwas hochstilisiert, das eigentlich kleiner und unbedeutender wäre, während irgendwo im Untergrund fantastische Bands hausen, denen dann zwar ein kleines, aber feines Publikum zuhört.

    Zum Beispiel hier:
    http://www.swissunderground.com/

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  3. @ mara: genau, langweilig ist er, dieser plasticpop.

    @ reto: tja, der geschmack der massen ist nun mal nicht der beste. und der der medien schon gar nicht.

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