1. Februar 2007

vom aussterben bedroht: metzgergotlett


das gibt es fast nirgends mehr: das metzgerkotelett. als es zum ersten mal vor mir stand, war ich baff. am normalen gotlett haben die einfach das dran gelassen, was wir sonst als brustspitz (spare ribs) kennen. ein mordsteil, sehr lecker. auch der kartoffelsalat dazu war vorzüglich.

essen kann man sowas nur noch in wenigen beizen, leider. es gibt zwar landauf landab in unzähligen landbeizen eine metzgete, aber ein metzgerkotelett in dieser form kriegt man nur sehr selten. es ist quasi vom aussterben bedroht. darum sag ich hier auch nicht, wo es das gute stück noch gibt. es hat in dieser beiz (im schweizer mittelland) eh schon immer zu wenig davon. (für afficionados liesse ich mich per e-mail ev. erweichen, wenn sie gute argumente haben).

die metzgete findet in den meisten schweizer beizen an verschiedenen wochenenden während des winters statt. auf der karte stehen dann blut- und leberwürste, schweinsbratwürste, prägu (eine art ragout) und eben das klassische kotelett. als beilagen werden meistens kartoffelstock, kartoffelesalat oder pommes frites als leicht pervertierte neuzeitvariante angeboten.

die metzgete war früher ein ländlich-winterliches ritual: mangels kühltechnik wurde alle zwei wochen oder so ein schwein geschlachtet und dann erstmal ein wochenende tüchtig reingehauen. was übrigblieb, ging auf den markt und dann gabs für zwei wochen wieder nur huhn, oder geräuchertes oder gar kein fleisch.

beim googeln nach metzgete bin ich zufälligerweise über einen verein zur förderung des ansehens von blut- und leberwürsten gestolpert. kein witz, die gibts wirklich.

Kommentare:

  1. (...) und dann die Bäckereien! Hiestand hier, Hiestand dort! Verda**t nochmal!
    Was ist aus unserem Essen geworden?

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  2. stimmt. ein gutes brot vom bäcker ist bald so selten wie ein telefon mit wählscheibe.

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