25. Juli 2006

Ist Zgraggen Schagg gedopt?

Ein Topblogger, dieser Zgraggen. Ich blogge das jetzt nicht, weil ich sonst nichts zu bloggen hätte. Ich hätte haufenweisen zu bloggen. Aber das blogge ich erst übermorgen. In einem anderen Blog. Aber das ist eine andere Geschichte. Hier geht's jetzt um den Zgraggen Schagg. Er befindet sich seit einigen Tagen in einer absoluten Hochform. Unglaublich. Jeden Tag ein post, jeden Tag ein Brüller.
Gestern hat er eine sehr delikate britische Studie in fünf Haupt- und zwei Nebensätzen zu einem wahren Kabinettsstück gemacht. Vorgestern gab's den 3. Teil seiner Serie "Bergbauern – überall im Weltall" und zwar mit einer Pointe, die sich gewaschen hat. Da kann noch mancher Profisatyriker in Funk und Fernsehen sich was abschneiden davon. Vorvorgestern hat er den Weg, den Roger Köppel mit der Weltwoche gehen wird, mit dem der Bergbauern verglichen – bergab.
Der Zgraqggen Schagg publiziert jeden Tag 1 x. Meistens nur eine handvoll Sätze. Er ist ja nicht nur Blogger, sondern vor allem Bergbauer. Ein Urner erst noch. Als der Gotthardtunnel und damit die ganze Nord-Süd-Achse Palermo Amsterdam nach dem Bergsturz kürzlich wieder eröffnet wird, schreibt er nur zwei Sätze, aber die habens in sich:
Am nächsten Freitag geht die Gotthard-Autobahn wieder auf.
Bei mir geht dann das Schlafzimmer-Fenster wieder zu.

Extrem träf, der Bursche. Ob Internet-Zensur in China, Benzinpreis, Wildverbiss, 88-Gipfel oder oder über "seinen" Herr Dr. Blocher, er bringt immer eine träfe Pointe. Ich stelle mir manchmal vor, wie er das als Bergbauer macht mit der Bloggerei. Steht er in aller Herrgottsfrühe auf, melkt seine Kühe, bringt den Mist auf den Mist und setzt sich dann in die Küche zum Frühstück? Dort liest er vielleicht die Zeitung und verschafft sich einen Überblick über die heissesten News des Tages. Vielleicht macht er sich auch nur einen Kaffee und setzt sich an den Computer und liest dort die News und macht sich ein paar Notizen. So machen die das bei 10vor10 auch. Irgendwie.
Jedenfalls kommt dann gegen Mittag meist der erste Beitrag in seinem Blog. Manchmal wird es auch Nachmittag, hin und wieder auch Abend. Manchmal gibt es auch zwei pro Tag. Immer sind es nur ein paar Sätze, die aber gut getunt sind und oft ist die Pointe ein Brüller. In den letzten Tagen war es nicht nur oft, sondern immer. Ist der etwa gedopt?
Hat er einen Ghostwriter? Kaum. Welcher Topsatyriker kann sich schon in einen Urner Bergbauern reindenken? Unmöglich. Und wovon sollte er sowas finanzieren? Kosten ja wie Anwälte, diese Topsatyriker. Und die Vorstellung, der Zgraggen Schagg würde irgendwelche Direktzahlungen vom Bund an eine Satyreagentur in Dübendorf umleiten, ist ja auch absurd. Klar, bei den Bauern kann man nie wissen. Einige von denen haben schon für ganz andere Dinge Kohle umgeleitet. Aber der Zgraggen? Neiiin, der ist momentan einfach in einer Topform. Den solltest Du lesen. Täglich.

Kommentare:

  1. das ist doch realsatire. anders kann ich mir das nicht erklären...

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  2. Den Zraggenschagg wollte ich bereits auf den Swiss Blog Awards Thron hieven, leider haben zu wenige mitgemacht...

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