8. September 2007

konspirative blogger-geheimpläne


die hecken was aus, drüben bei yoda. es dürfte sich um eine nachfolge-orga für die post-sbp-zeiten handeln. swissblogpress beerdigt sich ja in diesen tagen genauso schleichend kompliziert wie sie sich gegründet haben. ich wollte mehr wissen über den geheimplan von yoda & co., aber selbstverständlich gibt das mindmap, das er heute abbildet, gar nix her. nada. also ein echter geheimplan. liegt ja voll im trend, so geheimpläne.

auch bei neuerdings sind sie am konspirativelen – gegen die neuen und unglaublich krassen SUISA gebühren auf allen möglichen speichermedien. was die alte tante hier anleiert ist wirklich der hammer und läuft completely aus dem ruder. beispiel: in zwei jahren, wenn wir dann mal mp3-player mit 80 GB kaufen können, werden auf solchen geräten 380 franken gebühren fällig, was dann etwa gleich viel wäre wie der gerätepreis.

absurd ist ferner die tatsache, dass von diesen gebühren auch simple und schon bald alles dominierende speicherkarten betroffen sind, ganz gleich ob sich darauf musik oder geschäftsdaten oder selber gemachte fotos befinden. man muss sich allen ernstes sorgen machen um die zurechnungsfähigkeit von hochbezahlten leuten, die solchen unsinn aushecken und im parlament auch noch durchwinken. man führe sich als engagierter onliner unbedingt den ganzen artikel bei neuerdings zu gemüte und staune ab den unglaublichen monströs-tarifen. HORROR.

die SUISA hinkt der technischen entwicklung schon seit eh und je unnötig weit hinterher, das ist ein altes und wehmütiges klagelied – nicht nur für die konsumenten, auch für die künstler und die veranstalter. jetzt aber kulminiert die totale intellektuelle überforderung dieser staatlichen institution in einem völlig abgehobenen, realitätsfernen, informations-, wirtschafts- und kulturfeindlichen gebührenkonzept.

man hat den erschreckenden eindruck, dass unsere staatliche urheberrechtsgesellschaft keinen dunst von der aktuellen entwicklung und der mittelfristigen zukunft der sog. informationsgesellschaft hat. aber wirklich gar keinen. null affinität zur schönen neuen online welt und ergo überhaupt nicht begriffen, dass man in dieser offenen online-architektur die copyrights nicht mit methoden von vorgestern verwalten/verteidigen kann. sie haben nicht verschlafen, dass content heute was völlig anderes ist als noch vor zehn jahren, dass die private gratis-kopie der motor ist, der die neue content-welt antreibt. gar nix haben sie kapiert in der obersten copyrightbehörde des landes und vermutlich haben sie auch die messerscharfe analyse "Musik wird gratis sein, oder sie wird nicht sein" von bänz friedli im tagimagi nicht gelesen, diese staatsdilletanten. man wird ferner das eigenartige gefühl nicht los, dass die SUISA vorwiegend daran werkelt, den grossen verlagen und showbrands unanständig viel kohle in die kassen zu spülen und der ganze rest kümmert sie einen deut.

wildwestmethoden sind ein dreck dagegen – die SUISA gebärdet sich mit diesen neuen tarifen als dilletantischer, weltfremder und anmassender saftladen, der seine gesellschaftspolitsche aufgabe nur noch sehr suboptimal wahrnimmt. und es ist kaum zu fassen, dass die politik sowas lebensfernes nicht schon im ideen-stadium unter den tisch putzt. sind wir hier in palermo oder was?
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