30. November 2006

100-dollar-laptop

der 100-dollar-laptop (eines der gesellschaftlich wichtigsten it-projekte überhaupt und hier schon seit ewigkeiten als empfehlung in der blogroll: one laptop per child) ist bei andreas göldi auf seinem hervorragenden blog beobachtungen zur medienkonvergenz heute wiedermal thema. sehr spannend, was er da schreibt, nicht zuletzt auch, weil seine texte so wohltuend weit weg von dem üblichen geekgesülze liegen.

so gefährlich ist die welt

naturkatastrophen, pandemien, terroranschläge, politische umstürze oder ökonomische unwägbarkeiten – das sind noch wahre sorgen.
von spiegel online fein säuberlich in einer komfortablen interaktiven grafik zusammengetragen. wer sich mal einen überblick verschaffen will, wie es eigentlich so steht ausserhalb der wohlfühl-oase schweiz, ist hier gut bedient. aber stell dir eine flasche wiesendanger edelzwicker neben den klapprechner – ist ohne schlecht zu ertragen.

28. November 2006

swissblogpress: bugsierer geht eigene wege


abgelehnt. das war nicht anders zu erwarten bei einem blog, das bei swissblogpress als erstes grad mal das logo abschaffen und den namen ändern wollte. dass die absage allerdings ganz ohne begründung kam, war eine überraschung. eine mehr.

auf eine erste nachfrage kommt dann doch die auskunft: das alterskriterium ist nicht erfüllt. korrekt. ist auch im fall von blogkritik.ch korrekt, aber dort in meinen augen erst recht falsch entschieden. irgendwie kleingeistig. ein guter fussballtrainer, ein regisseur, ein konzertveranstalter, ein zirkusdirektor oder ein smarter unternehmer hätte blogkritik.ch resp. den schillernden blogicki mit handkuss genommen.

gewiss, sbp ist kein zirkus. irgendwie ist das aber schade. es ist auch kein varietee, dazu ist und wirkt es zu stumm. wer sich so weit aus dem fenster lehnt und dann jegliche debatte so wortlos aussitzt, macht denkbar schlechte unterhaltung. – nun, ich fragte nochmals nach, da ja mein blog auch im februar 07 dem alterskriterium noch nicht entsprechen werde. darauf kam die antwort:
So viel ich mich erinnere, hat im Vorstand ausser dem Alter nichts gegen dein Blog gesprochen. Die Chance ist also sehr hoch.
so so. sehr hoch. gut gut. aber das problem bleibt ja, jungs. das ist doch nicht logisch, das groovt nicht. das sind von 5 fehlenden monaten nur zwei weniger, was soll das? wer soll euch das glauben? das ist eine floskel und diese floskel ist eigentlich auch euer gutes recht. bei 30 aspiranten würd ich auch nur die 15 nehmen, die die strategie, so diffus sie auch ist, von sbp weiter tragen. und nicht die, die blöde fragen stellen schon alles auf den kopf stellen wollen, bevor sie überhaupt dabei sind. diese besserwisser. yes, würd ich genau auch so abwickeln. ich wäre sogar für eine art kuratoren-modell. bin ich immer. funktioniert einfach alles viel besser, wenn eine kleine gruppe mit viel kompetenzen ausgestattet wird oder noch besser wenn ein echter entrepreneur die dinge solo an die hand nimmt. wie in montreux, in willisau, bei swatch, bei globetrotter, bei blogwerk.

macht es doch umgekehrt:
nur auf einladung


also, liebe sbp, macht es doch umgekehrt: nicht "man kann sich bewerben", sondern "wir laden ein". damit erspart ihr euch erstens viel arbeit, zweitens macht es das ganze interessanter, drittens wäre es ehrlicher, weniger überheblich, viertens mit diesem prinzip eine veritable standesorganisation, die bei allen playern gut sortiert und vielversprechend dasteht: sbp-mitglied wird man nur auf einladung, wow!. gmailer wurd man ja bis vor kurzem auch nur so und in britischen herrenclubs kommt man bis heute anders nicht rein. auf einladung, auf vorschlag von mindestens x mitgliedern.

wie ich auf eine einladung von sbp reagieren würde, hängt vom weiteren output dieses clubs ab. wenn da bis februar nicht um 500% mehr kontent + aktion daherkommt, dann gibt es nur noch vernachlässigbare gründe, in dieses gebilde einzusteigen. da schick ich dann den huni lieber direkt dem blogicki.

es ist mir ehrlich gesagt zu blöd, liebe sbp, im februar in einem zweiten aufwasch aufgenommen oder erneut abgelehnt zu werden. dies hängt weniger mit meinem nur vermeintlich verletzten ego zusammen, als viel mehr mit der erfahrung, dass beratungsresistente mitplayer ganz schwierige zeitgenossen sind. sehr zeit- und nervenintensiv kann das werden. ich könnte euch lieder davon singen. ganze liederabende gäbe das.

nix grosses, aber ausgegoren

ferner müsste auch eure kommunikation completely neu hochgefahren werden, das wäre die zweite voraussetzung. es kann doch einfach nicht sein, dass ein blogverein auf kritik so gut wie nicht eingeht, comments im eigenen blog kaum rückkommentiert, dass im blog 21 tage funkstille herrscht und die website inhaltlich und usability-mässig immer noch in einem bedenklichen zustand vor sich hin dämmert. also ehrlich jungs, wie bitteschön stellt ihr euch das vor mit dem gepflegten qualitätsbloggen, wenn ihr nicht mal selbst die basics von kommunikation 2.0 eingermassen vorlebt? nöö, das wär dann nicht mein verein.

da reiss ich dann doch lieber selber was an. und ich habe sogar eine idee in der pipeline. nix grosses, aber ausgegoren.

mehr dazu in den nächsten tagen.

ps: irgendwelche gwundernasigen, aber verschwiegenen prototyp-tester am lesen hier? so eine handvoll könnt ich noch brauchen. > gib ein zeichen in den comments oder per mail (siehe oben rechts). danke.

hardcore-radler über evelyne binsack

heute explodieren hier die zugriffszahlen von einem deutschen forum für gepflegtes extremradeln. das thema: evelyne binsacks velotrip zum südpol, den ich hier ausführlich in seine unrühmlichen einzelheiten zerlegt hatte.

die extremradler aus deutschland nerven sich u.a. darüber, dass sich frau binsack eher abfällig über die durchradlung von frankreich und portugal geäussert hatte:
"... ich würde das durchqueren per fahrrad von frankreich, spanien und portugal, jedem und jeder abraten, ausser die strecke wird in begleitung eines fahrzeuges vorgenommen.".
ich fand die bemerkungen auf ihrer website auch nicht besonders glücklich und hatte schwer den eindruck, dass sich die gute frau eher dürftig auf ihre reise vorbereitet hatte. zuerst musste sie ihren fahrradanhänger plus ein paar kilo gepäck abspecken und auf ein anderes, 5kg leichteres fahrrad umsteigen. für eine berufsmässige und sehr prominente abenteurerin, die mit grossem presse-trallala zum südpol radeln resp. wandern will, ziemlich peinlich.

dann regte sich frau binsack darüber auf, dass es in frankreich sehr sehr viel verkehr hatte, dass sie von vorbeidonnernden lastwagen bedrängt wurde und sie in den abgaswolken fast erstickte. so so. wer hätte das gedacht?! sie wich dann auf nebenstrassen aus und musste ein paar umwege fahren. dort wiederum, in der tiefsten pampa, fand sie keine internetcafes, um ihre reiseberichte an ihre website durchzutippen. schon mal was von e-mail-fähigen handys und zusammenrollbaren tastaturen gehört, frau binsack?

neues weltwunder

weil frankreich, spanien und portugal so entnervend waren, liess sie die geplante etappe durch marokko kurzerhand weg, brach ihre europadurchquerung auf dem 41. nördlichen breitengrad ab, flog rüber nach salt lake city (gleicher nördl. breitengrad) und radelt jetzt von dort aus weiter. im amiland begegnet ihr auch nur noch alle halbe stunde ein auto und sie mag die lockere stimmung im land der unbegrenzten möglichkeiten. sie liess es sich auch nicht nehmen, zwischendurch in den grand canyon runter zu joggen, den sie als eines der 7 weltwunder bezeichnet.

soweit so belanglos – von der angekündigten sinnsuche ist bisher nichts zu spüren. ein blick in ihre reiseberichtchen zeigt (wie von mir vorausgesagt), dass dieser trip bisher nichts weiter ist als eine selbstgefällige reise ans ende der welt, wie sie tausende andere auch machen, einfach ohne das ganze promi-presse-sponsoren-trallala. und ohne charitiy-dienstlächeln, das frau binsack so gepflegt aufzusetzen weiss. im rahmen ihres projektes lässt sie nämlich spenden. zu gunsten eines evelyne-binsack-hauses in einem sos-kinderdorf in nicaragua. es sollen 120'000 franken dafür zusammenkommen. bisher, nach drei monaten ihrer sog. "expedition antarctica", sinds noch keine 3'000 fränkli.

ein gewisser gerhard schreibt im radreise- und fernradlerforum die kluge bemerkung:
manche menschen finden - wohin sie auch reisen mögen - immer wieder nur zu sich selber. muss eine recht trostlose erfahrung sein.

26. November 2006

der lauf der dinge auf youtube


ich gestehe: bisher war ich noch nie auf youtube.com. auf umwegen schon. man kommt ja als blogleser an diesen filmchen nicht vorbei.

9 von 10 blogs posten diese dinger mehr oder weniger regelmässig. das geht mir meistens auf die nerven, aber manchmal klick ich doch. dabei kam selten was wirklich erhellendes raus. gut, ein paar wirklich witzige sachen hat man gesehen. von viel schrott und viel abstrusem hat man gelesen. z.b. heute von max küng im tagimagi, der sich youtube mal ausführlichst zur brust genommen hat.

das beste an seinem artikel war für mich die mitteilung, dass der wunderbare kurzfilm "vom lauf der dinge" des künstlerduos fischli/weiss auf youtube zu sehen ist. damit hat sich meine meinung über youtube schlagartig verändert. um 180 grad. ich erkläre youtube ab sofort zum geheimtipp. nur wegen dem "lauf der dinge". da könnt ihr alle anderen siebzig millionen filmchen auf diesem portal vergessen. dieser grosse klassiker des "künstlerfilms" erzählt das ganze leben in gut 7 minuten. ohne dass ein einziger mensch darin vorkommt. und kein tier und keine pflanze.

moment mal: 7 minuten? das habe ich aber länger in erinnerung. mindestens 20. also nur eine kurzversion bei youtube. hm. schade, aber auch gut. immerhin. (weitere schnipsel gibts hier, und hier). wer mehr will, muss sich das ding als dvd kaufen. man kann nicht alles hochladen, nein, alles kann man nicht. aber das könnte man. wenn ich fischli/weiss wäre, würde ich. der film (im original 30 minuten) ist bald 20 jahre alt und machte die beiden 1987 an der documenta 8 schlagartig weltberühmt und er gehört noch heute zum bekanntesten werk des renommiertesten schweizer künstlerduos. die dvd ist mittlerweilen weltweit in jedem halbwegs anständigen museumsshop zu kaufen und wer den film je in voller länge gesehen hat, legt die 30 stutz gerne auf den tropenhölzernen museumsshoptresen.

zuletzt gesehen hab ich diese dvd gerade kürzlich in einem museusshop auf dem lande – im museum franz gertsch in burgdorf, wo gegenwärtig die stimmung etwas am absacken ist. ich hab ihn aber auch schon im moma in new york gesehen (32 dollar) und auch im mmk in frankfurt (37 d-mark). es dürfte sich um den meistvertriebenen künstlerfilm überhaupt handeln. oder einen der. eine vollversion im netz würde den umsatz nicht verkleinern, sondern eher vergrössern. weil man sowas einfach gern im gestell hat und weil der film auf dem neuen 50-zoll-flachbildschirm ab dvd natürlich noch viel besser rüberkommt. als ich ihn das erste mal in so einem museumsshop rumliegen sah, das war mitte der 90er an einer grossen fischli/weiss-ausstellung in basel, damals natürlich noch als video, kaufte ich das ding auf der stelle. obwohl ich kein videogerät hatte.

an einem drohenden verkaufseinbruch sollte es also nicht liegen, dass man den "lauf der dinge" nicht in voller länge im netz sehen kann. nun wird der kunstfreund 1.0 sagen, dass man von miles davis ja auch nicht verlange, "kind of blue" als gratisversion hochzuladen, nur weil dieses album seit jahrzehnten als der wichtigste und meistverkaufte jazz-titel aller zeiten gehandelt wird. da hat er natürlich recht. und trotzdem liegt hier der fall anders. miles war (er ist ja leider vor ein paar jahren verstorben) bei einem riesigen musikkonzern unter vertrag, da kann man auch von miles nicht einfach ein album gratis ins netz stellen, nur weil es das album ist.

beim "lauf der dinge" lägen die dinge einfacher. hier gibt es keinen konzern, hier liegen die filmrechte bei der kleinen und feinen "t+c film ag" in zürich. die könnte, denke ich, ohne grosses trallala den "lauf der dinge" ins netz stellen. von mir aus auf einer separaten und reich dokumentierten website, aber unbedingt auch auf youtube. damit ihn auch die sehen resp. entdecken, die nie in einem museumsshop und nie auf einer künstler-website vorbeikommen. warum sie – die filmfirma und fischli/weiss – das tun sollten? weil dieser film eine der wunderbarsten parabeln ist aufs leben und zwar eine, die alle verstehen. intellektuelle und proleten, kinder und alte, afrikaner und zürcher. sowas können nur ganz ganz wenige filme und die sollten, wenns irgend geht, "public" sein.

so als gegenpol zu all dem schrott, der da rumliegt auf youtube. was max küng in seinem tagimagi-text übrigens in gewohnt träfer weise eindrücklich beschreibt. ist leider auch nicht "public".

lieber max küng, wäre es ev. möglich, deinen grandiosen text zu einem der grössten und meistdiskutierten web 2.0-dinger hier (oder anderswo) zu posten? das wäre zu all dem schrott, der zu diesem phänomen in der blogosphäre herumgeplappert wird, enorm bereichernd.

bilder: the renaissance society, university of chicago

24. November 2006

kurz- und langzeitpläne

robert altmann, film-grossmeister, dieser tage verstorben, in einem seiner letzten interviews auf die frage: wie sehen ihre pläne aus?

mein kurzzeitplan ist, morgen früh wieder aufzuwachen.
und mein langzeitplan ist, übermorgen auch aufzuwachen.

23. November 2006

drogen-news des tages

die berner zeitung bringt heute auf ihrer kurzfutter-seite mit dem sinnigen titel "15 minuten" gleich zwei kuriose drogen-news:

in einer gewerbehalle der bündner gemeinde trin seien 500 kg getrocknete hanfpflanzen gestohlen worden. legal angebauter drogenhanf. das interessante an der meldung: der marktwert der gestohlenen ware soll über 100'000 franken betragen. klar, die grössenordnung "über 100'000 franken" ist irgendwie gegen oben offen. dennoch wäre "gegen eine halbe million" wohl korrekter gewesen. denn selbst wenn von den 500 kg pflanzenware nur 50 als verwertbare kifferware übrig bleiben, ergibt das doch bei einem strassenpreis von rund 8 franken/gramm das hübsche sümmchen von 400'000 franken, oder? spitzfindig, ich weiss. trotzdem: was soll die untertreibung?

dann war da wieder mal ein grossangelegter kokainverbrauchstest – diesmal am rhein: "die anwohner des rheins und seiner zuflüsse bis nach köln schnupfen einer wasseranalyse zu folge neun tonnen kokain im jahr." boah! die ziehen sich ganz schön was rein, diese rheinländer. aber halt, ein guter teil davon kommt aus der schweiz und davon wiederum ein teil auch aus dem bünderland. im januar hat das nürnberger institut für biomedizinische forschung nämlich auch die abwässer in der region st.moritz getestet (in denen die kokser via das im urin ausgeschiedene benzoylecgonin eine chemische spur hinterlassen). dort ziehen die promis über die festtage nicht weniger als 1'400 linien rein – pro tag.

22. November 2006

radikal recherchiert: arnie vs. condi

momentan verhandelt ja das directors board von swissblogpress über die neuaufnahmen von frischen qualitätsblogs. als kandidat muss man in dieser heiklen phase, in der alle augen der ch-blog-elite auf einen gerichtet sind, natürlich themenzentriert höllisch vollgas geben und ab und an auch weltpolitische zusammenhänge haarscharf recherchiert auf den point bringen:



















das tool dazu via yoda

20. November 2006

hardcore-radler über evelyne binsack

heute explodieren hier die zugriffszahlen von einem deutschen forum für gepflegtes extremradeln. das thema: evelyne binsacks velotrip zum südpol, den ich hier ausführlich in seine unrühmlichen einzelheiten zerlegt hatte.

die extremradler aus deutschland nerven sich u.a. darüber, dass sich frau binsack eher abfällig über die durchradlung von frankreich und portugal geäussert hatte:
"... ich würde das durchqueren per fahrrad von frankreich, spanien und portugal, jedem und jeder abraten, ausser die strecke wird in begleitung eines fahrzeuges vorgenommen.".
ich fand die bemerkungen auf ihrer website auch nicht besonders glücklich und hatte schwer den eindruck, dass sich die gute frau eher dürftig auf ihre reise vorbereitet hatte. zuerst musste sie ihren fahrradanhänger plus ein paar kilo gepäck abspecken und auf ein anderes, 5kg leichteres fahrrad umsteigen. für eine berufsmässige und sehr prominente abenteurerin, die mit grossem presse-trallala zum südpol radeln resp. wandern will, ziemlich peinlich.

dann regte sich frau binsack darüber auf, dass es in frankreich sehr sehr viel verkehr hatte, dass sie von vorbeidonnernden lastwagen bedrängt wurde und sie in den abgaswolken fast erstickte. so so. wer hätte das gedacht?! sie wich dann auf nebenstrassen aus und musste ein paar umwege fahren. dort wiederum, in der tiefsten pampa, fand sie keine internetcafes, um ihre reiseberichte an ihre website durchzutippen. schon mal was von e-mail-fähigen handys und zusammenrollbaren tastaturen gehört, frau binsack?

neues weltwunder

weil frankreich, spanien und portugal so entnervend waren, liess sie die geplante etappe durch marokko kurzerhand weg, brach ihre europadurchquerung auf dem 41. nördlichen breitengrad ab, flog rüber nach salt lake city (gleicher nördl. breitengrad) und radelt jetzt von dort aus weiter. im amiland begegnet ihr auch nur noch alle halbe stunde ein auto und sie mag die lockere stimmung im land der unbegrenzten möglichkeiten. sie liess es sich auch nicht nehmen, zwischendurch in den grand canyon runter zu joggen, den sie als eines der 7 weltwunder bezeichnet.

soweit so belanglos – von der angekündigten sinnsuche ist bisher nichts zu spüren. ein blick in ihre reiseberichtchen zeigt (wie von mir vorausgesagt), dass dieser trip bisher nichts weiter ist als eine selbstgefällige reise ans ende der welt, wie sie tausende andere auch machen, einfach ohne das ganze promi-presse-sponsoren-trallala. und ohne charitiy-dienstlächeln, das frau binsack so gepflegt aufzusetzen weiss. im rahmen ihres projektes lässt sie nämlich spenden. zu gunsten eines evelyne-binsack-hauses in einem sos-kinderdorf in nicaragua. es sollen 120'000 franken dafür zusammenkommen. bisher, nach drei monaten ihrer sog. "expedition antarctica", sinds noch keine 3'000 fränkli.

ein gewisser gerhard schreibt im radreise- und fernradlerforum die kluge bemerkung:
manche menschen finden - wohin sie auch reisen mögen - immer wieder nur zu sich selber. muss eine recht trostlose erfahrung sein.

17. November 2006

charismedia plant garnelen-blog


also, ähm, es ist ja so: gesucht hab ich es nicht, aber wo es nun mal da ist, ist es irgendwie funny, dieses charismedia-ding. es zieht langsam, aber scheinbar unaufhaltsam seine bahn im netz und hier kommt mucho mucho traffic an.

gestern abend und heute morgen kamen die zugriffe vor allem von "heute", dem inoffiziellen schweizer blogger-blatt (siehe ausriss oben, nur print und e-paper vom 16.11.). seit ein paar stunden kommen haufenweise zugriffe von hier, keine ahnung, wo in diesem wer-weiss-was-forum das thema abgehandelt wird, der eintrag jedenfalls ist irgendwie schnusig.

sehr kurios find ich den "rücklauf" aus dem garnelenforum – na ja, garnelen sind ja in hamburg, wo die charismedia-klitsche gegenwärtig vor sich hinschmollt, eine weitverbreitete delikatesse. offensichtlich handelt es sich hier tatsächlich um eine seite über garnelen, keine ahnung wie meine charismedia-story da reinkommt. herr regge, mischen sie auch noch im garnelen-business mit? planen sie einen garnelen-blog?

kurz erröten liess mich ein statement aus einem führenden unternehmen der schweizer pr-banche: eine besonders gelungene antwort auf eine abmahnungs-drohung von charisma hat der henusode-blog publiziert. sehr kreativ. so lobte die peter bütikofer & company. amüsiert hat sich auch der matthias vom swiss metablog und gleich noch den fall von der model-schickse heidi klum aufgewärmt, aber diese causa sei bereits ausgelutscht, meinte er in den comments, worauf ich konterte, dass man ihn vielleicht wieder anblasen könnte. na ja, so männergespräche halt...

das www ist unkontrollierbar

henusode*, ist man da geneigt zu sagen. auch dieser kleine charismedia-wirbel wird sich schon bald wieder legen. was allerdings interessant ist, sind die neuen telemediengesetze, die 2007 in deutschland zur anwendung kommen werden. wie robert basic heute schreibt, ist da auch von einer verschärften impressumspflicht die rede. eine solche ist ja nur ein instrument, um kleine blogger einzuschüchtern. nur, wie wollen die das durchsetzen? z.b. bei blogger.com oder anderen weltweit agierenden blogdiensten?

ich zweifle, dass das gelingen wird. die gesetzgebung ist den entwicklungen in der medienwelt schon immer meilenweit hinterhergehechelt, das war beim telegrafen so, beim radio, beim fernsehen, bei den neuen telefondiensten in den 90ern und es wird in sachen internet ganz besonders so sein. denn das www – und das ist das beste daran – ist ein ganz und gar freies, weil letztlich unkontrollierbares medium.

* die erklärung dieses urigen berndeutschen wortes finden die leserinnen aus hamburg und dem thurgau hier.

16. November 2006

customized sackmesser


jeder "rechte" schweizer hat ein sackmesser im sack (hosentasche), oder doch zumindest im gepäck. so jedenfalls will es das klischee. schliesslich ist in den augen eines japaners auch schon jeder schweizer auf dem matterhorn gewesen. und jeder zweite hat ne bank und jeder dritte eine schoggifabrik. stimmen tut bekanntlich nur das mit dem sackmesser – einigermassen wenigstens.

auch ich führe ein solches gerät ständig mit mir rum. genaugenommen sogar zwei. natürlich ausschliesslich solche von victorinox, chinesische ware kommt mir nix-in-da-house. ein kleines modell (58mm) trage ich in der chilet-tasche immer auf mann (hach, ein richtiger offiziersmesser-ausdruck), eigentlich fast nur wegen dem zahnstocher, dem man heute ja in jeder beiz zuerst hinterherrennen muss, was mir seit ca. 15 jahren zu blöd ist.

das grosse sackmesser reist im diplomatenköfferchen mit, ähm, nein, das war vor 20 jahren, ähm, also – in einer umhängetasche für den mobilen altwilden, aber nix freitag und ohne sonnenkollektor, einfach was praktisches und günstiges. item. mein victorinox-offiziersmesser ist das modell climber (bild oben, wobei meins ist natürlich schwarz). es verfügt über folgende tools:
  • grosse klinge (für ein sackmesser selbstredend unverzichtbar)
  • kleine klinge (find ich überflüssig, noch nie gebraucht)
  • korkenzieher (absolutes must have)
  • dosenöffner mit kl. schraubenzieher (baucht man einfach, dosenfutter ist manchmal die letzte und einzige option und ne schraube ist auch immer irgendwo locker)
  • kapselheber mit gr. schraubenzieher (kapselheber = bierflaschenöffner = must have) und drahtabisolierer (brauch ich nicht)
  • stech-bohr-nähahle (braucht man nur in afrika, wenn man im hotelzimmer das moskitonetz montieren und ein loch für die hakenschraube vorbohren will; also für mich ebenfalls überflüssig, da nur höchst selten in afrika unterwegs)
  • pinzette (sehr praktisch für die entfernung von spriessen)
  • zahnstocher (auch an der hotel-reception entsteht grösste hektik, wenn du morgens um zwei nach einem zahnstocher verlangst)
  • schere (sehr praktisch, z.b. zur notfallmässigen epilation von wildgewordenen augenbrauen)
  • mehrzweckhalter (der sog. paket-träger, hab ich noch nie gebraucht)
von 13 funktionen sind also für mich deren 4 überflüssig. stattdessen fände ich einen usb-memory-stick noch schick, eine kombizange (weiss zwar grad nicht wofür, aber man weiss ja nie) und einen kugelschreiber (fehlt oft im dümmsten moment). alles tools, die in anderen modellen eingebaut sind. die frage lautet also: warum bietet victorinox nicht ein customized sackmesser an?

für sackmesser-afficionados

wär doch toll, wenn ich mir mein persönliches sackmesser im netz zusammenklicken oder beim messerdealer meines vertrauens bestellen könnte. ein befreundeter sackmesser-afficionado sagte mir kürzlich, er würde für sowas glatt 500 piepen auf den tisch legen. so weit würd ich jetzt nicht unbedingt gehen, aber das drei- bis vierfache eines standard-sackmessers würd ich für das massgefertigte (customized) teil sicher bezahlen.

warum offeriert das die weltmarke victorinox nicht? sind die einfach noch nicht auf die idee gekommen? ist es technisch zu aufwändig? haben sie es nicht nötig und warten, bis es ein chinese tut? – ich werd mal anfragen. ganz nach dem anarchischen blogger-prinzip: zuerst posten und dann fragen:
hallo victorinox
ich habe auf meinem blog die idee eines customized sackmesser formuliert. bitte lesen sie hier: http://henusodeblog.blogspot.com.
dazu folgende fragen:
• hatten sie diese idee auch schon?
• wenn ja, werden sie sie umsetzen?
• wenn nein, finden sie die idee gut?
• wenn ja, wieviel würden sie mir für die idee bezahlen, falls sie sie umsetzen.
ich und meine leserinnen freuen uns auf eine antwort.
mit besten grüssen
der bugsierer

customized handy

wo wir schon mal beim brandaktuellen thema "customizing" sind, möchte ich ein solches vorgehen auch dringend für die handy-industrie vorschlagen. wenn man nämlich, wie ich dieser tage, nach einem neuen gerät ausschau hält (weil der fünfjährige nokia-knochen auch auf lautlos noch schellt, weil er nicht mehr vibriert, weil er keine kamera und kein radio/mp3 hat, weil der sms-speicher dauernd voll ist, weil der akku lahmt etc.), wer also ein neues gerät mit bestimmten funktionen sucht, dreht quasi durch.

die menge der modelle ist completely unüberblickbar. horror. und die menge der funktionen ist noch weniger. ohne eine flasche krattiger edelzwicker ist so eine recherche nicht zu überleben. ich will nämlich weder gamen noch wappen, weder mailen noch browsen, weder pushen noch organizen, weder freisprechen noch freihören, weder fernsynchronisieren noch streamen. all das ganze trallala brauch ich nicht. ich will nur telefonieren, smsen, fotografieren und radio/mp3 hören. und ich möchte ein schwarzes handy mit grossen tasten und einem stabilen gehäuse. nix klapp und nix schieb – ein simpler balken halt. und ich würde mir gerne ein solches gerät auf dem netz zusammenklicken.

vielleicht sollte man diese idee mal steven jobs stecken, der ja gerade drauf und dran ist, in asien 12 millionen iphones zu bestellen. kennt jemand die email-adresse von herrn jobs?

15. November 2006

pseudointellektueller schwachsinn für den müllhaufen


weiss hier jemand noch nicht, was ordnungspolitik ist? hier stehts wies geht. sogenannte (selbsternannte) ordnungspolitiker kommen meist aus der rechts-liberalen ecke und rufen die politik zu einer kruden ordnung auf. d.h. sie meckern gegen alles, was ihnen zwischen das rethorische zahnfleisch kommt.

gestern hat das "ordnungspolitische blog" in meinem bericht über den lumolith (siehe unten) einen manuellen trackback hinterlassen. ich natürlich sofort hin – ist ja immer schön, wenn sonst noch jemand über ein kulturprojekt in der provints (die bringz) berichtet. doch hoppla, was man da lesen muss, ist eine hinterwäldlerische tirade aus einer braun angehauchten ursuppe.

schon nur der name dieses blogs (jungs, es heisst das blog, nicht der blog, ordnungsgrammatisch gesehen) entlarvt die autoren als wenig kreativ. was man von politfritzen jeglicher couleur ja kennt. aber diese sonderbare clique treibt die lustfeindlichkeit auf die spitze. das wird nicht nur in dem undifferenzierten und mit falschen thesen gespickten lumolith-text klar, sondern auch in allen anderen texten dieses pseudoblogs (mit registrierungspflichtiger kommentarfunktion).

so verlangen die jungs etwa hier, dass universitäten sich ihre studis in zukunft aussuchen können sollen. der autor, der sich ganz unbescheiden als hervorragenden lehrer bezeichnet, brüstet sich damit, dass er schon heute nicht jeden in seinen unterricht aufnehme. richtig so, jawoll, typen wie euch sollte man die uni verbieten und euch erstmal ein paar jahre in die küche eines mac-donalds in shanghai stecken, damit ihr dort vielleicht merkt, wie die flache welt heute tickt und aus welcher ecke wahre innovationen kommen.

denn ja, was nützt ein doktortitel in oec. pub., wenn man solch undifferenzierten und mit unwahrheiten gespickten stuss von sich gibt? was nützt ein studiertes, aber nach wie vor kleingeistiges hirn, wenn es sich mit nichts als seelenlosem geschwätz und verbitterter häme über kultur- und umweltthemen hermacht?

jungs, wir glauben euch kein wort von eurer unsozialen, eigennützigen und stillosen schreibe. ihr seid nichts weiter als polemische ego-polterer, die schon bald auf dem abfallhaufen der moderne vermodern werden.