11. März 2009

via twitter informanten finden

die meisten redaktionen füttern ihren twitter account mit ihrem newsfeed und gut ist. einige wenige zeigen, dass man aus twitter auch mehr machen kann (z.b. kommunizieren).

der amoklauf von winnenden ist kaum eine stunde alt, schon taucht bei twitter jemand auf, der vor ort ist:


die twitternde redaktion von der westen sucht (vermutlich) danach via das hashtag "#Winnenden" und wird beim schweizer blogger und twitterer @hediger fündig:

sofort versucht die redaktion, mit der informantin einen telefonischen kontakt aufzubauen:

keine ahnung, ob der kontakt zustande gekommen ist, denkbar ist es.

jedenfalls ein beispiel mehr dafür, warum sich journalisten mit diesem medium auseinandersetzen sollten.
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Kommentare:

  1. Und genau da bin ich mir nicht so sicher (dazu muss ich keine drei Monate twittern).

    Dieses Unmittelbare, Unreflektierte weckt bei mir Unbehagen. Man ist "nahe dran" in Bezug auf Zeit und Zeugen. Aber ist nahe dran wirklich immer gut?

    Ich erinnere mich, wie ich (damals beim Radio) mit einer Horde Journalisten unterwegs war, zu einem Tatort. Ein flüchtiger Krimineller war gestellt und erschossen worden. Wir waren sozusagen hautnah dabei, alle völlig überdreht und unter viel zu viel Strom. Und ich war froh, konnte ich mit meinem O-Ton zurück ins Studio und musste ihn bearbeiten und blieb mir Zeit bis zur Sendung. Diese paar Stunden reichten schon, um eine kritische Distanz zu gewinnen und den Beitrag nicht in einem ersten, atemlosen Zustand über den Sender zu lassen.

    Diese Zeit bleibt heute - bei all den Online-Publikatinen nicht. Erlebt - gehört - und unreflektiert auf die Leute hineinprasseln lassen. Kein Wunder ist heute alles "Blick".

    Warum brauchen wir einen O-Ton vom Amoklauf? Warum einen Informanten? Was weiss der mehr - ausser dass es bei ihm passiert ist. Und genau dieser Informant steht unter Schock oder ist zumindest emotional extrem belastet. Aus so was gibt es dann eben diese Nachrichten, die du im Twitter bei "Newsnetz" bemängelt hast.

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  2. du hast natürlich mit deinen bedenken nicht so unrecht. aber das ist hier nur zweitrangig das thema (nämlich was macht der journi aus einer info oder einem o-ton). mir ging es darum, den kanal aufzuzeigen, wie man an infos rankommt. und da ist twitter wohl schon ein instrument, das man als journalist ernst nehmen (und lernen) sollte.

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  3. "Newsnetz" hat das gemacht. Wie das dann rauskommt:

    http://twurl.nl/mbyrh8

    Das kann's ja nicht sein, oder?

    Ansonsten gebe ich gerne auch recht: Es kommt darauf an, was man aus solchen Infos macht.

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  4. ich finde twitter eine tolle sache. doch wie bei allem im internet, muss man auch hier vorsicht walten lassen und nicht gleich alles glauben, was man dort findet. ich habe diesen und weitere tweets auf twitter weiter verbreitet, weil sie mir authentisch erschienen.

    twitter ist information pur. was fehlt ist der gatekeeper (z.b. journalist), welcher die information überprüft, überarbeitet, in den grösseren zusammenhang einordnet, etc.

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  5. ...und gerade der Journalist braucht eben Distanz (räumliche und bei solchen Ereignissen auch eine gewisse zeitliche) damit zumindest die sachliche objektivität nicht verloren geht.

    und wer garantiert denn dass twitter X/Y tatsächlich so nah am geschehen ist und nicht irgendwas schreibt?

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  6. das hier ist mir denn doch wesentlich sympatischer als twittern:

    http://www.dartcenter.org/global/europe/german/index.php

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  7. @hediger wäre genau der richtige für das thema, wenn ich mir so seinen blog ansehe!

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  8. Frage mich echt wer diesen Datenmüll überhaut noch verträgt. Schon allein der Web 2.0 Hype produziert so viel unsinnigen Content und nun noch eine neuer Marketingaktion mit dem man Millionen verdienen will.

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