8. März 2007

kleinmut regiert die blog-welt


in den späten 70ern war ich als jungspund in der anti-akw-bewegung tätig (graben-fest 1976). damals meinten viele, sie hätten die anti-akw-bewegung nur für sich selber erfunden und wenn dann ein jung-ingenieur was mit sonnenenergie oder alternativ-energie aufzog, sah er sich plötzlich dem vorwurf ausgesetzt, er mache jetzt business auf dem rücken der guten idee. ich verstand das schon damals nicht.

nun, die welt hat sich kaum verändert. zwar sind heute energiefachleute auf dem gebiet erneuerbarer energie die stars der grünen szene und kein hahn kräht mehr danach, dass die was verdienen daran. aber die kleingeister sind nach wie vor gut in der gesellschaft vertreten. erstaunlicherweise selbst dort, wo es recht innovativ abgeht, so auch in der blog-szene. nachzulesen aktuellerweise bei matthias.

um was geht es? wie ich das wahrnehme um ein paar senior-blogger, die sich darüber aufregen, dass sie nicht mehr unter sich sind und dass leute in die szene einsickern, die mit professionellen ansätzen an das ding rangehen. hey jungs, ich bin seit 30 jahren in der kommunikation tätig, wollt ihr mir verbieten, das neue medium meinen kunden zu empfehlen und es professionell (also auch kommerziell) einzusetzen?

ich finde die vorwürfe an die blogcamp-protagonisten, sie würden nur der dollars wegen irgendwas tun oder lassen, nichts weiter als kleinmütig, kleingeistig und doppelbödig. wie schon erwähnt, meinereiner hat in einer kleinen, aber langen karriere als kulturtäter, journalist und werber schon unzählige solcher leute erlebt, ich kenne diesen schlag mensch sehr gut, in neun von zehn fällen zeichnet ihn eines aus: er ist angestellter.

wenn ich also mit angestellten in einen disput über das unternehmertum gerate, was sich nicht immer vermeiden lässt, muss ich denen früher oder später sagen: da du nicht mindestens zwei jahre selbständig dein brot verdient hast, hast du keine ahnung davon was es heisst, sich als freelancer oder kmu-ler durchzuschlagen oder gar noch personal zu bezahlen, also nimm den mund nicht zu voll, pliiiis...

angestellte hocken auf ihrem gottverdammten job rum, kassieren gemütlich 13 mal im jahr ihren zapfen, gehen vier wochen dick in die ferien und jammern, wenn sie mal einen monat statt um fünf erst um sieben vom job wegkommen. und sie meinen, 40 wochenstunden seien halt schon viel und arbeiten lieber 80%, um sich ihrem hobby wie z.b. bungee-jumpen zu widmen. im mac-user-club haben sie kein problem, wenn der händler mit am tisch sitzt, aber bei den blogs stört sie jede kleinste dollar-regung aufs empfindlichste. was seid ihr denn für weltfremde?

ah, eben, die gleichen wie vor 30 jahren – henusode. ein glück, dass ihr alle nicht zum blogcamp kommt – das wäre für mich ein grund, mich wieder abzumelden.

Kommentare:

  1. Deine Wahrnehumung ist dermassen falsch dass ich vermute, du hast meinen Beitrag gar nicht gelesen.

    Und dieses Formular ist in Firefox echt total unbenutzbar.

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  2. Der Kommentar war übrigens von mir.

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  3. doch, ich habe deinen beitrag gelesen. zwei mal sogar. aber es ging mir in meinem post nicht so sehr nur um deinen beitrag, sondern allgemein um das gejammere wegen kommerziell oder nicht.

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  4. ähm, und das formular funzt bei mir im ff bestens...

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  5. danke bugsierer für deine sachliche Analyse. Genau so kommt es mir auch vor, auch wenn ich manchmal die Worte nicht so treffe. (Da kanns dann schon mal sein dass sich jemand ans Bein gepinkelt fühlt)

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  6. Ach, dann steht mein Name nur dort, weil er so schön klingt. Denn in meinem Beitrag ging es nun wirklich nicht um kommerziell oder nicht.

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