10. Februar 2007

music for one appartment and six drummers

und dann war da nochdieses video – sehr cool.

via swiss metablog

dr adolf ogi u ig


marco morelli, der letzte zampanoo (pdf) kommt als entertainer an offiziellen und offiziösen anlässen so manchem promi in die quere. und zwar buchstäblich. meistens dann, wenn morelli als moderierender komödiant z.b. an der einweihung eines verkehrskreisels die berner regierungsrätin elisabeth zölch ansagt (für eine rede). oder wenn er an einem geburtstagsfest eine salbenvolle geburtstagsrede von bundesrat adolf ogi mit einem träfen shakespeare-dialog quittiert (aus dem stegreif natürlich).

da morelli solche events schon seit 30 jahren als komischer kellner und komödiantischer conferencier begleitet, kommen da so einige geschichten zusammen. vier davon hat er jetzt in seinem blog veröffentlicht.

9. Februar 2007

silke bei xing


seit november habe ich einen gratis-account bei xing. ich wollte mal wissen, was das für ein laden ist und wie er funktioniert. seither ist gar nichts passiert. obwohl ich mich in einer freiberufler-gruppe eingetragen habe wie 32'000 andere auch.

ehrlich gesagt halte ich diese social networks für ein aufgeblasenes nichts. noch quasi nie habe ich gelesen, dass jemand mit xing was wirklich schlaues aktiviert hat. mag sein, dass ich in den falschen ecken lese, aber bei der schieren masse von xing-mitgliedern müsste man doch da und dort etwas positives oder etwas negatives darüber hören. so im sinn von super sache, bringt mich weiter oder datenschleuder ohne herzblut.

xing will ja ein businessclub sein, so eine art online-rotarier. wo man sich gegenseitig was zuhält und über sechs ecken jeden kennt. selbst steve jobs. mich hat aber bei xing bis jetzt keine sau wahrgenommen. ein einziger frust. darum habe ich den account jetzt mal bisserl aufgemöbelt und sogar ein föteli von meiner wenigkeit reingestellt. und ich bin noch zwei weiteren benutzer-gruppen beigetreten, deren aktivitäten mir aber noch schleierhaft sind. zum einen dem geniesser-club und zum andern einer typo3-gruppe.

generell finde ich bei xing alles ein wenig overloaded. es gibt dort etwa 4'000 öffentliche termine, vom seminar bis zur smokers night. das ist mir eindeutig zuviel, ich krieg schon beim züritipp das würgen. aus wievielen gruppen ich auswählen kann, habe ich nicht herausgekriegt, da ich das interface irgendwie nicht kapiere. aber es werden einige tausend sein.

dann gibt es bei xing diese merkwürdigen kontaktaufnahmerituale. die anzahl bestätigter kontakte scheinen die hauptwährung zu sein bei xing. ich selbst habe noch keinen einzigen bestätigten kontakt und auch erst mikrige 15 seitenaufrufe (alle von mir selbst). gut, ich sollte mich vielleicht ein bisschen mehr darum tun und ein bisserl mitmachen in den foren und gruppen und mich ab und an mal bei jemandem anschleichen – am besten einer netten dame.


aus der nächstbesten interessen-gruppe pick ich mir die erst beste dame raus – silke, rechtsanwältin aus münster, mit fast 3'000 seitenaufrufen, einem aktivitätsindex von sagenhaften 100% und nicht zu knappen 110 bestätigten kontakten. eine tolle partie. auch vom design her. wenn du sowas vor gericht zum gegner hast, hast du schon halb verloren.

um der guten silke nun ein e-mail zu schicken und darüber zu jammern, dass ich noch keinen einzigen bestätigten xing-kontakt besitze und dass es toll wäre, wenn sie die erste wäre, weil sie ja immerhin in ihrem xing-profil neue bekannte sucht, müsste ich premium-mitglied werden und bezahlen. gut, ich könnte mich bei ihr auch mit der funktion "vorstellen" vorstellen, aber auch hier ist mir die usability zu hoch. dann gibts noch den button "kontakt aufnehmen", den drücke ich und werde aufgefordert, kurz zu beschreiben, warum ich mit silke kontakt aufnehmen möchte. ich schreibe: weil ich hier endlich mal mit jemandem kontakt haben möchte. und dann kann man noch taggen, das mache ich mit den tags rein geschäftlich, erfahrungsaustausch, münster gucken.

ich glaube nicht, dass sich silke bei mir melden oder mein kontaktgesuch bestätigen wird. und ich frage mich, ob es bei diesen social networks ausser dem hype auch noch einen klaren nutzen gibt – ich zweifle stark daran. da mag ich dann diesen account schon weit lieber.

der blow-job award

kein witz, erhältlich bei neckermann, als pokal fürs beste blaskonzert.

via thuri2

neu im angebot: 100-bucks-feedback


ich hab mir einen paypal-account zugelegt. schliesslich werde ich hier langsam einen online-shop hochfahren und da ist es doch cool, wenn man mit der grössten online-geldtransfer-maschine schon mal auf du ist.

das eröffnen des kontos ist wirklich total easy, genau so, wie sie es dir auf der website in jedem zweiten satz vorflöten und zwar so penetrant, dass du dir die kugel gibst, falls du es nicht schaffst. ich habs geschafft.
der roetext alias bugsierer kann jetzt ohne weiteren aufwand ins online-business einsteigen und z.b. auch oberärzte in hamburg bedienen (habe dort viele leser wegen dem). man weiss ja, dass man umsätze erhöhen kann, wenn man kreditkarten akzeptiert. so mancher oberarzt hockt des nachts in seinem büro, surft ein wenig in einem wein-shop rum und denkt sich: ach, dieser edelzwicker, da bestell ich gleich mal fünf kartons – zack, 600 bucks weg. kein problem für den oberazt.

nun könnte der oberarzt nach zwanzig dienstjahren aus unerfindlichen gründen auf die idee kommen, eine beiz aufmachen zu wollen. da wäre er nicht der einzige – es ist sagenhaft, wer alles vom beizaufmachen träumt. darum ist der oberarzt nicht sicher, ob das eine gute idee ist.

zufälligerweise fände der oberarzt auf diesem blog nun das perfekte angebot, das er ebenso easy wie den wein mit seiner visa-karte bezahlen könnte:

100-bucks-feedback
> antworten, die neue fragen aufmachen.
> ich sage dir, wo bartli den most holt.
> wo das einfache das schwierige ist.

sowas kann niemand besser als ein routinierter texter/konzepter, müsste man dem oberarzt noch irgendwie klarmachen. und dass er für die hundert bucks (in euro) ein feedback bekommt, das sich gewaschen hat.

wir machen es so, lieber oberarzt: wenn du deine idee oder dein projekt in drei sätzen erklären kannst, bekommst du 30 zurück. wenn du 10 sätze brauchst, bekommst du 100 zurück, wenn du 15 brauchst (z.b. für eine internationale gastro-kette), bekommst du 150 sätze zurück. das zehnfache! hey, oberarzt, wo sonst hast du für 100 bucks mehr performance? und sowieso würd ich dir, lieber oberazrt, die eröffnung einer kleinen privatklinik für kosmetische chirurgie anheim stellen. bleib bei deinen leisten, mein lieber.

ach ja, bestellen kannst du hier: rotext @ gmail . com. du kriegst dann eine von paypal getunte rechnung und sobald die 100 euro auf meinem paypalkonto liegen, lege ich los. lieferfrist ab dann: 10 tage. expresszuschlag für 5 tage: 100 euro. lieferung als pdf. alle orders werden in der reihenfolge des eingangs bearbeitet. das angebot ist nur in beschränkter menge verfügbar. künstlertarife auf anfrage. fragen? beantworte ich gerne in den comments oder per mail.

7. Februar 2007

plakat-hack gegen piracy-kampagne


bilder: werbewoche

ausgerechnet eine kampagne gegen das klauen von geistigem eigentum wurde in bern sozusagen "gehackt". die urheber der kampagne reagieren betupft und vergeben eine kommunikations-chance.

die pointierten textplakate wurden mit cleveren statements ergänzt und dann vermutlich von den unbekannten hackern selbst fotografiert und via mediendienste ins netz gepflanzt, wo sie im dung der blogs ihre verbreitung finden werden.

die verantwortliche werbeagentur findet das natürlich gar nicht lustig. aber sie ist auch ein wenig selber schuld, indem sie erstens nicht mit dem netz gerechnet hat und zweitens das thema irgendwie am falschen zaum aufzäumte. die werbefritzen aus zürich reagieren sehr betupft:

«Es handelt sich um einen Vandalenakt und um Sachbeschädigung, welche von Unbekannten verübt wurde. Sie ist weder im Sinne der Auftraggeber, unserer Werbeagentur noch der Allgemeinheit. Zudem ist sie für jeden, der die Problematik von Piraterie und Fälschungen kennt, dumm und undifferenziert.» Es geht in Greteners Augen nicht an, dass sich Trittbrettfahrer durch die Schädigung fremden Eigentums über ein ernsthaftes Anliegen lustig machen.

eine typische 1.0-stellungnahme. von vorgestern. copy cats ticken anders. denn: das copyright ist gerade im begriff, sich radikal zu verändern. eine ständig wachsende open source szene, eine völlig neue form der distribution von kontent und innovative geschäftsideen bringen den klassischen copyright-begriff arg ins wanken. wo zudem das grosse geld gemacht wird, wird auch hemmungslos kopiert – das war schon immer so.

der schutz von geistigem eigentum ist eine junge erfindung, die sich erst mit der französischen revolution durchzusetzen begann. die idee als solche ist natürlich völlig in ordnung, aber tatsache ist, dass der schutz von geistigem eigentum der technologie ständig hinterher hinkte. so waren etwa
in den 80ern die verwertungsgesellschaften in der musikindustrie völlig perplex, als es mit der ganzen samplerei losging – sie hatten keine ahnung, wie damit umzugehen ist. zwanzig jahre vorher war die grossflächige verbreitung von fotokopierern das problem. heute ist es die grossflächige digitalisierung, das breitbandige netz und globalisierte workflows.

kurz und gut: wer eine kampagne gegen die piraterie macht und dabei das netz vollkommen auslässt, hat das problem nicht erkannt. wer das copyright-thema ausgerechnet an gefälschten zigaretten und geklauter software aufmacht, hat schon verloren. es gibt weltweit 400 millionen lizenzierte windows-user und vermutlich ebensoviele nichtlizenzierte. trotzdem ist bill gates der reichste mann der welt. copyright? den bill noch reicher machen? da machen die leute nicht mit.

nochmals: die kultur des geistigen eigentums ist gerade im begriff, sich radikal zu verändern. was noch vor fünf jahren geld kostete, kostet heute nichts mehr. die software ist nicht mehr das geschäftsmodell, sondern die dienstleistung drumherum. beispiel: typo3. aber auch ausserhalb des internets ist die kopierkultur eine andere als noch vo 10 jahren. dank stark vereinfachter globalisierter workflows ist es heute mit vergleichsweise wenig kapital möglich, industrieprodukte zu kopieren und in irgendwelche märkte zu pumpen und auch hier liefe ohne netz rein gar nix.

die hüter der produkt- und kontent-piraterie von zürich bis shanghai wären also gut beraten, das netz zu nutzen. allerdings hiesse das: gesprächskultur, diskurs, offenheit. statt die urheber dieses witzigen und geistreichen plakat-hacks als vandalen zu beschimpfen, müsste man die gelegenheit beim schopf packen und ein blog oder ein wicki oder ein forum aufsetzen. statt den plakat-hackern undifferenziertes verhalten vorzuwerfen, könnte man mit den copycats in eine differenzierte diskussion einsteigen und so mehr menschen sensibilisieren als mit der plakativen verteidigung von software- und tabak-oligarchen.

1. Februar 2007

vom aussterben bedroht: metzgergotlett


das gibt es fast nirgends mehr: das metzgerkotelett. als es zum ersten mal vor mir stand, war ich baff. am normalen gotlett haben die einfach das dran gelassen, was wir sonst als brustspitz (spare ribs) kennen. ein mordsteil, sehr lecker. auch der kartoffelsalat dazu war vorzüglich.

essen kann man sowas nur noch in wenigen beizen, leider. es gibt zwar landauf landab in unzähligen landbeizen eine metzgete, aber ein metzgerkotelett in dieser form kriegt man nur sehr selten. es ist quasi vom aussterben bedroht. darum sag ich hier auch nicht, wo es das gute stück noch gibt. es hat in dieser beiz (im schweizer mittelland) eh schon immer zu wenig davon. (für afficionados liesse ich mich per e-mail ev. erweichen, wenn sie gute argumente haben).

die metzgete findet in den meisten schweizer beizen an verschiedenen wochenenden während des winters statt. auf der karte stehen dann blut- und leberwürste, schweinsbratwürste, prägu (eine art ragout) und eben das klassische kotelett. als beilagen werden meistens kartoffelstock, kartoffelesalat oder pommes frites als leicht pervertierte neuzeitvariante angeboten.

die metzgete war früher ein ländlich-winterliches ritual: mangels kühltechnik wurde alle zwei wochen oder so ein schwein geschlachtet und dann erstmal ein wochenende tüchtig reingehauen. was übrigblieb, ging auf den markt und dann gabs für zwei wochen wieder nur huhn, oder geräuchertes oder gar kein fleisch.

beim googeln nach metzgete bin ich zufälligerweise über einen verein zur förderung des ansehens von blut- und leberwürsten gestolpert. kein witz, die gibts wirklich.

bush wird icann präsident

und gott zieht den stecker.

sagt
basicthinking


31. Januar 2007

uefa zuckt, zürich versinkt im mittelmass


jetzt hat auch die stadt zürich ihren euro-08-slogan herausgerückt und die uefa macht sich mit neuen geldforderungen unmöglich.

der neue slogan aus zürich heisst:

Wir leben Zürich.

supidupi. der stapi vermeldet, der slogan solle lebensfreude, optimismus, multikulti und innovation ausdrücken. tut er das wirklich? ja siiicher, das tut doch jeder gute slogan. wenn dein gadget-dealer den spruch "dein gadget-partner" auf seine blinkende website knallt, dann meint er ja eigentlich das gleiche wie der zürcher stapi, auch er will in seinem shop lebensfreude und optimismus und und multikulti und innovation versprühen. ist doch sein gutes recht. will doch jeder heute. warum also nicht auch züri?

wie alt schon wieder war der zürcher slogan "downtown switzerland", der sich jetzt langsam in den köpfen festgesetzt hat? war der wirklich so schlecht, dass man ihn ersetzen musste? ist der neue wirklich so viel besser? werden die fussballfans diesen slogan goutieren? müssen sie das überhaupt?

st. moritz fährt seit 20 jahren oder so mit dem slogan "top of the world". den spruch kennt heute jedes kind und damit ist dieser slogan eines der wertvollsten elemente der dortigen kommunikation. würden die das ding wegen einer vierwöchigen grossveranstaltung wechseln? niemals, die wissen, was sie haben.

ach ja, dann stand da noch in dieser meldung, man werde den slogan mit einer frage ergänzen:

Wann leben Sie Zürich?

schon wieder supidupi. da mach ich doch gleich mal ein erstes sujet parat – siehe oben. oh züri, du versinkst im mittelmass.


uefa klaut dem stapi die show

wie der stapi weiter vermeldet, war man in zürich cleverer als anderswo. man hat den slogan so gemacht, dass er über die euro 08 hinaus weiter verwendet werden kann. wenn man bedenkt, dass die teuren werbekampagnen aller anderen städte (siehe vorletztes post) nach der euro in den abfall wandern und das wunderbare motto in züri weiter wirken kann, ist das schon mal etwas. aber es ist so kein fussball-slogan mehr – was zu verkraften ist. und es ist auch kein slogan mehr mit sex-apeal. und blöderweise kommt fast am selben tag die uefa mit der mitteilung, siehe wolle die public viewings in beizen, fc-kantinen und auf stadtplätzen zur kasse bitten. ausgerechnet an dem tag, an dem der stapi seinen neuen slogan launscht, kommen die mit dieser furzidee und stehlen ihm die show. peinlich.

furzidee? yep, liebe uefa, die public viewings zur kasse bitten zu wollen, das ist eine furzidee erster güte. warum und weshalb wird in diesen tagen ausführlich anderswo kolportiert. zurück bleibt einfach der eindruck, dass ihr eine masslose und abgehobene clique seid, die den bezug zur realität und zur fussball-basis completely verloren hat. es ist ein denken von vorgestern, das euch treibt. man bekommt sodann den eindruck von extremer unprofessionalität, wenn ihr mit solchem unsinn an die öffentlichkeit geht. der tagi hat heute alle relevanten player (suisa, bilag, spezialisierte juristen etc.) befragt und alle sagen das gleiche: es gibt keine rechtliche grundlage für zusätzliche gebühren. trotzdem lässt ihr diesen ballon steigen.

nicht nachvollziehbare dollar-zuckungen

einerseits: die uefa geht mit einer forderung raus, die als hochexplosiv eingestuft werden muss, mit sowas ist in der pr-abteilung alarmstufe rot angesagt, man muss gute argumente haben, um mit solchem stoff live zu gehen.

andererseits: in der realjuristischen analyse prallt die uefa schon im ersten aufwasch auf eine wand der ablehnung, alle fachleute winken ab, no way.

man fragt sich ja, wie sowas abstruses im top-management des zweitgrössten sport-events der welt zustande kommt. hat da vorher mal jemand einen juristen kontaktiert? hat da wirklich niemand über ein paar aspekte mehr nachgedacht als nur über die eingeritzten dollar-zuckungen? oder haben die uefa-manager das extra gemacht? manchmal machen ja abgehobene leute dinge, die wir anderen nicht mehr nachvollziehen können.

wer liest was im netz? / comments löschen

leseempfehlung:

peter sennhauser hat im tagi einen hochinteressanten artikel über news auf papier vs. internet publiziert und dazu einen nicht minder spannenden blogeintrag geschrieben.

zum ersten mal gesehen habe ich in peters blog die möglichkeit, seine eigenen kommentare wieder löschen zu können. das finde ich erstens symphatisch, zweitens bin ich gespannt, ob sich das durchsetzen wird und wie das – drittens – die diskussionen rund um die digitalen spuren im netz beeinflussen wird.

24. Januar 2007

uefa/euro 08: peinliche slogans etcpp.


manchmal wundert man sich ja tierisch. vor allem auch bei persönlich.com, dem online-portal der schweizer kommunikationswirtschaft. dort schreiben sie heute in sachen euro 08:

Die Marketing-Regeln des Europäischen Fussballverbandes (UEFA) sorgen hier und da für rote Köpfe. Fakt ist, dass der Bundesrat ein von der UEFA gefordertes Gesetz gegen Schmarotzerwerbung (Ambush- Marketing) ablehnte. Es geht dabei um Firmen, die mit der Euro 08 für ihre Produkte werben, ohne Sponsor zu sein und ohne eine entsprechende Erlaubnis zu haben.

und als ob das das normalste von der welt wäre heisst es weiter:

Die UEFA will nun mit "Anti-Ambush-Patrouillen" vor den Stadien die Verteilung von Werbematerial kontrollieren, wie UEFA-Vertreter laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA letzte Woche in Wien erklärten.

mit anderen worten: einerseits hat der bundesrat der uefa das geforderte gesetz nicht geliefert, anderseits will die uefa trotzdem patrouillen einsetzen und offensichtlich gegen das verteilen von nicht genehmigten werbemitteln einschreiten. oder anders gesagt: die uefa macht einfach was sie will. oder haben wir da was falsch verstanden? im online-portal der schweizer kommunikationswirtschaft wird darauf leider nich weiter eingegangen.

dann geht es bei persönlich.com mit einer übersicht über die verschiedenen uefa-slogans weiter. zur euro 08 hat erstmal die uefa selber einen slogan, aber auch alle austragungsorte und beide gastgeberländer haben einen. der geneigte fussballfan muss also ca. ein dutzend slogans auswendig lernen. es handelt sich dabei um nur suboptimale kreationen, ist man geneigt zu monieren.

wenn man bedenkt, dass es hier um einen weltweiten top 5 sport-und-überhaupt-event geht, ist man fast ein wenig versucht, einen lachanfall vorzutäuschen und in den nächsten drei wochen niemandem zu erzählen, dass man dem selben berufsstand angehört. das muss man sich wirklich mal auf der zunge zergehen lassen – das ist wirklich der hammer:

der offizielle euro 08 slogan lautet:

Erlebe Emotionen.

der offizielle schweizer euro 08 slogan lautet:

Schweiz. Entdecke das Plus.

der offizielle berner euro 08 slogan lautet:

Bern wirkt Wunder.

der offizielle basler euro 08 slogan lautet:

Basel. Mehr als 90 Minuten.

den geilsten finde ich den ersten. erlebe emotionen. was da alles drinsteckt an message und leidenschaft und bierseligkeit – toll! in zürich wird der slogan erst ende januar präsentiert. persönlich.com schreibt dazu:

In Zürich lanciert Ende Januar der Stadtrat seine zusammen mit Zürich Tourismus erarbeitete internationale Marketingkampagne mit dem Zürcher Euro-Slogan. Präsentiert wird Zürich als kreativer und dynamischer Erlebnis- und Wissensstandort.

ob man da für den slogan noch einen vorschlag machen kann? oder zwei? zum beispiel:

who cares?

da hätte das © natürlich herr schawinski. oder:

zürich: mehr als 11 freunde.

wir schweifen ab. ich wollte eigentlich fragen: wie kann es passieren, dass diese grossen organsiationen so peinliche kommunikation machen und warum verliert persoenlich.com kein wort über diese offensichtlich schlechten slogans?

manchmal wundert man sich ja tierisch.

22. Januar 2007

wie web 2.0 die welt verändert

lese-empfehlung des tages:

Das Web 2.0 ist ein Medium der Beteiligung. Eltern beobachten, dass ihre Sprösslinge viel Zeit damit verbringen, und sorgen sich, ihnen entglitte das »reale Leben«. Eine Befürchtung, die freilich noch jedem neuen Medium entgegenschlug. Sokrates hielt es für möglich, dass die Schrift den lebendigen Austausch von Ideen beiseiteschöbe. Als in englischen Kaffeehäusern des 17. Jahrhunderts Stille einkehrte, weil nur mehr Zeitungsrascheln statt Geschnatters zu hören war, ging die Sorge um das »Wirkliche« ein weiteres Mal um. Ebenso, als das Telefon aufkam.

Doch das Gewisper der Geisterstimmen aus dem Fernsprecher ist eine Realität erster Ordnung, und niemand mehr bezeichnet es als »virtuell«. Was im Internet geschieht, ist nicht weniger wirklich.

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