21. Januar 2009

obama: der grösste meilenstein im web 2.0


oben sehen sie ein gruppenfoto von barack obamas inauguration von gestern (quelle). – 2 mio. menschen waren da. nicht schlecht. quasi zeitgleich mit der inaugurationsrede ging die neue us-administration auch im internet an den start.

vor jahren schrieb peter turi mal: die website der zukunft wird ein blog sein. und waseliwas steht auf der brandneuen website www.whitehouse.gov zuvorderst? genau: ein blog. das sollten sich vor allem die hinter die ohren schreiben, die in den letzten monaten am elenden und dilettantischen geschwafel über den blogtod mitgeschwafelt haben.

wie zu erwarten legt die obama administration im internet im gleichen stil los, wie sie es schon im wahlkampf vorgeführt hat: atemberaubend. die website whitehouse.gov unter george w. bushs fittichen habe ich genau 1 x angesehen, vor etwa drei jahren. es gab keinen grund, die seite ein zweites mal zu besuchen.

dass ich heute das blog der neuen amerikanischen regierung in meinem feedreader habe, hätte ich noch vor einem jahr nicht für möglich gehalten. aber vor einem jahr hat man noch viel für nicht möglich gehalten. und vermutlich werden wir in einem weiteren jahr ebenfalls staunen, was wir heute noch nicht für möglich halten.

obama ist ein prediger. ich mag prediger nur in ausnahmefällen. obama ist so einer – ein prediger in gestalt des neuen präsidenten der usa, der in seiner antrittsrede christen, juden, hindus, moslems und atheisten explizit anspricht. so ein prediger ist mir auf diesem chefsessel viel lieber als ein texanischer öladliger oder ein mittelmässiger schauspieler.

obama ist ein medienpolitiker, der neue massstäbe setzt. das fängt bei seiner unglaublichen charismatischen und rhetorischen potenz an und findet seine fortsetzung im internet. dort wird obama nicht zuletzt auch die "weisheit der vielen" abholen und die (versprochene) online partizipation umsetzen. man darf gespannt sein, wohin das führen wird.

in sachen internet waren die amis allen anderen schon immer weit voraus. dass sie jetzt auch noch einen eigentlichen "internetpräsidenten" haben, wird ihre marktführerschaft auf diesem gebiet noch verstärken. denn diese obama story ist doch gewiss der bisher grösste meilenstein im web 2.0.

interessantes detail am rande auf whithouse.gov: bei den videos handelt es sich zwar um youtube videos, jedoch ohne youtube logo. ganz so, wie sich das für eine "neutrale" website einer regierung gehört. clever gelöst – so kann obama den wichtigsten video channel einsetzen, ohne sich damit dem vorwurf auszusetzen, youtube auf whitehouse.gov zu bewerben.

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siehe auch den überblick bei medialotse.com
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Kommentare:

  1. Ich wusste es, wenn man dich ein wenig anfeuert wird dein Beitrag über Obama genial. Gut beobachtet das mit den Youtube Videos.

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  2. oh, danke für die blumen. aber das detail mit youtube hab ich schon vor deinem anfeuerungstweet rausgefunden. bin ja bekannt als detaillist... ;-)

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  3. Obamania, auch hier noch...

    Allerdings ist das Whitehouse-Blog bislang nicht viel mehr als eine Verteiler für Pressemitteilungen und andere Gags seiner PR-Abteilung. Dabei hat Obama während des Wahlkampfs, etwa mit Gastbeiträgen in der "Huffington Post", durchaus bewiesen, dass in ihm ein Blogger-Herz schlägt.

    Hin und wieder etwas persönlichere Einblicke hinter die Kulissen der Macht, ohne jeden Satz durch mindestens zehn Beraterhände wandern zu lassen, müssten da schon drin liegen, sonst wird das mit Garantie ein Flop. Naja, ist ja jetzt auch ein vielbeschäftigter Mann. Was Bundesrat Leuenberger oder Fidel Castro können, sollte Popstar Obama allerdings auch noch zuzumuten sein.

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  4. @ugugu: ok, das stimmt, bisher ist da noch nicht viel drin, aber die jungs waren ja sonst gut beschäftigt gestern. und heute hat das telefon sicher auch dauernd geklingelt.

    ich bin mal zuversichtlich, dass sich da durchaus was bewegen wird.

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  5. Ja, ja, aber man kann keine Kommentare hinterlassen (hab den Knopf jedenfalls nirgends gefunden). Ist das nicht ein Bestandteil eines Blogs?

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  6. @stemue: stimmt, man kann nicht kommentieren. kommt vielleicht noch. wobei man sich fragen muss, ob das sinn macht in diesem fall. wenn da halb amerika mitkommentiert, wird es doch etwas unübersichtlich ;-)

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