19. Mai 2009

hochparterre: kontent top, der rest ein flop


ich wollte schon lange einmal auf den videocast des doyens der schweizer architekturkritik hinweisen. benedikt loderer ist der gründer der zeitschrift hochparterre, wo er eine sehr spitze feder führt und den akteuren seit gut 20 jahren die leviten liest (à la reisst die hardbrücke ein).

alle 14 tage stellt sich loderer mit der narrenmütze vor die kamera und erzählt etwas über reale schweizer architektur. sehr kompetent natürlich, sehr kurzweilig und mit viel ironischem schalk tut er das. man hört ihm gerne zu und man lernt viel. auch wenn die videocasts manchmal nicht superdeluxe gefilmt oder vertont sind – egal, der kontent ist erstklassig.

schade ist allerdings, dass dieser videocast etwas lieblos und ohne jede zusätzliche aufbereitung ins netz gestellt wird. in der neusten ausgabe z.b. empfiehlt loderer den soeben erschienenen metrobasel comic und bringt sogar ein interview dazu mit dem stararchitekten und co-autor jacques herzog. toll wäre jetzt, wenn wir auch noch erfahren würden, wo man die publikation bestellen kann.

am schluss des videocasts bringt loderer jeweils "stadtwanderers marschbefehl", einen tipp für einen architektur- oder designausflug, auch dies perlen von einem der besten kenner der szene. dieser architekturausflugstipp beginnt immer so: "stellen sie den computer ab, erheben sie sich, nehmen sie den zug und fahren sie nach...". zwar werden manchmal in einem einblender kurz die nötigen infos gezeigt, aber dort nützen sie nix. diese infos hätten wir gern separat, liebes hochparterre. ungefähr so wie die da es machen.

und wenn wir schon dabei sind: die hochparterre website ist ein usabilitytiefflieger sondergleichen, der einem magazin für architektur schlecht ansteht, finde ich. man weiss nie genau, wo man ist und warum. wie in einem haus, an dem ständig angebaut wurde und das sich mit der zeit in ein labyrinth verwandelt. die seite ist auch ein designverbrechen, nicht nur die in der rechten seitenleiste reingepappten partnerlogos sehen ziemlich hässlich aus. man wundert sich doch ein wenig, dass ausgerechnet DIE design- und architekturinstanz mit so einer schlechten website auftritt.
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